Ihre Eier, von denen sie mehrere Häufchen, jedes von 20-30 Stück unter

Moos und Rinde absetzen, sind einfach eiförmig, im Gegensatz zu denen

der anderen Limaxarten, die kugelrund oder in eine Spitze ausgezogen

sind.

Allenthalben im Frankfurter Wald und im Taunus. (~Heyn.~) Um Biedenkopf

von mir nicht selten, aber immer nur einzeln, an moosigen Mauern und

Brücken gefunden. In Buchenwaldungen um Dillenburg häufig. (~Koch~).

Siebentes Capitel.

V. VITRINA ~Drp.~

Glasschnecke.

~Gehäuse~ ungenabelt, aus wenigen, schnell zunehmenden, fast horizontal

entwickelten Windungen bestehend, kugelig bis ohrförmig, mit fast

verschwindendem Gewinde, durchsichtig, sehr zerbrechlich, stark

glänzend. Mündung gross, Mundsaum einfach, Spindelrand bogenförmig

ausgeschnitten, bei einigen Arten häutig.

~Thier~ schlank, gestreckt, im Verhältniss zum Gehäuse sehr gross;

der quergerunzelte Mantel schickt einen zungenförmigen Fortsatz aus,

welcher sich an die rechte äussere Wand des Gehäuses anlegt; er ist,

auch wenn das Thier ruht, immer in Bewegung und erhält dadurch das

Gehäuse glatt. Fuss ziemlich kurz, spitz. Vier Fühler, die oberen lang

und schlank, die unteren kurz. Athemöffnung auf der rechten Seite an

der Basis des Mantellappens; Geschlechtsöffnung rechts in der Mitte des

Halses. Kiefer glatt, gebogen, mit einem Vorsprung in der Mitte. Zunge

in drei Felder getheilt; die Zähnchen des Mittelfeldes sind dreispitzig

und bilden eine ziemlich gerade Linie ohne besonders ausgezeichneten

Mittelzahn; die Seitenzähne sind klein, stachelförmig verlängert und

bilden mit der Mittelreihe einen nach hinten offenen Winkel.

Die Vitrinen sind sehr auf die Feuchtigkeit angewiesen; die gesammelten

vertrocknen meist, ehe man sie nach Hause bringt, wenn man sie nicht in

lebendes Moos packt oder in ein luftdicht verschlossenes Glasröhrchen

setzt. In der Gefangenschaft kann man sie deshalb fast nur auf dem

Felsen des Aquariums halten. Sie leben nur an feuchten Orten, unter

Laub, Moos und Steinen, besonders im Gebirge. In unseren Gegenden sind

sie am muntersten in der kühlen Jahreszeit, man findet sie selbst unter

dem thauenden Schnee. Im Sommer dagegen finden sie sich nur an ganz

feuchten Stellen, z. B. in Hochgebirgen in der Nähe der Schneegränze

und im Moos in der Umgebung von Quellen. An trockenen Stellen findet

man sie dann oft in Menge todt; so fand ich sie zu Tausenden schon im

Mai unter den Randgebüschen der Mombacher Haide. Sie nähren sich von

vermodernden Substanzen, aber auch von anderen Schnecken; ich fand sie

mitunter gesellig in Pilzen, in die sie tiefe Löcher gefressen hatten.

Eier rund mit häutiger Schale; sie werden in kleinen Häufchen unter

Laub und Moos abgesetzt.

Im Gebiete unserer Fauna sind bis jetzt fünf Arten beobachtet worden,

welche sich in folgender Weise unterscheiden:

A. Schlanke Formen mit flachem häutigem Spindelrand, der sich in

scharf markirter Kiellinie gegen den gewölbten Theil des letzten

Umgangs absetzt.

a. 2 Umgänge, Gehäuse ohrförmig, wie bei _Daudebardia_,

grünlichgelb. Höhe 1¾ Mm., Länge 4 Mm.

