Oben und unten concav, 5 stielrunde Umgänge, der letzte

stark erweitert mit starker weisser Lippe.

_Pl. spirorbis_ ~Müller~.

c. Gehäuse plattgedrückt, scharfrandig, aber der Kiel nicht

abgesetzt.

Gehäuse oben flach, unten gewölbt, sehr klein, drei Umgänge,

der Kiel ganz am oberen Rande des Umgangs.

_Pl. cristatus_ ~Drp.~

Gehäuse linsenförmig, von beiden Seiten gleichmässig

zusammengedrückt, Kiel ganz in der Mitte.

_Pl. complanatus_ ~Drp.~

Gehäuse scheibenförmig, oben gewölbt, unten glatt, Kiel am

unteren Rande des Umganges, innen 2 Querscheidewände.

_Pl. nitidus_ ~Müll.~

98. Planorbis corneus ~Linné~.

Grosse Tellerschnecke.

Gehäuse oben tief eingesenkt, unten seicht ausgehöhlt; grünlich oder

bleigrau hornfarbig, die äussere Wölbung der Umgänge am dunkelsten,

oben schwach, unten meist stark weisslich, dicht feingestreift und

daher seidenglänzend; die 5-6 ziemlich regelmässig stielrunden, oben

durch eine ausgehöhlte, unten durch eine tiefe Naht vereinigten

Umgänge nehmen reissend schnell zu, so dass die beiden ersten sehr

klein sind, der letzte Umgang ist oben etwas flach und fast stets

mit netzartigen Eindrücken versehen, mitunter wie gehämmert. Mündung

mondförmig gerundet; Mundsaum einfach, auf der Mündungswand durch eine

flache, weissliche Lage von Schalensubstanz zusammenhängend, schwarz

gesäumt, innen mit weissem Saum, dahinter der Schlund dunkelbraun. Höhe

10-12 Mm., grösster Durchmesser 30-36 Mm., kleinster 24-30 Mm.

Thier purpurschwarz, gegen das Licht wie Sammet reflectirend,

Fühlhörner sehr lang, dünn, mit verbreiterter, zusammengedrückter

Basis. Es legt mehrmals im Sommer 36-40 Eier zu flachgewölbten,

braunweissen Laichen vereinigt.

In seiner Verbreitung gleicht dieses Thier ganz der _Limnaea

stagnalis_, mit der es fast immer zusammen vorkommt. Auch es geht

nicht in die Gebirge hinauf und fehlt desshalb im ganzen Lahngebiete,

ist aber im Rhein- und Mainthal allgemein verbreitet. Im Main nur

einzeln in den durch die Uferbauten abgetrennten Tümpeln. Sehr häufig

in der Rheinebene, dem sogenannten Ried, von wo ich Exemplare erhielt,

die dem von ~Dunker~ in der neuen Ausgabe von ~Martini-Chemnitz~

abgebildeten _Pl. grandis_ durchaus nichts an Dicke nachgeben. Ich

bemerke bei dieser Gelegenheit, dass ich aus Königsberg in der Neumark

Exemplare besitze, die vollkommen so gut als Originale zu der erwähnten

Figur hätten dienen können, wie das eigentliche Original unbekannten

Fundortes in der ~Cuming~’schen Sammlung; die Art ist demnach in die

Synonymie von _Plan. corneus_ zu verweisen.

Eine sehr interessante Form findet sich im grossen Abzugsgraben

der Schwanheimer Wiesen, der schlammigen Boden und ziemlich reiche

Vegetation hat und sein Wasser aus moorigen Wiesen und einigen

Waldquellen erhält. Dieselbe ist constant flacher, als die Exemplare

aus dem Main, analog der schwedischen _var. ammonoceras_, und an den

inneren Windungen immer stark cariös, so dass manche Exemplare im

Inneren durch Verlust der Embryonalwindungen ganz durchbohrt sind;

viele hatten eine Oeffnung von 2 Mm. Durchmesser in der Mitte, ein

anderes war sogar noch an einer zweiten Stelle durchbohrt. Dabei waren

fast sämmtliche Exemplare, die ich dort sammelte, ca. 20, mehr oder

weniger abnorm gewunden, indem die Windungen an einem und demselben

Exemplar bald über, bald unter die normale Windungsebene hinausgingen.

