in Posen und Westpreußen auch die oberschlesischen Polen einbeziehen

wollten, führte dazu, daß bewährte Kräfte z.B. aus der Provinz Posen

sich in Oberschlesien ansiedelten, mitführend in der

nationalpolnischen Bewegung wurden und zur Stärkung eines polnischen

Mittelstands beitrugen.

5) M. Broszat a.a.O, S.176.

6) do. S.193.

7) do. S.199.

8) Ruth Storm "..und wurden nicht gefragt", Augsburg 1972, S.50.

9) Laut A.J.P. Taylor (Encyclopaedia Britannica 1964, Bd.10/S.327) die

einzige wichtige Konzession, die Deutschland in Versailles erreichen

konnte.

10) O. Ulitz a.a.O.S.42.

11) aus "Atlas zusammengestellt von deutschen Autoren" (Moderner

Buchklub, Darmstadt, zitiert im Oberschlesischen Kurier, Salzgitter)

12) G. Rhode, a.a.O. S.477.

13) Ein ausführlicher Bericht bei Krzystof Brozek in "Andrzej

Mielecki" (Katowickie Towarzystwo Spoleczno­Kulturalne, Katowice

1983) erwähnt auch 2 etwas unterschiedliche Erinnerungen.

14) Im seinerzeit vom Polnischen Plebiszitkommissariat auf

französisch veröffentlichen "Memoire.. sur les Troubles en Haute

Silesie" finden sich viele Zeitungsausschnitte meist deutscher

Zeitungen, aus denen ich Informationen über die damaligen Vorgänge

entnehmen konnte.

15) M. Broszat a.a.O. S.209.

16) "Memoire", a.a.O. S.25.

17) do. S.32.

18) do. S.24.

19) do. S.9.

20) do. S.49.

21) Item 5 des Anhangs zu Art.88.

22) G. Webersinn, "Otto Ulitz, ein Leben für Oberschlesien", Augsburg

1974, S.27.

22) do. S.28.

23) Ulitz, a.a.O.S.59.

Anmerkungen zu "Kattowitz kommt zu Polen"

1) Über den Metropoliten entwirft ein Bild Hansjakob Stehle in "Die

Zeit" 5. Juli 1985.

2) Dazu siehe Walter Laqueur "Die deutsche Jugendbewegung" Köln 1962.

3) Ulitz a.a.O.S.81.

4) Ein alter Oberschlesier bei uns in der Ziegelei, sein Sohn hatte

am polnischen Aufstand 1921 teilgenommen, bestätigte das und

überraschte mich ungemein, wie er das ausdrückte: ja, die Leute

fühlen, es geht nicht gut, und es ist Zeit, das der Herr Williger und

der Herr Baumeister die Sache wieder in die Hand nehmen. Also

Sehnsucht nach vermeintlich guten alten Zeiten, wo Schwerindustrie

und die durch das Dreiklassenwahlrecht bestellte Stadtverwaltung sich

in die lokale Verantwortung zu teilen schienen.

5) Bericht der "Kattowitzer Zeitung" vom 10.März 1927, abgedruckt im

"Oberschlesischen Kurier" Salzgitter.

6) Broszat,a.a.O.S.225f.

7) Über ihn findet sich ein Beitrag in der Zeitschrift des Jüdischen

Historischen Instituts, Warszawa.

8) Desgleichen auch die beiden der Polnischen Sozialistischen Partei

angehörigen Kattowitzer Anwälte Dr. Baj und Dr. Karol Stach, die mit

Dr. Liebermann als Verteidiger auftraten.

9) Die älteste unter diesen Kusinen des Vaters Bertha Wachsmann mit

zwei Töchtern: Erna Weissenberg (deren auch schon erwachsene Kinder

Mia und Ernst) und Martha Brann (mit Tochter Ruth). Weitere Zalenzer

Kusinen des Vaters waren Minna Koenigsfeld (mit Tochter Erika

Schlesinger und Sohn Kurt), Trude Koenigsberger in Lublinitz(ein Sohn

hieß Herbert, verheiratet in Neisse), Johanna Frankenstein und die

unverheiratete Jenny Grünfeld in Kattowitz. Der älteste Bruder Max

lebte in Berlin, Direktor des Deutschen Eisenhandels, sein Sohn Heinz,

später als Henry Grunfeld sehr erfolgreich und bekannt in London als

Bankier (Kinder Thomas und Luise) weitere Kinder von Max und Rosa

Grünfeld in Berlin waren Edith Kosterlitz und Sohn Robert.