_V. elongata_ ~Drp.~

b. 2½ Umgänge, Gewinde etwa die Hälfte des ganzen Gehäuses

ausmachend; in der Mitte des Spindelrandes steht die Kiellinie

ebensoweit von dem Rande ab, als die Projection des gewölbten

Theiles vom letzten Umgange beträgt.

_V. Heynemanni_ C. ~Koch~.

c. 2½-3 Umgänge, Gewinde die Hälfte des Gehäuses; Kiellinie

in der Mittellinie halb so weit abstehend vom Spindelrand, als

die Projection beträgt.

_V. diaphana_ ~Drp.~

B. Gedrungenere, mehr kugelige Formen mit grösserem Gewinde und

ohne häutigen Spindelsaum, 3-3½ Windungen.

a. Gehäuse fast kugelig, wenig in die Quere verbreitert. Mündung

fast kreisrund, Thier grau mit dunklerem Mantel.

_V. pellucida_ ~Müll.~

b. Gehäuse flacher, mehr in die Quere verbreitert, Mündung gestreckt

elliptisch, Thier schieferblau mit dreifarbiger Sohle.

_V. Draparnaldi_ ~Cuvier~.

16. Vitrina elongata ~Draparnaud~.

Ohrförmige Glasschnecke.

_Syn._ _Hel. semilimax_ ~Fér.~ père.

Gehäuse länglich ohrförmig, aus kaum zwei Umgängen bestehend, ganz

niedergedrückt und sehr stark nach der rechten Seite hin ausgezogen,

sehr dünn und zart, grünlichgelb gefärbt, vollkommen durchsichtig;

Gewinde punctförmig, kaum ein Drittel des ganzen Gehäuses ausmachend;

der Spindelrand mit breitem Hautsaum, dessen Breite das doppelte der

Projection von dem gewölbten Theile des letzten Umganges beträgt,

in der Nabelgegend gleichmässig verschmälert auslaufend und bis zum

vorderen Theil der Mündung reichend. Länge 4 Mm. Breite 2,75 Mm. Höhe

1,75 Mm.

Thier auffallend grösser als das Gehäuse, hellgrau. Mantel mit

schwarzen Pünctchen und Flecken; der Mantelfortsatz bedeckt die ganze

Mündung. Sohle sehr schmal, schmutzig weiss.

Diese kleine, sehr lebhafte Vitrine scheint in unserem Gebiete selten

zu sein. Bis jetzt wurde sie nur im Hohlwege nach dem alten Geisberg

bei Wiesbaden von A. ~Römer~ und am Altkönig und bei Cronberg von

dem verstorbenen Schöffen von ~Heyden~ beobachtet, dürfte aber wohl

noch an mehr Puncten im Taunus vorkommen, wenn man im ersten Frühjahr

nachsuchte.

17. Vitrina Heynemanni C. ~Koch~.

_Syn._ _V. diaphana var._ C. ~Koch~ und ~Sandb.~ Beiträge etc.

Gehäuse länglich ohrförmig, zart, grünlichgelb gefärbt und vollkommen

durchsichtig; 2½ Umgänge, welche aus punctförmiger Spira rasch

zunehmen; Mündung verlängert, Spindelrand mit breitem Hautsaum, dessen

Breite in der Mitte des Spindelrandes dieselbe Dimension hat, wie die

Projection des gewölbten Theils am letzten Umgang beträgt, in der

Nabelgegend in gleichbreitem Spiralband fortsetzt und nach dem Centrum

plötzlich verschmälert ausläuft und nicht ganz bis zum vorderen Theil

der Mündung reicht; die Kiellinie gegen den gewölbten Theil des letzten

Umgangs ist sehr scharf markirt; das Gewinde macht nicht ganz die

Hälfte des Gehäuses aus. Länge 6 Mm. Breite 4¼ Mm. Höhe 3 Mm.