In einigen fanden sich im letzten Umgang auch perlenartige

Perlmutterconcretionen.

99. Planorbis marginatus ~Draparnaud~.

Gerandete Tellerschnecke.

_Syn._ _Plan. complanatus_ L. (_non_ ~Drp.~), _umbilicatus_ ~Müller~.

Gehäuse mittelgross, scheibenförmig, unten fast eben, oben etwas

ausgehöhlt, hornbraun, fein aber dicht und deutlich gestreift,

daher seidenartig glänzend, mit einzelnen, entfernt stehenden

Wachsthumstreifen. Es ist meistens mit einem fest aufsitzenden, schwer

zu entfernenden Ueberzuge von schwärzlicher Farbe bedeckt; reine

Exemplare, die nach ~Hartmann~ in der Schweiz eben so häufig sein

sollen, als schwarze, habe ich nie gefunden. Die 5-6 sehr allmählig

zunehmenden Umgänge sind nach unten fast flach, nach oben stark

gewölbt, daher auch die Naht oben sehr tief, unten seicht. Der letzte

Umgang ist nicht sehr erweitert, nach unten hin durch einen deutlich

abgesetzten, fadenförmigen Kiel eingefasst, den man der ungleichen

Wölbung wegen nur von unten, nicht auch von oben sieht. Die Mündung ist

quereiförmig, nach aussen nicht zugespitzt, innen durch den Kiel auf

der Mündungswand herzförmig ausgeschnitten. Mundränder einfach, scharf,

auf der Mündungswand deutlich verbunden. Höhe 2,5 Mm., Breite 9-12 Mm.

Thier schwärzlich bis tiefschwarz, mit blässeren, bisweilen röthlichen

Fühlern; es kann sich sehr weit ins Gehäuse zurückziehen. Im Vorsommer

setzt es mehrere Laiche, jeder 10-12 Eier enthaltend, ab.

~Varietäten.~ Nicht selten findet man Exemplare, bei denen auch die

Unterseite etwas gewölbt ist, so dass der Kiel mehr in die Mitte rückt

und auch von oben her sichtbar wird. Solche Formen, die ~Jan~ als

_Plan. submarginatus_ beschrieb, werden mitunter für die folgende Art

gehalten.

In schlammigen Teichen und Gräben, an Wasserpflanzen und schwimmenden

Blättern sitzend. Im Aquarium kriecht er gern aus dem Wasser am

Glase empor und klebt sich über dem Wasserspiegel mit der Unterseite

fest. Ich weiss nicht, ob das ganz freiwillig geschieht, aber manche

Exemplare mochte ich noch so oft ablösen und ins Wasser werfen, nach

kurzer Zeit fand ich sie wieder in der alten Stellung.

Die gerandete Tellerschnecke ist weiter verbreitet, als _corneus_,

fehlt aber auch im Dillthal und im oberen Lahnthal. Dagegen findet

sie sich in den Altwassern der Ohm bei Marburg und im botanischen

Garten daselbst, vielleicht eingeschleppt, wie _Hel. arbustorum_ und

_fruticum_. Bei Giessen habe ich sie nie gesehen. Bei Weilburg nach

~Sandberger~ selten; in einem Sumpfe bei Limburg (~Liebler~). In der

ganzen Rhein- und Mainebene allenthalben gemein.

100. Planorbis carinatus ~Müller~.

Gekielte Tellerschnecke.

_Syn._ _Helix planorbis_ ~Linné~.

Gehäuse scheibenförmig, sehr zusammengedrückt, unten bis auf den

letzten Umgang ganz flach, oben eingesenkt, blass hornfarben oder

horngrau, sehr fein gestreift und daher glänzend, meistens ohne

bituminösen Ueberzug. Der letzte Umgang ist auch nach unten etwas

gewölbt, der Kiel rückt dadurch ziemlich genau in die Mitte und ist von

beiden Seiten her gleich gut sichtbar; er ist noch schärfer abgesetzt,

wie bei der vorigen Art. Die einzelnen Umgänge nehmen rascher zu als

bei _marginatus_; sie greifen an der Oberseite stärker über einander,

als an der Unterseite und scheinen dadurch oben dichter gewunden,

als unten. Naht oben tief, unten nur sehr seicht. Mündung nach

aussen zusammengedrückt und zugespitzt, innen durch den Kiel auf der

Mündungswand stark ausgeschnitten. Dimensionen wie bei _marginatus_.

