Serenade

O Herrin, hör mein Lied! ein Toter singt,

Längst liegt er im Grabe,

Es krächzt die Stimme, die das Ständchen bringt,

Wie ein heiserer Rabe.

Die Seele öffne, öffne auch das Ohr,

Lausche meiner Zither,

Das Lied ist dein, nur dir trag ich es vor,

Süß klingt es und bitter.

Dein Auge preis ich und das Gold des Blicks,

Seine Pracht, die klare,

Die Lethe deines Busens und den Styx

Deiner dunkeln Haare.

O Herrin, hör mein Lied, ein Toter singt,

Längst liegt er im Grabe,

Es krächzt die Stimme, die das Ständchen bringt,

Wie ein heiserer Rabe.

Gesegnet sei dein Fleisch, wie sich's gebührt,

Auch der Duft des Leibes,

Hab schlaflos manche Nacht ihn noch gespürt,

Diesen Duft des Weibes.

Und jetzt besing ich noch zum guten Schluß

Deine blasse Wange,

Die heißen roten Lippen und den Kuß,

Engel du, du Schlange.

Die Seele öffne, öffne auch das Ohr,

Lausche meiner Zither,

Das Lied ist dein, nur dir trag ich es vor,

Süß klingt es und bitter.

Französische Lyrik alter und neuer Zeit in deutschen Versen · 第 81 / 211 题