Thier viel grösser als das Gehäuse, 12-15 Mm. lang, gestreckt, aber

plumper gebaut als bei _elongata_ und _diaphana_; der Mantel ragt weit

aus dem Gehäuse hervor, ist dunkelgrau gefärbt und stark querrunzelig;

der Mantellappen grau mit schwärzlichem Saum, die Spira nicht deckend.

Hals mässig unter dem Mantel hervorragend, aschgrau gefärbt mit grob

gekörneltem Kiel zwischen zwei weisslichen Vertiefungen; Stirne und

Seiten grob gekörnelt, dagegen Hals und Rücken querrunzelig mit

deutlicher Streifung von hellerem und dunklerem Grau. Fuss auffallend

hoch mit stumpfer, undeutlicher Körnelung, fast glatt. Fühler

gedrungen, conisch zugespitzt, mit feiner, quergestellter Körnelung.

(C. ~Koch~).

Diese Form unterscheidet sich von der folgenden schon durch die

hellere Farbe des Thieres, und durch ihre Lebensweise. Sie hält sich

in Waldsümpfen auf, zwischen _Chrysosplenium oppositifolium_ unter der

Bodendecke. Ihre Hauptentwicklung fällt in den Spätherbst und Anfang

des Winters; im October legt sie ihre Eier in feuchte Walderde. Bis zum

Frühjahr dauert sie an den bis jetzt beobachteten Fundstellen nicht aus.

Im Breitscheider Walde, bei Langenaubach und bei Oberdresselndorf am

nördlichen Abhang des Westerwaldes an Stellen, wo Tertiärschichten

zwischen Basalten auftreten und es das ganze Jahr hindurch feucht ist.

Bei Langenaubach ist sie zur günstigen Jahreszeit sehr häufig, sie

wurde dort von Dr. C. ~Koch~ schon 1844 beobachtet und in den Beiträgen

zur Molluskenfauna von ~Sandberger~ und ~Koch~ (Jahrbuch des nass.

Vereins VII) als Varietät von _V. diaphana_ angeführt.

18. Vitrina diaphana ~Draparnaud~.

_Syn._ _Helix limacina_ ~von Alten~. -- _Hyalina vitrea_ ~Studer~.

Gehäuse länglich niedergedrückt, stumpfohrförmig erweitert, zart,

glashell oder grün, vollkommen durchsichtig und stark glänzend;

vollkommen ausgewachsene Exemplare haben 2½ und selbst 3 Umgänge;

Rossmässler gibt nur zwei an und scheint demnach ein unfertiges

Exemplar vor sich gehabt zu haben. Gewinde etwas stärker, als

bei voriger Art, die Hälfte des Gehäuses ausmachend, der häutige

Spindelrand ist schmäler und weniger deutlich abgesetzt als bei der

vorigen Art; seine Breite beträgt in der Mitte des Randes nur die

Hälfte von der Projection des gewölbten Theiles vom letzten Umgang;

die Kiellinie verschwindet nach dem Nabel hin und fällt nach dem

vorderen Theile der Mündung hin im letzten Viertel mit dem Spindelrande

zusammen. Höhe 4-5 Mm. Breite 6-7 Mm.

Thier mit braunem, schwarzpunctirtem Mantel, sonst hellgrau, der

Mantelfortsatz fast das ganze Gehäuse bedeckend; Sohle in der Mitte

weisslich, an den Rändern dunkelgrau.

Diese Form kommt, soviel mir bekannt ist, nur an einem einzigen Puncte

in unserer Gegend vor, nämlich in einem Weidengebüsch dicht am Main

bei Mühlheim; sie wurde daselbst von Herrn ~Kretzer~ in Mühlheim

aufgefunden und ist im Frühjahr sehr häufig; wahrscheinlich stammt sie

aus dem Spessart.[8]

19. Vitrina pellucida ~Müller~ (non ~Drp.~).

Kugelige Glasschnecke.

_Syn._ _Helix limacoides_ ~von Alten~. -- _Vitrina beryllina_ Carl

~Pfeiffer~.