Thier grau mit hellerer, durchscheinender Sohle, am Saum mit

schwärzlichen Pünctchen; Fühler bleichröthlich.

Weniger flache Exemplare, die dadurch der in der Mitte gekielten

Varietät von _marginatus_ nahe treten, nannte ~Hartmann~ _Pl. dubius_,

von ~Charpentier~ _Pl. intermedius_; durch sie wird die Unterscheidung

mitunter erschwert, so verschieden eigentlich die extremen Formen sind;

besonders häufig werden an Orten, wo der ächte _carinatus_ fehlt,

Formen von _marginatus_ dafür gehalten.

Mehr in klaren, ruhigen Gewässern, in grösseren Teichen und Seen,

in unserem Gebiete nicht sehr verbreitet. Häufig bei Marburg (C.

~Pfr.~). Nicht häufig bei Hanau im Lamboiwald, Bulauwald, den Rückinger

Schlägen, bei Mühlheim, Dietesheim (~Speyer~). In den Mainzer

Festungsgräben (~Thomae~). Hier und da in der Mainebene; in der alten

Nied bei Nied und in einer Lache an der Chaussee daselbst (!).

101. Planorbis vortex ~Müller~.

Flache Tellerschnecke.

_Syn._ _Pl. compressus_ ~Michaud~.

Gehäuse ganz flach zusammengedrückt, flacher als bei einer anderen Art,

unten ganz platt, oben etwas ausgehöhlt, durchscheinend, schmutzig

gelb, etwas glänzend, fein gestreift. Die sieben Umgänge nehmen sehr

langsam zu, sind oben etwas convex, gewissermassen dachförmig, unten

ganz platt und greifen oben mehr auf einander über, als unten, so

dass die obere Spirale enger erscheint, als die der kaum geritzten

Unternaht. Der letzte Umgang ist verbreitert und geht nach aussen

allmählig in einen scharfen, aber nicht fadenförmig aufliegenden Kiel

über, der meist unter der Mitte herläuft. Mündung lanzett-herzförmig.

Höhe etwa 1 Mm., Breite 8-10 Mm.

Thier sehr schlank, braunröthlich mit weisslichen Fühlern. Trotz seiner

Dünne ist es unschwer aus dem Gehäuse zu entfernen.

Man findet sie mit Vorliebe in den mit Wasserlinsen bedeckten Gräben

und Teichen der Ebene; aus dem Gebirge und auch aus dem unteren

Lahnthal ist mir kein Fundort bekannt; dagegen ist sie in der ganzen

Mainebene und um Mainz, sowie rheinaufwärts im Ried gemein.

102. Planorbis contortus ~Müller~.

Runde Tellerschnecke.

Gehäuse klein, scheibenförmig, aber im Verhältniss zum Umfange ziemlich

hoch, oben nur wenig eingesenkt, unten perspectivisch genabelt, braun,

sehr fein und dicht gestreift. Die sieben nur sehr wenig zunehmenden

Umgänge sind von der Seite her zusammengedrückt und sehr eng, wie ein

Riemen, aufgerollt. Mündung etwas schief, schmal, mondförmig. Höhe

1,5 Mm., Br. 4-6 Mm.

Thier braunschwarz, Fühler aschgrau, durchscheinend, an den Spitzen

wenig verdickt. Es setzt im Vorsommer 5-10 Laiche ab, die immer nur

wenige Eier enthalten.

Auch diese Art fehlt an der oberen Lahn und im Dillthal. ~Sandberger~

fand sie selten bei Weilburg, ~Thomae~ um Idstein. In der Mainebene

um Frankfurt in allen Gräben und Lachen häufig. In Gräben am Hof

Goldstein. Bei Sulzbach (~Wiegand~). Bei Hanau häufig (~Speyer~). In

einem quelligen Teiche bei Niederrad.

103. Planorbis Rossmässleri ~Auerswald~.

Rossmässlers Tellerschnecke.