10) Die älteste Tochter Susi wurde Kinderärztin, später in New York

(Suzanne Forrest). die zweite Käthe war Bildhauerin, Lotte mehr in

meinem Alter heiratete den Anwalt Helmuth Margoninski, lebten in

Kanada, die jürigste Ruth in Florida.

Anmerkungen zu "Als Student in der Weimarer Republik"

A) Berlin:

a) "Leben und Studium"

1) Dazu O.F. Scheuer "Burschenschaft und Judenfrage S.30f und S.40. Zu

bekannten Burschenschaftern jüdischer Abstammung gehörten Heinrich

Heine, Ferdinand Lasalle, Friedrich Stahl.

2) Zu Geschichte und Entwicklung "FWVer Taschenbuch", Berlin 1931,

Schriftleitung Kurt Wilk mit Beiträgen von Alfred Rothberg und Max

Pinn (Mein Dank an R.Gräupner, London, für Beschaffung dieser Quelle).

3) Hans Peter Bleuel, Ernst Klinnert: "Deutsche Studenten auf dem Weg

ins Dritte Reich" S.262.

4) Zu diesen Freunden gehörte auch der Chemiker Fritz Haber.

5) Sie wurde sehr erfolgreich in ihrem Fach in den USA und teilte den

Nobelpreis für Physik 1963. Zu ihrem Lebenslauf Siehe "Kattowitz"

1985 S.46.

b) "...und politische Betätigung".

6) Unser sozialdemokratisch gesinnter Mathematiklehrer in Kattowitz,

Rath, hatte die ihm bekannte Frau Wegscheider, ohne mein Wissen, auf

meinen Studienbeginn aufmerksam gemacht.

7) Die Studentenschaft der TH Charlottenburg hatte sich innerhalb der

Deutschen Studentenschaft stark gegen jeden Kompromiß mit dem

Minister exponiert (siehe Akten der Deutschen Studentenschaft,

Bundesarchiv Koblenz ZSG 129). Mein Antrag muß an meiner TH also im

Mai ein recht heißes Eisen gewesen sein.

8) Heinz Ollendorf in "Student und Hochschule" 20. Juli 1929, I/2.

9) Er war einer der bei der Gründung des DStV beteiligten Veteranen

der Hochschulpolitik, Sohn von Hugo Preuss.

10) Werner Stephan: "Aufstieg und Verfall des Linksliberalismus

1918­1933", Göttingen, S.416/7.

11) Theodor Heuss "Erinnerungen 1905­1933", Tübingen 1963.

12) Heuss, a.a.O. S.386.

13) Stephan a.a.O S...

14) Das vorherige Kabinett Marx hatte den Bau beschlossen, der neue

Finanzminister Hilferding bestätigt, daß die nötigen Mittel da sind.

Dietrich fand, die Demokraten sollten nicht dabei sein, den dadurch

wirksam gewordenen früheren Kabinettsbeschluß jetzt umzustoßen.

15) Hermann Graml, "Europa zwischen den Kriegen", DTV 1974 S.216.

16) Peter Krüger "Die Außenpolitik der Republik von Weimar",

Darmstadt 1985.

17) Broszat a.a.O.S.219/31.

18) Fred­Hildenbrandt in "...ich soll dich grüssen von Berlin"

(München l966) bringt eine Erinnerung an die beiden Schwestern(S.

98/9).

19) In seinen Erinnerungen "Wirken in Wirren" (Hamburg 1950) beklagt

sich Hellpach über mangelnde menschliche Nähe für ihn in der

demokratischen Reichstagsfraktion, z.B. bei Rückkehr von schweren

Erkrankungen sei er nie entsprechend begrüßt worden. Davon wußte ich

damals nichts.

20) Der KCer Rudi Samuel, mein Mitkämpfer an der TH Charlottenburg

zeigte sich eines Tages erstaunt über meine Kenntnisse jüdischer

Feiertage, ich sei doch getauft, der KC habe damals gegen mein

Vorstandsamt im DStV gestimmt, weil sie sich nicht von einem

getauften Juden vertreten lassen wollten. Er wußte nicht, warum man

sich nicht besser erkundigt hatte.