Gehäuse niedergedrückt kugelig, ziemlich glatt, grünlich, vollkommen

durchsichtig, 3½ Umgänge, der letzte nur wenig in die Quere

verbreitert; Mündung mondförmig rund, gross. Höhe 3-4 Mm. Breite 4-5 Mm.

Thier fahlhellgrau oder weisslich, ziemlich durchscheinend, Mantel

dunkel, schwarzpunctirt, der Mantelfortsatz kleiner, als bei den

anderen Arten; Sohle gelblichweiss.

Allenthalben in Nassau nicht selten, besonders in den gebirgigeren

Theilen. Man findet sie meistens gesellig unter Steinen und Laub,

besonders häufig im Spätherbst und Winter. Auf Ruinen, am Fusse alter

Mauern und in Buchenwäldern mit Quellen wird man sie nicht leicht

irgendwo vermissen. Gesammelt wurde sie bis jetzt: an vielen Orten um

Wiesbaden, Ruine Sonnenberg, Stein, Nassau, Runkel, Idstein (~Thomae~),

Weilmünster (~Sandberger~), bei Breitscheid, im Feldbacher Wäldchen,

bei Burg und Langenaubach (~Koch~), an vielen Puncten um Frankfurt und

im Taunus (~Heynemann~); bei Soden (C. von ~Heyden~); an vielen Puncten

um Biedenkopf von mir. Auffallend ist das massenhafte Vorkommen auf der

Mombacher Haide; ich fand im Mai 1870 tausende von leeren Exemplaren

unter dem abgefallenen Laub der kümmerlichen Büsche am Rande nach der

Hartmühle hin, an Stellen, die das ganze Jahr hindurch trocken sind.

~Koch~ im Nachr. Bl. 1871 Nro II vermuthet, dass sie vielleicht als Art

von _pellucida_ verschieden sei.

20. Vitrina Draparnaldi ~Cuvier~.

Grosse Glasschnecke.

_Syn._ _V. pellucida_ ~Drp.~ (_non_ ~Müller~); _V. major_ ~Fér.~; _V.

Audebardi_ ~Fér.~

Gehäuse flacher, als das von _pellucida_ und bedeutend grösser, dünn,

zart, glashell feingestreift, und dadurch etwas weniger glänzend, als

_pellucida_; 4 Umgänge, der letzte stärker in die Quere verbreitert, so

dass die Mündung eine gestreckt elliptische Form annimmt. Höhe 3-4 Mm.

Breite 5-8 Mm.

Thier gross, hellgrau mit dunkel schieferblauem Mantel, dessen

Fortsatz gross genug ist, um fast das ganze Gewinde zu bedecken. Sohle

deutlich in ein weisses Mittelfeld und zwei schieferblaue Seitenfelder

geschieden.

Diese ausgezeichnete Form ist in Nassau dem Anschein nach sehr

verbreitet und häufig, ist aber dennoch lange übersehen oder mit

anderen Formen verwechselt worden, obschon sie sich von _pellucida_

schon durch die Grösse und die dreifarbige Sohle, von _diaphana_ durch

den Mangel des häutigen Spindelrandes und die Grösse des Gewindes

unterscheidet. Sie gleicht in ihrer Lebensweise der _pellucida_ und

kommt mit ihr zusammen vor. Sie wurde zuerst von ~Heynemann~ auf der

Ruine Hattstein im Taunus gefunden, dann auch von dem Schöffen ~von

Heyden~ bei Rüdesheim; später an mehreren Puncten. Im Wolkenbruch bei

Wiesbaden (~Lehr~); bei Stein und Nassau sehr häufig (~Servain~); um

Dillenburg die häufigste Vitrine (~Koch~). Ich fand sie nicht selten an

verschiedenen Puncten um Biedenkopf, besonders an feuchten Waldstellen

im Martinswald. -- Bei Schlangenbad (C. ~von Heyden~). -- Bei Weilburg

im Gebück (~Sandberger~ brieflich).