Gehäuse niedergedrückt, oben etwas vertieft, unten weit ausgehöhlt,

genabelt, braungelblich, äusserst fein gestreift und daher schwach

seidenglänzend. 4 fast stielrunde Umgänge ohne Kiel oder Kante, sehr

schnell an Breite zunehmend, so dass der letzte sehr vorwaltet. Mündung

durch die Mündungswand sehr wenig mondförmig ausgeschnitten, fast

senkrecht, ziemlich gerundet, jedoch fast immer etwas gedrückt und an

dem Puncte, wo Aussenrand und Innenrand in einander übergehen, mit

einer mehr oder weniger deutlichen Andeutung einer abgerundeten Ecke.

Mundsaum mit einer starken weissen Lippe, aussen mit einem feinen,

schwarzen Saum. Höhe 1½ Mm., Br. 5 Mm.

In Gräben um Frankfurt von Herrn ~Dickin~ gefunden.

104. Planorbis albus ~Müller~.

Weissliche Tellerschnecke.

_Syn._ _Pl. hispidus_ ~Vall.~, _villosus_ ~Poir.~, _reticulatus_

~Risso~.

Gehäuse ziemlich klein, bräunlich oder grauweisslich, selten rein

weiss, sehr fein netzförmig gestreift (nicht behaart, wie manche

angeben), daher etwas rauh und nur matt glänzend, oben ziemlich flach,

nur in der Mitte etwas eingesenkt, die untere weit genabelt. Umgänge

3-4, ungekielt, gerundet, der letzte im Verhältniss zu den übrigen

auffallend erweitert, so dass ~Hartmann~ das Gehäuse nicht mit Unrecht

posthornförmig nennt, und gegen sein Ende hin fast immer frei von dem,

das übrige Gehäuse bekleidenden Schmutzüberzuge. Mündung rundlich,

nur wenig durch das Hineinragen des letzten Umganges ausgeschnitten,

weit und sehr schief. Mundsaum geradeaus, scharf, oben auffallend

vorgezogen. Höhe 1-1½ Mm., Durchmesser 4-7 Mm.

Thier sehr klein, graubräunlich mit helleren Rändern; Fühler

fadenförmig, schmutzig-gelblich.

Diese Form steigt auch in die Gebirge empor und ist desshalb allgemein

verbreitet. Einzeln findet sie sich noch in der Lahn um Biedenkopf und

höher hinauf in der Perf. Im Weiher am Steinsler Hof bei Weilburg,

bei Braunfels, in der Weil (~Sandb.~). In den Anschwemmungen der Dill

(~Koch~). Im unteren Teich des Schlossgartens zu Biebrich, in der

Wellritzbach (~Thomae~). Einzeln im Main im todten Wasser. Selten

bei Hanau im Lamboiwald, Puppenwald, Ehrensäule, nächst dem Römerbad

neben der Chaussee nach Rückingen; bei Dietesheim, Hochstadt bei der

alten Ziegelei; im Metzgerbruch bei Frankfurt; in der Teufelskaute bei

Steinheim (~Speyer~). Im Waschteiche bei Niederrad häufig.

105. Planorbis laevis ~Alder~.

Glatte Tellerschnecke.

_Syn._ _Pl. cupaecola_ ~v. Gall.~, _Moquini_ ~Req.~, _glaber_

~Jeffreys~, _regularis_ ~Hartm.~

Gehäuse niedergedrückt, beiderseits im Centrum vertieft, dünn,

durchscheinend, schmutzig hellgrüngelblich, sehr fein gestreift,

glänzend; Umgänge 4, gedrückt-stielrund, ohne Kante, ziemlich schnell

zunehmend; Mündung sehr schief, quer eiförmig-gerundet, kaum etwas

mondförmig ausgeschnitten; Mundsaum durch eine dünne aufgedrückte

Lamelle zusammenhängend, dünn, einfach. Höhe 1 Mm., Durchmesser 4 Mm.

Zunächst mit _albus_ verwandt, aber durch die Kleinheit, den Mangel

der Sculptur, sowie die geringere Erweiterung des letzten Umganges

davon genügend unterschieden. Diese erst von wenigen Fundorten bekannte

Tellerschnecke wurde nach einer gütigen Mittheilung des Herrn Professor

~Sandberger~ im Sommer 1869 durch Herrn A. ~Römer~ in mehreren

Exemplaren im Salzbach bei Wiesbaden entdeckt.