21) Die seit dem Juli 1929 erscheinende Zeitschrift des DStV "Student

und Hochschule" war, wie mir bei heutiger Durchsicht scheint viel zu

wenig auf Mitarbeit aus Kreisen und Ortsgruppen im Lande gestützt und

zu sehr von Berlin aus bestritten.

22) Presseberichte darüber im Bundesarchiv Koblenz ZSG 189 und

"Student & Hochschule" I/1.

23) Über diese Bewegung hielt ich mich ständig auf dem Laufenden,

außer durch persönliche Kontakte auch durch ihre Zeitschrift "Nation

und Staat", Wien.

24) Der Leiter war Dr. H. Schairer, der auf seinem Spezialgebiet auch

international anerkannt war und sich später als aktiver Hitlergegner

erwies.

25) Über den Verlauf der Tagung fand ich viele Zeitungsausschnitte in

den Akten der damals gegnerischen Deutschen Studentenschaft im

Deutschen Bundesarchiv Koblenz ZSG 129.

26) Dr. Theodor Bohner war der Fachreferent der demokratischen

Fraktion im preußischen Landtag für Kultur­ und Bildungswesen, also

die Stellung, die Frau Dr. Wegscheider bei den Sozialdemokraten hatte.

Er war ein besonders enger Freund des Demokratischen Studentenbunds

und ich erinnere mich lebhaft an viele erfreuliche Gespräche mit ihm.

27) siehe Vossische Zeitung 15. Januar 1930.

28) W. Stephan a.a.O. S.391.

29) "Student und Hochschule", 1929 Nr.5/6.: "die Ideologie der

heutigen Studenten ist nicht zu verstehen, wenn man nicht zuvor die

Soziologie der Studenten untersucht" begann Zehrer seinen Beitrag.

Weit über die Hälfte kommen vom durch die Inflation verarmten

Mittelstand, zwischen dem "Kapital" und den "Organisationen der

Masse" zerrieben, die ältere Generation mürbe und resigniert, wachsen

die Söhne schon in einer anderen Wirklichkeit auf, daher die

Ideologie der vom Faschismus und Nationalsozialismus Angezogenen.

Der Faschismus aber hat die Mittelklassen bereits 1924 "wieder

ausgeschaltet", der Nationalsozialismus "aber verrannte sich im

Antisemitismus und im Kampf gegen Rom und die Freimaurer". Viel

wichtiger als gegen Republikfeindlichkeit und Unruhestifter in der

Studentenschaft vorzugehen, wäre durch ein neues großes

Wirtschaftsprogramm die Lage der Mittelklasse zu verbessern. Das

kann nur durch eine "tiefgreifende Aktivierung der heutigen, alten

Mittelparteien" geschehen. So Zehrer im November/Dezember l929.

30) Über diese sehr enge Verbindung siehe Th. Heuss S.375 f.

31) W. Stephan S.395.

32) Die Versammlung fand in der Hochschule für Politik statt.

33) Vossische Zeitung 4. März 1930 und W. Stephan S.425.

34) Die politische Mitte versäumte eine mögliche Chance, da sie sich

nicht zu einem Kraftzentrum formieren konnte. Die Konflikte zwischen

Korporationen und Nationalsozialistischer Partei setzten sich auch

später fort, und verschärften sich noch nach Hitlers Machtergreifung.

Darüber Bleuel S220f.

35) So eine Rede Dietrichs, Vossische Zeitung, 8/3/1930.

36) Damals wußte ich noch nicht, daß er als der Schriftsteller galt,

der unter dem Namen Erich Maria Remarque schrieb.

37) Über diesen siehe Heuss S.392/3, Stephan S.444f.

38) Stephan S.431/2 über Parteiausschußsitzung in Halle 25.Mai 1930.

39) Stephan berichtet, daß in der letzten Unterredung des

demokratischen Parteiführers Koch­Weser mit dem kranken Streseman im

September 1929, dieser eine Verschmelzung der beiden liberalen

Parteien als derzeit unmöglich bezeichnete, aber Koch­Weser riet, auf

eine Vereinigung der Demokraten mit dem Jungdeutschen Orden

hinzuarbeiten. Davon wußten wir damals nichts.