Achtes Capitel.

b. HELICEA, Schnirkelschneckenartige.

VI. HYALINA ~Gray~.

Glanzschnecken.

_Syn._ _Zonites_ Ad. ~Schmidt~ _ex parte_.

Gehäuse meistens genabelt, durchscheinend, glänzend, glashell oder

hornbraun, mit 5-7 regelmässig zunehmenden Umgängen, von denen

der letzte nicht oder nur wenig nach unten gerichtet, gegen die

Mündung meistens erweitert ist. Das Gewinde ist fast stets flach,

niedergedrückt, nur bei einer Art kegelförmig erhoben. Mündung gerundet

mondförmig, Mundsaum dünn, scharf, gerade, ohne Spindelhäutchen.

Das Thier ist dem von _Helix_ äusserlich ganz gleich; es unterscheidet

sich wesentlich nur durch Kiefer und Zunge. Der Kiefer ist bei

_Hyalina_ halbmondförmig mit einem kleinen, aber scharf vortretendem

Zahne am concaven Rand und auf der Oberseite vollkommen eben, während

er hier bei den Helixarten mit Längsrippen versehen ist. Die Zunge hat

in der Mitte kurze, dreispitzige, an den Seiten längere, haken- oder

dornförmige, ungetheilte Zähne. Da die mittleren eine gerade Reihe

bilden, an die sich zu beiden Seiten die Seitenzähne im schiefen Winkel

anschliessen, zerfällt die Zunge sehr deutlich in drei Längsfelder, was

bei Helix durchaus nicht so deutlich ist.

Das Thier selbst ist zart und schlank; die Athemöffnung mündet an

der rechten oberen Seite des Halses, die Oeffnung des einfachen

Geschlechtsapparates ist etwas weiter unten. Die Geschlechtsorgane

sind einfacher, als bei Helix, ohne Pfeilsack und Schleimdrüsen; das

Flagellum ist sehr kurz oder fehlt ganz.

Sämmtliche Hyalinen leben an feuchten, moderigen Stellen, unter

faulem Holz, Steinen, oder im Mulm; sie nähren sich von vermodernden

Vegetabilien, aber auch von Pilzen und thierischen Stoffen, wie die

im Kieferbau ihnen verwandten Vitrinen und Limaxarten. Für frische

Pflanzenstoffe ist ihr Gebiss weniger geeignet, als das der ächten

Helices.

Die Hyalinen sind allgemein verbreitet; sie leben bis zu bedeutenden

Höhen und hohen Breiten. Meistens findet man mehrere Arten zusammen

an einem Fundorte. Sie legen ihre mit häutiger oder kalkiger Schale

umgebenen Eier einzeln in feuchte Erde.

~Albers-Martens~ führt als in Deutschland vorkommend 12 Arten an,

von denen acht in Nassau aufgefunden sind. Bei der schwierigen

Unterscheidung, besonders der kleinen Arten, dürfte noch eine oder die

andere Art hinzukommen. Sie lassen sich folgendermassen unterscheiden:

A. Gehäuse niedergedrückt oder flach gewölbt, _Hyalina_ im engeren

Sinne.

a. Gehäuse weit genabelt, so dass der zweite Umgang im Nabel

noch sichtbar ist.

Umgänge 4½, Gehäuse fettglänzend, gelbgrau, unten heller,

Mündung rund, Durchmesser 7-9 Mm.

_H. nitidula_ ~Drp.~

Ebenso, aber der letzte Umgang sehr in die Quere verbreitert,

die Mündung nach unten gezogen.

_H. nitens_ ~Mich.~

Umgänge 4, Gehäuse glänzend, einfarbig horngelb bis

grünlich, Durchmesser 4-5 Mm.

_H. nitidosa_ ~Fér.~

Umgänge 6, Gehäuse fast scheibenförmig niedergedrückt,

stark glänzend, oben grünlich horngelb oder grünweisslich, unten

weisslich. Durchmesser 11-13 Mm.