106. Planorbis leucostoma ~Michaud~.

Weisslippige Tellerschnecke.

Gehäuse scheibenförmig, niedergedrückt, oben etwas concav, unten flach,

röthlich gelb, durchscheinend, fast ganz fein gestreift, glänzend,

gewöhnlich mit einem schwärzlichen Ueberzuge bedeckt; die 6 sehr

langsam zunehmenden Umgänge sind oben sehr stark gewölbt, unten sehr

flach, der äusserste ist nur sehr wenig breiter, als der vorletzte; er

hat nach unten hin eine stumpfe Kante, auf der die Unternaht, die, wie

auch die obere, stark bezeichnet ist, hinläuft. Mündung fast gerundet,

durch die Kante aussen nur schwach eckig, ohne herzförmigen Ausschnitt,

innen mit einer schwachen, weissen Lippe. Höhe ¾-1 Mm., Br. 4-6 Mm.

Thier grau, Fühler weisslich und so lang als Kopf und Fuss des Thiers

zusammen.

Diese Form scheint in unserem Gebiet selten zu sein. ~Sandberger~ fand

sie selten in der Lahn bei Weilburg, ~Thomae~ bei Mombach. Ich selbst

fand sie nicht selten im Lahngenist bei Biedenkopf. Bei Mönchbruch

(~Ickrath~).

107. Planorbis spirorbis ~Müller~.

Gekräuselte Tellerschnecke.

Gehäuse scheibenförmig, auf beiden Seiten etwas concav, meist mehr

auf der unteren, gelblich, glatt, ziemlich glänzend, mit Ausnahme des

letzten Umganges von Schmutz bedeckt. 5 Umgänge, rascher zunehmend,

als bei _leucostoma_, stielrund, unten etwas abgeplattet, mit einer

schwachen, stumpfen Kante. Mündung gerundet, Mundsaum innen mit einer

ziemlich starken, weissen Lamelle belegt, die aussen durchscheint;

Mündungsränder auf der Mündungswand durch eine glänzende Lamelle

verbunden. Höhe ¾-1,5 Mm., Breite 3-5 Mm.

Thier roth mit braunem Kopf und Hals; Fühler hellroth, Augen schwarz.

In den Mombacher Sümpfen nicht selten (~Thomae~). Nicht selten um Hanau

an vielen Puncten (~Speyer~).

108. Planorbis cristatus ~Draparnaud~.

Kleinste Tellerschnecke.

_Syn._ _Pl. nautileus_ ~Gmel.~, _imbricatus_ ~Müll.~

Gehäuse sehr klein, ziemlich plattgedrückt, gekielt, oben fast

flach, unten offen genabelt, zerbrechlich, zart, durchscheinend,

etwas glänzend, meist aber mit Schlamm überzogen. Umgänge drei, sehr

schnell zunehmend, an den Seiten zahnartig gerippt, die Rippen oben

vorspringend, aber bei älteren mitunter ganz verschwindend. Mündung

schief, länglich rund, Mundsaum zusammenhängend, der rechte Rand

abgerundet vorgezogen, der linke seicht ausgebuchtet. Höhe 0,5 Mm.,

Breite 1-1,5 Mm.

Thier gelblichgrau. Lebt im stehenden Wasser an faulenden

Pflanzenstoffen.

In der Salzbach an der Kupfermühle, sehr selten (A. ~Römer~). Zwischen

Mombach und Budenheim (~Thomae~). In stehendem Wasser um Frankfurt

(~Heynem.~). Im Rüstersee bei Frankfurt; an der Chaussee von Hanau nach

Rückingen neben dem Römerbade links (~Speyer~).

109. Planorbis complanatus ~Draparnaud~.

Linsenschnecke.

_Syn._ _Pl. fontanus_ ~Mont.~ (_non_ ~Linné~), _Pl. lenticularis_

~Sturm~, _Pl. nitidus_ der Engländer.

Gehäuse vollkommen linsenförmig, von beiden Seiten her gleichmässig

abgeflacht und durch den scharfen Kiel in zwei Hälften getheilt, zart,

durchsichtig, sehr fein gestreift, gelblich hornfarbig. Die 4 Umgänge

greifen etwas weniger auf einander über, besonders oben, als bei der

folgenden Art, desshalb ist die Spirale verhältnissmässig grösser,

Unterseite mit deutlichem, ziemlich engem Nabelloch, Mündung spitz

herzförmig, Mundsaum einfach; Aussenrand nicht sehr vorgezogen. Höhe

1 Mm., Br. 3 Mm.

Thier graugelblich mit 2 von den Fühlern ausgehenden dunkleren Linien

über den Rücken, Augen schwarz.