40) Stephan S.446. Von den dort genannten "intellektuellen jungen

Menschen", wurden bei uns im Demokratischen Studentenbund Theodor

Eschenburg und Josef Winschuh zu Vortragsabenden eingeladen.

41) Stephan S.434/8.

42) Nach Stephan S.48 hatte Richard Otto Frankfurter noch auf der

Vorstandssitzung vom 25.Juli gefordert, die Partei solle als

"Dietrich Partei" allein in den Wahlkampf gehen. Frankfurter kannte

ich als Präsidenten der Altherren der FWV, als ich 1929 als

Nachfolger Ollendorfs Außenvertreter der FWV wurde, nahm ich an

Sitzungen des Präsidiums in seinem Hause teil. Wie aktiv und

anscheinend sehr angesehen er damals auch noch in den Gremien der

Demokratischen Partei war, habe ich dem Buch von W. Stephan mit

Interesse entnommen. Sein Vertrauen in Dietrich habe ich damals

geteilt.

43) Hermann Proebst wurde nach dem 2. Weltkrieg als Chefredakteur der

"Süddeutschen Zeitung" sehr bekannt und angesehen.

44) Hermann Graml S.214f.

45) Das war auf dem vorjährigen Kongreß, an dem ich noch nicht

teilgenommen hatte, beschlossen worden. Führer der deutschen

Delegation war damals der. Zentrumsstudent Felix Raddatz gewesen.

Für viele Informationen über die FUI bin ich Dr. Jacques Kunstenaar,

Zürich, den ich damals als Leiter der Schweizer Delegation kennen

lernte, zu Dank verpflichtet.

46) In seinem Bericht (Der Student 18/S.6) über den FUI Kongreß

kommentiert Wolfgang Straede dann "..ein von den Deutschen wegen

seines wichtigen Präzedenzcharakters ohne weiteres angenommener

Vorschlag". Für mich war das ein Erfolg für was man heute

pluralistische Lösungen nennen könnte, verglichen mit der vorherigen

Haltung der Deutschen Studentenschaft, und ich meinte, daß ich denen

dabei beteiligten Exponenten Wolfgang Straede und Dr. Walther Reusch

auf dem Wege zu diesem Schritt geholfen hatte.

47) Ich erinnere mich dabei an Ernst v. Salomon "Der Fragebogen".

48) Während der Genfer FUI Tagung war bei dem üblichen Besuch der

deutschen Studentendelegation bei der Deutschen Vertretung beim

Völkerbund auch das Thema Mitteleuropa erwähnt worden und der Plan,

daß wir darüber mit den tschechischen Studenten sprechen würden.

49) Informationen über Teilnehmerzahl (etwa 100 "Studenten und

jüngere Altakademiker") und vertretene Länder (10) enthält dann der

Bericht über die Tagung in "Der Student" 1931 Folge 7 S.10.

50) "Student & Hochschule" Jahrgang 3 Nr.1/2 S.22.

51) Dazu siehe ausführlich in Peter Krüger a.a.O. schon S.382/3, wo v.

Schubert und Köpke als Gegner solcher Erwägungen erwähnt werden, die

aber andere tatsächlich beschäftigten.

52) Sozialistische Monatshefte 12/10/1931 S.960 "Die internationale

Diskussion über den polnischen Korridor".

53) Nicht lange nach unserer Grenzlandtagung Mai 1929 in Dresden

hatte ich Prag zum ersten Mal mit großer Begeisterung gesehen, um der

dortigen befreundeten "Lese- und Redehalle deutscher Studenten" einen

Besuch abzustatten.

54) Für Berichte siehe vossische Zeitung 2.April 1931, Journal de

Genève 31. März, "Der Student", Folge 7/1931 S.10, "Student &

Hochschule", Mai 1931.

55) Ich wurde gebeten, einen Dr. G. dem Führer der Schweizer

Delegation Jaques Kunstenaar vorzustellen, denn G. sei auch Schweizer,

dann stammelte er aber, daß er eigentlich aus Vorarlberg sei, aber

das wäre doch beinahe dasselbe. Ich fand das sehr merkwürdig und

besprach es mit Jacques Kunstenaar. Ein Dr. G. wird später als

nationalsozialistischer Staatsrechtler bekannt. Jacques Kunstenaar

war in dieser Zeit schon ein prominentes Mitglied der Spitze der FUI

geworden und wurde dann auf der anschließenden Ratstagung in Wien

zum nächstjährigen Präsidenten bestimmt.