_H. cellaria_ ~Müll.~

Umgänge 5, Gehäuse etwas kugelförmig, niedergedrückt,

rothgelb, Thier blauschwarz. Durchmesser 6-7½ Mm.

_H. nitida_ ~Müll.~

b. Gehäuse enggenabelt, feindurchbohrt oder ungenabelt.

Umgänge 4½, Gehäuse feindurchbohrt, glashell, glatt.

Durchmesser 3½-4 Mm.

_H. crystallina_ ~Müll.~

Umgänge 5, Gehäuse genabelt, glashell, die Naht tief,

Windungen höher, als bei _crystallina_, in der Mündung eine

weisse Lippe, Durchmesser 4-4½ Mm.

_H. subterranea_ ~Bourg.~

Umgänge 6, Gehäuse ungenabelt, glashell, sehr dicht gewunden,

Durchmesser 4-4½ Mm.

_H. hyalina_ ~Fér.~

B. Gehäuse kegelförmig (_Conulus_ ~Fitz.~), Umgänge 6, Gehäuse

ungenabelt, horngelb; Durchmesser 3½-4 Mm., Höhe 3 Mm,

_H. fulva_ ~Müll.~

21. Hyalina nitidula ~Draparnaud~.

Gemeine Glanzschnecke.

Gehäuse weit und tief genabelt, etwas kugelig, gedrückt, oben und

unten convex, dünn, durchscheinend, fettglänzend, fast glatt, oben

hellrothbraun, unten um den Nabel milchweisslich, aus 4½, sich wenig

erhebenden, walzenförmigen Umgängen, die sehr langsam zunehmen,

bestehend. Mündung rundmondförmig; Mundsaum einfach, scharf, nicht

geschweift; Nabel offen und tief. Höhe 3-3½ Mm., Durchmesser 7-9 Mm.

Thier hellschieferblau, auf dem Rücken und an der Fussspitze dunkler.

Diese Art unterscheidet sich von der nächstverwandten _H. cellaria_

durch die stärkere Erhebung des Gewindes und die geringere Zahl der

Umgänge, von _H. nitens_ durch die einfach runde, nicht oder nur ganz

unbedeutend quer erweiterte Mündung. Sie lebt in schattigen, feuchten

Wäldern und Hecken unter Laub, Steinen und faulem Holz und ist ziemlich

allenthalben verbreitet. An alten Baumstämmen im Nerothal (~Thomae~).

Im Gebück bei Weilburg (~Sandb.~). Im Feldbacher Wäldchen, bei Erdbach,

Langenaubach und Breitscheid bei Dillenburg (~Koch~). Im Frankfurter

Wald, im Taunus (~Heyn.~ ~Dickin~). Bei Hanau selten, bei Bischofsheim

und unterhalb Hochstadt (~Speyer~). Am Wurzelborn im Schwanheimer Wald.

(!) Um Biedenkopf allenthalben, aber ziemlich einzeln; am häufigsten in

feuchten Waldthälchen unter dem Laub.

22. Hyalina nitens ~Michaud~.

Weitmündige Glanzschnecke.

Gehäuse gewölbt, niedergedrückt, offen und ziemlich weit genabelt,

dünn, durchsichtig, matt glänzend, oben hellbraungelb, unten weisslich,

sehr wenig gestreift, fast glatt; 4½ Umgänge, von denen der letzte

grösser und besonders am Ende sehr verbreitert und herabgebogen ist,

wodurch Wirbel und Nabel sehr ausser dem Mittelpunct zu stehen kommen;

Naht wenig vertieft; Mündung eiförmig, nur wenig ausgeschnitten,

herabgebogen. Mündung geradeaus, einfach, scharf, geschweift.

Dimensionen wie bei der vorigen.

Thier heller oder dunkler schiefergrau mit dunkelblaugrauen Oberfühlern

und Rücken.