An faulenden Blättern und Stengeln in stehenden Wässern. Im Salzbach

bei Wiesbaden nicht selten an Ceratophyllum (A. ~Römer~). Im

Metzgerbruch bei Frankfurt. Im Lamboiwald und an der Ehrensäule bei

Hanau (~Speyer~). In der alten Nied; in einer Lache an der Chaussee vor

Nied, aber nicht mit _nitidus_ zusammen, wie ~Rossmässler~ als Regel

angibt.

110. Planorbis nitidus ~Müller~.

Glänzende Tellerschnecke.

_Syn._ _~Segmentina lineata~_ der Engländer.

Gehäuse klein, oben gewölbt, unten ziemlich flach genabelt, gekielt,

aber der Kiel mehr nach unten gerückt, als bei voriger Art, glänzend,

durchscheinend, fein gestreift, braungelb. Die 3-4 Umgänge greifen weit

übereinander und werden durch den scharfen, aber nicht abgesetzten

Kiel in zwei ungleiche Hälften getheilt. Obernaht eine feine Spirale,

Unternaht in dem engen Nabelloch nicht sichtbar. Mündung des weit

vorgezogenen Mundsaumes wegen sehr schief, etwas schief herzförmig;

Mundsaum einfach, braun gesäumt, bogig. Im Inneren des letzten Umgangs

findet man an zwei ganz bestimmten Puncten, 2 Mm. und 3,5 Mm. von

der Mündung entfernt, das Lumen durch drei schmale, glänzend weisse

Lamellen verengt, die nur eine schmale, dreistrahlige Figur zwischen

sich lassen. Höhe 1-1½ Mm., Breite 3-4,5 Mm.

Thier schwarzbraun mit gelblichen Fühlern.

Die eigenthümlichen Verengerungen im Inneren unterscheiden diese Art

von allen anderen Planorben, und man hat sie desshalb als _Segmentina_

abtrennen wollen. ~Rossmässler~ macht schon im ersten Hefte der

Iconographie darauf aufmerksam, dass die Scheidewände, die etwas an

die Kammern der Ammoniten erinnern, immer in derselben Entfernung von

der Mündung stehen, und dass man nie mehr als zwei findet; entweder

bildet sie das Thier erst nach Vollendung des Gehäuses, dann wären die

kleineren Exemplare ausgewachsen, -- man findet aber nie Exemplare ohne

Scheidewände, -- oder es bricht sie von Zeit zu Zeit ab und baut neue

weiter vor.

In Teichen und Lachen an faulenden Rohrstengeln und Blättern, besonders

zwischen den faulenden Baumblättern am Boden; wo sie vorkommt, gemein,

aber im Gebirge ganz fehlend.

Im Bienengarten bei Nassau, selten, in den Mombacher Sümpfen

(~Thomae~). Bei Frankfurt am Sandhof, auch sonst in stehenden

Gewässern. Um Hanau nicht selten (~Speyer~). In der Alberslache bei

Schwanheim (~Ickrath~).

Zwanzigstes Capitel.

XVIII. ANCYLUS ~Geoffroy~.

Mützenschnecke.

Gehäuse napf- oder mützenförmig, mit einer kurzen je nach der Art nach

rechts oder links gewandten Spitze als Andeutung des Gewindes.

Thier die Schale ganz ausfüllend, aber sich nie aus derselben

herausstreckend, mit einer breitlappigen Oberlippe am Kopfe und

kurzen, cylindrischen, zusammenziehbaren Fühlern, an deren inneren

Seite die Augen sitzen. Fuss kurz, elliptisch. Kiefer aus mehreren

Stücken zusammengesetzt. Zunge bandförmig verlängert, die Zähnchen

alle gleichgestaltet, aber nach dem Rande hin an Grösse abnehmend, die

Reihen schräg gestellt. Athemöffnung und Geschlechtsöffnung liegen bei

der einen Art links, bei der anderen rechts, und zwar immer der Windung

entgegengesetzt. Die männliche Geschlechtsöffnung liegt hinter dem

entsprechenden Fühler, die weibliche weiter zurück, so dass sie sich

nur abwechselnd, nicht wechselseitig begatten können. Doch findet man

hier nie Ketten zusammenhängend, wie bei den Limnäen. Beim Kriechen

erscheinen nur die Fühler über dem Rande der Schale, nie der Fuss.