56) Die damalige Lage wird knapp zusammengefaßt von P. Krüger a.a.O.S.

531.

57) Die wirtschaftlichen Referate wurden gehalten von dem

tschechischen Dr. Schuster aus Prag und Dr. Kanas aus Pressburg, von

deutscher Seite Dr. Fischer, Berlin und Dr. Hans Wilbrandt als

agrarpolitischer Experte, der auch Mitarbeiter der "Sozialistischen

Monatshefte" war. Ein deutscher Bericht ("Der Student" 7/10) zitiert

als Äußerung eines tschechischen Delegierten: "es ist das Problem

eines gemeinsamen Lebensraums, das doch mehr ist als bloße

Nachbarschaft".

58) Die Veröffentlichung des Zollunionsplans war anscheinend für

einen etwas späteren Termin geplant, aber wurde dann wegen

befürchteter Indiskretionen auf diesen Tag vorverlegt (Krüger, S.533,

"Der Student" 7/S.4).

59) Vossische Zeitung 2. April 1931: "Die Tagung, die von Vizekanzler

Schober eröffnet wurde, zeigte einen erfreulichen Aufschwung der

studentischen Völkerbundsarbeit und ein Anwachsen der Organisation in

fast allen Ländern".

60) Journal de Genève 31.31.1931 und Der Student Folge 13/14 S.11/12.

61) Siehe P. Krüger's Kommentar S.533: "Dies war wirklich der

Sündenfall der deutschen Außenpolitik, eine Herausforderung des

europäischen Staatensystems und eine schlecht kalkulierte dazu" und

seine weiteren Informationen über Opposition im Auswärtigen Amt gegen

diese Pläne von Curtius und seinen neuen Staatssekretär v. Bülow, und

eine warnende Aufzeichnung von Köpke vom 21.2.1931, "daß die

Tschechoslowakei und Frankreich wegen Bedrohung der

tschechoslowakischen Unabhängigkeit die folgenreiche Veränderung der

europäischen Machtverhältnisse durch die Zollunion keineswegs

hinnehmen könnten. Als einzige Möglichkeit, dem Ziel näher zu kommen,

schlug Köpke jenen Weg vor, der in den Unterredungen zwischen Benes

und Schubert im Mai 1928 sich als allein wirklichkeitsnah

herausgestellt hatte, nämlich beide Länder von vornherein in die

deutsch­österreichischen Verhandlungen einzubeziehen..". Eine

ähnlich kritische Betrachtung auch bei Graml a.a.O. S.260/1.

B) München

1) Ralph Kleemann war mit meinem Vetter Ernst Grünfeld befreundet,

den er in einem früheren Semester getroffen hatte.

2) Ausführliche Informationen lieferte mir dafür die Münchner

Dissertation aus dem Jahr 1949 "Der politische Kampf an den Münchner

Hochschulen von 1929 bis 1933 im Spiegel der Presse" von Ludwig Franz.

3) Franz S.49.

4) Franz S.49/53.

5) Franz S.74.

6) Franz S.79 berichtet über diese Verwundung von Nawiaskis

Assistenten.

7) Franz vermutet, weil sie nicht das Fortbestehen der staatlichen

Anerkennung gefährden wollten.

C) Zwischen Breslau und zu Hause

1) Mit ihm und seiner Freundin Lilo Linke waren wir im Demokratischen

Studentenbund sehr eng verbunden gewesen, von Stephan S.394 als

begabter Journalist und geistig führender Jungdemokrat bezeichnet.