Diese Art ist eine entschieden südliche Form, die in unseren Gegenden

bei weitem nicht die Grösse erreicht, wie im Süden, wo sie der _H.

cellaria_ nichts nachgiebt. Von manchen, z. B. ~Bielz~, wird ihre

Artselbstständigkeit bezweifelt und sie als Varietät zu der vorigen

gezogen. Meiner Ansicht nach kann diess nur Folge einer Verwechslung

sein, indem man Formen von _nitidula_ mit etwas erweiterter Mündung für

_nitens_ hält; die ächte _nitens_ ist jedenfalls eine selbstständige

Art.

Sie findet sich mit der vorigen, aber seltener. Bei Mombach (~Thomae~).

Um Dillenburg in schattigen Wäldern auf Kalkboden; selten bei Erdbach

an den Steinkammern; am Wildweiberhäuschen bei Langenaubach (~Koch~).

Im Schürwald an der Babenhäuser Chaussee bei Frankfurt (~Dickin~).

Aeusserst selten im Puppenwalde bei Hanau (~Speyer~). Auf der Ruine

Frankenstein bei Darmstadt (~Ickrath~). Auf dem Falkenstein im Taunus

(~Ickrath~). Am Schlossberg und in einem Thälchen des weissen Waldes

bei Biedenkopf.

23. Hyalina nitidosa ~Férussac~.

Grünliche Glanzschnecke.

_Syn._ _Hel. pura_ ~Alder~, _viridula_ ~Mke.~, _clara_ ~Held~.

Gehäuse durchgehend, aber ziemlich eng genabelt, niedergedrückt, oben

etwas convex, dünn, durchsichtig, gelblich oder grünlich hornfarben,

glänzend, Oberseite sehr fein und regelmässig gestreift, Unterseite

weniger. Die vier, etwas gedrückten Umgänge sind durch eine flache Naht

vereinigt und erheben sich wenig; der letzte ist an der Mündung schnell

erweitert. Mündung verhältnissmässig sehr gross, gerundet mondförmig;

Mundsaum einfach und scharf. Nabel ziemlich eng, doch ganz durchgehend.

Höhe 1½-2 Mm., Durchmesser 3½-5 Mm. Thier hellblaugrau; Kopf, Hals und

Fühler dunkler.

Diese Schnecke ist die kleinste aus der Sippschaft der offen genabelten

Hyalinen und schon dadurch leicht zu erkennen; dass sie ausgewachsen,

sieht man an der raschen Zunahme des letzten Umganges.

Unter Laub und Steinen und im Moose feuchter, quelliger Stellen mit

_Hyal. crystallina_, _fulva_, _Hel. pygmaea_, _Cionella lubrica_,

_Carychium minimum_, _Vertigo 7dentata_ in den meisten Gegenden

nicht selten. Um Weilburg häufig (~Sandb.~). Bei Diez (~Schübler~

_ibid._). Im ganzen Breitscheider Walde und bei Langenaubach häufig.

Im Feldbacher Wäldchen, Thiergarten und bei Oberscheld (~Koch~). Im

Nerothal selten (A. ~Römer~). Am Beilstein (~Heyn.~). Im Frankfurter

Wald an geeigneten Stellen überall einzeln; im Mombacher Kiefernwald

(~Heyn.~). Aeusserst selten bei Wächtersbach (~Speyer~). Um Biedenkopf

an quelligen Stellen und im Moos an Bachrändern allenthalben nicht

selten, aber nie in grösserer Anzahl beisammen. Im Moose an Gräben am

Sandhof bei Frankfurt.

24. Hyalina cellaria ~Müller~.

Keller-Glanzschnecke.