Man hat diese Schnecken, die ganz einer _Patella_ im Kleinen gleichen,

lange für Kiemenathmer gehalten und zu den _Cyclobranchien_ gestellt;

ihre Athmungswerkzeuge sind aber dieselben, wie bei den Limnaeen.

In neuerer Zeit trennt man die beiden bei uns vorkommenden Arten von

einander und nennt die linksgewundene Art als Gattung _Acroloxus_ oder

_Velletia_.

Sie legen 4-6 Eier auf einmal, in eine sternförmige Figur angeordnet;

Entwicklung wie bei Limnaea.

Es kommen bei uns die beiden deutschen Arten vor, _A. fluviatilis_

mit mehr runder Basis und rechtsgewunden, und _A. lacustris_ mit

schmal-ovaler, länglicher Basis und linksgewunden. Exemplare von

_fluviatilis_, bei denen ein Perpendikel vom Wirbel über das Gehäuse

hinausfällt, nennt F. ~Schmidt~ in Laibach _deperditus_; eine gute

Art dürfte es schwerlich sein. Ausserdem hat Herr ~Bourguignat~ das

Geschlecht mit einer Unzahl neuer Arten bereichert, die wir aber auf

sich beruhen lassen wollen.

111. Ancylus fluviatilis ~Linné~.

Runde Mützenschnecke.

Gehäuse napfförmig, graubräunlich, glanzlos, innen glatt, glänzend,

bläulichweiss; die Spitze nahe am hinteren Rand stehend, selbst über

denselben hinausragend, rechtsgewunden. Mündung ziemlich rund. Höhe

2-3 Mm., Längsdurchmesser 3-6 Mm., Querdurchmesser 2-4 Mm.

Thier durchscheinend, oben grauschwärzlich, Sohle heller, mit

deutlichen schwarzen Augen. Athem- und Geschlechtsöffnungen auf der

linken Seite. Sehr langsam, meist stillsitzend.

In fliessenden Gewässern an Steinen, im heissen Sommer oft über dem

Wasserspiegel angeklebt. In allen Bächen und Flüssen gemein. Aus der

Schwalbach bei Cronthal erhielt ich durch Herrn ~Wiegand~ Exemplare mit

einem eigenthümlichen graubraunen Algenüberzug, der auf allen Gehäusen

gleichmässig festsass und ihre Dicke beträchtlich erhöhte.

112. Ancylus lacustris ~Linné~.

Längliche Mützenschnecke.

Gehäuse länglich eirund, von beiden Seiten her etwas zusammengedrückt,

ziemlich flach gewölbt, sehr dünn, durchscheinend, zerbrechlich,

gelbbräunlich, innen weisslich, etwas glänzend; mitunter fein

concentrisch gestreift. Wirbel mehr in der Mitte stehend,

linksgewunden. Länge 3-5 Mm., Breite 1,5-2 Mm.

Thier durchscheinend, gelblichgrau, mit sehr kurzen Fühlern;

Athemöffnung und Genitalöffnungen auf der rechten Seite.

Nur in stehenden Gewässern an den Schilfrohren sitzend, wo es ganz

den Eindruck einer festgesogenen Schildlaus macht. Nur in der Ebene.

Im unteren Teiche des Biebricher Gartens (~Thomae~). Im Metzgerbruch

(~Dickin~). Um Hanau gemein in Teichen, Tümpeln, Sümpfen und Feldgräben

(~Speyer~). In einem quelligen Teiche vor Niederrad; in der alten

Nied und in einer Lache an der Chaussee vor Nied (!) Bei Mönchbruch

(~Ickrath~).

Einundzwanzigstes Capitel.

B. DECKELSCHNECKEN, Operculata.

~1. Gedeckelte Landschnecken.~

Terrestria.

Fauna der Nassauischen Mollusken · 第 17 / 25 段