2) Leopold Schwarzschild in seinem "Tagebuch" war einer der

ausgesprochendsten Gegner, siehe "Die letzten Jahre vor Hitler",

Auszüge aus dem Tagebuch 1929/33 mit Vorwort von Golo Mann. Der

frühere Staatssekretär Hans Schaeffer nennt als Hauptursache von

Brünings Deflationspolitik die Zwangsvorschriften für deutsche

Wirtschaftspolitik, die in den Dawesund Youngplanabkommen festgelegt

waren, ohne deren Einhaltung Brüning niemals hoffen konnte, die

wirtschaftlich absolut notwendige Stundung weiterer

Reparationszahlungen zu erreichen. Unter heutigen Historikern gibt

es aber auch den Vorwurf, daß Brüning die schrecklichen Auswirkungen

seiner Deflationspolitik gar nicht bereute, er sah sie nicht nur als

wirtschaftstheoretisch unvermeidlich an, sondern Verarmung, steigende

Arbeitslosigkeit, ja sogar politische Unruhe in Deutschland schienen

ihm gute Mittel, die Alliierten von der Undurchführbarkeit weiterer

Reparationszahlungen zu überzeugen, und dadurch die Revision des

Versailler Vertrages einen Schritt weiterzubringen (s. Graml.S245/

6). Ich erinnere mich nicht, daß es solchen Verdacht oder Vorwürfe

schon damals gab. Man findet ihn auch heute nicht z.B. bei Martin

Broszat in seiner Darstellung von Brünings Politik in "Die

Machtergreifung" S.132/4.

3) Die Vorgänge, die schon nach weiteren acht Monaten zur

Machtergreifung Hitlers führten, wurden früh eingehend dargestellt

von Karl Dietrich Bracher "Die Auflösung der Weimarer Republik", S.

529f. Auf den neuesten Stand der Forschung und Meinungsbildung

bringt Martin Broszat "Die Machtergreifung" DTV 1984­(1987). Siehe

auch Kurt Sontheimer "Deutschland zwischen Demokratie und

Antidemokratie", besonders sein Aufsatz über den "Tatkreis" S.56f.,

ferner Ebbo Demant "Hans Zehrer als politischer Publizist" S.84f.

4) Bracher S.644.

5) Bracher S.645.

6) Sontheimer S.81.

7) Schwarzschild in seinem Artikel im "Tagebuch" vom 31.12.1932 und

in Golo Mann's Vorwort S.28/29.

8) August Rathmann "Ein Arbeiterleben" (Wuppertal 1983) S.182/3.

9) siehe auch Heinrich August Winkler über diese "Gratwanderung" in

seiner Besprechung von August Rathmanns Buch in die "Zeit".

10) Bracher S.681.

11) dazu Bracher S.699 und Golo Mann bei Schwarzschild S.29 "sie

haben Schwarzschilds Rat, die Regentschaft zu dulden, ja ihr nach

Kräften zu helfen und so ihr eine breite Basis zu geben, nicht

beherzigt...".

12) Siehe auch Bracher S.681f., 684/S.699 und ausführlich aber

konzise Broszat "Die Machtergreifung" S.156/174.

Dazu auch Bracher S.681f, besonders Anmerkung 148 S.684/S und S.699.

13) Dazu gehört auch die damalige Rolle des Reichslandbunds,

Hindenburgs Verwundbarkeit in Sachen Osthilfe und Gegnerschaft zu

Plänen für Bauernsiedlung in Ostelbien spielte, stark hervorgestellt

bei Broszat "Die Machtergreifung" S.162/165. Ich war diesem Projekt

zuerst als Anliegen fortschrittlicher Bauernpolitik begegnet.

(Rönneburgs Vortrag auf Ostkundgebung des DStV, in unserer

Zeitschrift abgedruckt). Später hörte man, andere Kreise waren an

den verteidigungspolitischen Aspekten dichterer Besiedlung Ostelbiens

interessiert.

14) Bracher S.619 "Der Mord in Potempa war mehr als ein

symptomatisches Ereignis des latenten Bürgerkriegs. Er mußte der

Öffentlichkeit endlich die Augen öffnen...".

Anmerkungen zu "Nach dem Ende von Weimar"

1) Eine Schilderung seiner Persönlichkeit fand ich bei Marion Cräfin

Döhnhoff: "Menschen, die wissen, worum es geht" im Kapitel "Der

Basler Gelehrte: Verzauberer und Entzauberer zugleich". Ich erinnere

mich an die Seminarsitzung, in der er die Verfasserin als

Neuankömmling einführte, als er von Frankfurt aus politischen Gründen

weggegangen war.

