Der Horizont wird grau, schon ist die Nacht erschienen,
Du hörst das Schweigen, wie es durch die Zimmer schleicht,
Still stirbt der matte Bernsteinton in den Gardinen
Mit all dem Lärm, der aus dem alten Hause weicht,
Und unterbrochen scheint des Lebens wildes Hasten
Für einen Augenblick, dem nie ein morgen naht,
Tief Atem schöpfend hält es auf dem ewigen Pfad,
Wie Pilger, welche müde auf der Höhe rasten.
Im Kelchglas schlafen die verträumten Blumen ein,
Sie hauchen ihrer Seele Balsam in den Schatten,
Und auf den Spiegel streut das Zwielicht, auf den matten,
Wie feuchter Augen Schimmer seinen Widerschein.
Nur nebenan die Wanduhr in der finstern Kammer
Tickt unablässig ruhelos denselben Schlag,
Die bleichen Schatten peinigt sie mit ihrem Hammer,
Die Stunde nagelt sie an den versunkenen Tag.
Ein letzter Strahl dringt durch das Fenster, durch die Falten
Des halbgeschlossenen Vorhangs in den Saal, es scheint
Hier drinnen alles zu ersterben, zu erkalten,
Der Abend schweigt, und dennoch hör ich ihn: er weint.