Gehäuse offen genabelt, niedergedrückt, oben fast ganz flach oder

nur wenig convex, unten ganz flach, durchscheinend, glänzend, aber

nach dem Tode des Thieres bald trüb und glanzlos werdend, oben etwas

gestreift. Farbe oben schmutzig gelb, etwas grünlich, mitunter kaum

gefärbt, unten weisslich. 5-6 sich wenig erhebende, gedrückte Umgänge,

der letzte in seiner letzten Hälfte bedeutend erweitert, so dass der

Nabel ausserhalb des Mittelpunctes liegt, wenn auch nicht in dem Grade,

wie bei _nitens_. Mündung gedrückt, schiefmondförmig, fast breiter als

hoch; Mundsaum einfach, scharf, etwas geschweift. Nabel ziemlich weit

und tief. Höhe 3-4 Mm., Durchmesser 12-14 Mm.

Thier sehr schlank, weisslich, Kopf und der angränzende Theil des

Rückens nebst der Spitze der Fühler schieferblau. Die in Kellern

u. dgl. hausenden Exemplare sind heller. Die Zungenzähne sind in nach

vorn convexe Reihen geordnet, die einzelnen sind weit grösser, als bei

gleichgrossen Helices. In der Mitte steht ein kleiner, dreispitziger

Zahn, daneben je ein grösserer, dreispitziger mit drei sehr ungleichen

Spitzen; die drei zusammen bilden eine gerade Linie; daran schliessen

sich dann in einem starken Winkel jederseits 8-10 einfache, starke,

gekrümmte Dornen, die nach aussen an Grösse abnehmen. Es sind 42

Querreihen, jede mit 19-23 Zähnen, zusammen etwa 900 Zähne.

Diese grösste unserer Hyalinen lebt, wie schon der Name andeutet, mit

Vorliebe in Kellern und anderen unterirdischen Räumen, aber auch an

feuchten Stellen unter Moos, Laub und faulem Holz. Mit Sicherheit

kann man immer darauf rechnen, sie unter dem Schutt der Ruinen zu

finden. Sie ist in Nassau allgemein verbreitet. Sonnenberg, Biebricher

Schlossgarten, auf den Ruinen Adolphseck, Katz, Liebenstein, Sternberg,

Spurkenburg, Kammerburg, Rheineck; bei Dehrn und Runkel im Lahnthal, im

Hachenburger Schlossgarten (~Thomae~). Bei Weilburg im Gebück, an den

Reservoirs und verschiedenen alten Mauern in der Stadt (~Sandb.~). Bei

Dillenburg bei Burg, Breitscheid, Rabenscheid, Langenaubach, Endbach;

verbreitet, aber nirgends häufig. (~Koch~). Im Frankfurter Wald, auf

allen Ruinen des Taunus, in Kellern zu Frankfurt und Schwanheim, bei

Homburg. Um Biedenkopf, Breidenbach, Buchenau, aber immer einzeln, nur

unter dem Schutt am Schlossberg häufig; am Hartenberg bei Dexbach.

25. Hyalina nitida ~Müller~.

Dunkle Glanzschnecke.

_Syn._ _Hel. lucida_ ~Drap. autor~.

Gehäuse offen genabelt, etwas kugelförmig niedergedrückt, zart,

glänzend, feingestreift, ~rothgelb~; 5 Umgänge mit ziemlich deutlicher

Naht, zu einem kurzen Gewinde erhoben; Mündung mondförmig rund;

Mundsaum einfach und scharf, Nabel offen und tief, Höhe 3-4 Mm.,

Durchmesser 6-7 Mm.

Thier blauschwarz, nach Kiefer und Zunge eine ächte Hyaline; nach

den Beobachtungen von ~Lehmann~ (Mal. Bl. IX. S. 111) hat es einen

Liebespfeil mit trichterförmiger Krone, etwas gebogenem, fadenförmigem

Stiel und lang lancettförmiger, kaum verbreiterter Spitze, 1¾ Mm.

lang; derselbe trennt unsere Schnecke desshalb als eigene Gattung

_Zonitoides_ von den Hyalinen ab. Mit demselben Rechte müsste man dann

aber auch die Helices ohne Liebespfeil von denen mit Liebespfeil als

besondere Gattung trennen.

Fauna der Nassauischen Mollusken · 第 7 / 25 段