2) Meine Dissertation hatte ich mit einer Darstellung der klassischen

Theorie der internationalen Kapitalbewegungen eingeleitet, basierend

auf Franz Gutmanns Beitrag im Handwörterbuch der Staatswissenschaften,

4.Auflage Ergzgbd. Laufende Erfahrungen während der

Weltwirtschaftskrise, legten viele Vorbehalte betreffs des

Funktionierens dieses Mechanismus nahe, und zwar in Richtung der von

E. Salin vertretenen Auffassungen. Nach mehr als 50 Jahren finden

heute diese Vorbehalte immer wieder Bestätigung durch die Probleme

der Drittweltverschuldung und Rolle von IMF und Weltbank.

Anmerkungen zu "Emigration nach Hause, in Polen"

1) Dazu siehe Beitrag von S. Karski in "Kattowitz, seine Geschichte

und Gegenwart", Dülmen 1985,.S.122,4.

2) Den Vorsitz der deutschen Fraktion hatte er schon 1930 abgegeben.

3) Siehe V. Kauder "Das Deutschtum in Polnisch­Schlesien", Plauen 1932

S.326/7. Dort erwähnt ist auch ein Rezitationsabend von Edith

Herrnstadt Oettingen, Berlin, einer Cousine meiner Mutter, man sieht

also, daß das liberale Element in diesem Kulturprogramm gut vertreten

war.

4) siehe Lucjan Meissner: "Niemieckie Organizacje Antyfaszystowskie w

Polsce 19331939". Warszawa 1973 S.163f.

5) Meissner a.a.O. S.227f.

6) Meissner S.233.

7) W. Hellpach erinnert sich in "Wirken in Wirren" I S.88 und 90/1 an

die Unterschiede nationaler Einstellung. die er als Jugendlicher

zwischen dem deutschen Landeshut und Trautenau auf der böhmischen

Seite der Sudeten beobachtet hatte.

8) Dr. E. Pant war eng verbunden mit Pater Friedrich Muckermann S.J.,

der auch durch seinen Widerstand gegen die Nationalsozialisten

bekannt wurde. In Pater Mukkermanns Erinnerungen "im Kampf zwischen

zwei Epochen" ist Dr. Pant eingehend erwähnt (S.503/6) und man findet

auch den starken Vorbehalt gegen liberale Einflüsse.

9) Dazu Hans Bernd Cisevius "Bis zum bitteren Ende", Zürich 1946. I S.

207f und S.282.

10) Auswanderung aus Deutschland schien mir schon damals dringend für

alle Juden. Wir hatten noch keine Devisenbeschränkungen dagegen in

Polen und hätten ihr das Geld z.B. nach London überweisen können, wo

es für ihr Leben gereicht hätte. Ich traf mich mit ihr allein in

einem Cafe am Zoo, und riet ihr dazu, aber ihre Berater waren dagegen.

11) Dazu gehören der Schulfreund Ludel Berliner, die jüngeren Ernst

Berliner und Walter Rosenbusch. Auch Karl­Heinz Lubowski war von den

Rassegesetzen von 1935 betroffen, gab sein juristische Laufbahn auf,

studierte in Basel protestantische Theologie. kam immer wieder nach

Hause, hoffte, nach England auszuwandern, aber fand dann im Krieg

Unterschlupf in einer Stellung im Konsistorium in Königsberg; auf der

Flucht bei Kriegsende ist er umgekommen.

12) In 1937 lief der 15jährige Genfer Minderheitenschutzvertrag ab.

Es hatte in Deutsch­Oberschlesien die dortigen Juden in

unvorhergesehener Weise von manchen Bestimmungen Hitler'scher

Rassengesetzgebung vorläufig geschützt. Das änderte sich nun. Auf

der polnischen Seite betraf es auch, wer 1922 für Deutsche

Staatsbürgerschaft optiert hatte, sie durften nicht mehr in Polen

bleiben. Dazu gehörte auch Franz Goldstein, er wurde ein deutscher

Emigrant, ging zunächst nach Prag, dann nach Palästina. Die

Literaturbeilage der Wirtschaftskorrespondenz wurde aufgegeben, und

meine Artikel auch.

13) G. Rhode a.a.O S.,491.

14) Nach einem Jahr war die Synagoge schon in Trümmern, die Familie

zerstreut, der Vater nicht mehr am Leben.

Anmerkungen zu "Der 2. Weltkrieg bricht aus"

Rückblicke · 第 26 / 27 段