verwaschen dreifarbig; Thier glänzend schwarz oder rothgelb, Länge
13-15 Ctm.
_A. empiricorum_ ~Fér.~
Körper cylindrisch, hinten und vornen verschmälert, Sohle am
Schwanzende länglich zugespitzt mit ganz undeutlichen Langsfeldern,
Farbe rothbraun, auf jeder Seite eine dunkelbraune Längsbinde, Länge
5-6 Ctm.
_A. subfuscus_ ~Fér.~
Körper cylindrisch, schlank, hinten schnell zugespitzt, in der Ruhe
breit gerundet. Farbe grau oder weisslich mit verwaschenen schwarzen
Flecken, jederseits eine dunkle Binde; Länge 5-6 Ctm.
_A. hortensis_ ~Fér.~
Körper cylindrisch, schlank, grünlich weiss bis hell meergrün, Kopf und
Augenträger schwarz, Sohle gelblichweiss; Länge 4-5 Ctm.
_A. melanocephalus_ ~Faure~.
3. Arion empiricorum ~Férussac~.
_Syn. Arion ater_ ~List.~ _Limax ater_ ~Linn.~ _L. rufus_ ~Linn.~ _L.
succineus_ ~Müll.~
Körper halbstielrund mit stark gewölbtem Rücken und ganz flacher
breiter Sohle, die überall gleichbreit, nach hinten abgerundet
ist. Länge 13-15 Ctm., Breite 1¾-2½ Ctm. Schild hinten und vornen
abgerundet, in der Ruhe stark, beim Kriechen feiner gekörnt.
Athemöffnung rund, vor der Mitte des rechten Schildrandes stehend.
Körper mit groben Maschen bedeckt. Sohle undeutlich in drei
Längsstreifen getheilt, an den Seiten grau, in der Mitte heller. Ueber
dem Schwanzende in einem dreieckigen Raum die Mündung der starken
Schwanzdrüse. Farbe meistens glänzend schwarz; mitunter der Fussrand
hellbraun, gelb oder rothbraun, immer mit schwarzen Querstrichelchen;
es kommen aber auch rothe, gelbe und scharlachrothe Exemplare vor.
Unter dem Schilde über dem Lungensack liegen eine Anzahl Kalkplättchen
und Körner zerstreut. Kiefer halbmondförmig, gleichbreit, am Rande
etwas verdickt, mit 6-16 Leisten, die am concaven Rande vorspringen.
Zunge wie in der Gattungsbeschreibung angegeben.
Die Jungen weichen in der Farbe auffallend ab, manche Formen werden
wahrscheinlich als eigene Arten beschrieben; anfangs sind sie meistens
weiss, dann grau oder grünlich mit dunklerem Kopf.
Die Schnecke lebt namentlich in Waldgegenden, in feuchten
Laubwaldungen, meistens gesellig, bei Tag und bei trockenem Wetter
unter Holz und Steinen verborgen. Sie ist sehr träge in ihren
Bewegungen und frisst Pflanzenstoffe, Pilze, aber auch faules Fleisch.
Man verwandte sie früher zur Darstellung einer Schneckenbrühe für
Schwindsüchtige.
Allgemein verbreitet, dürfte wohl keinem Bezirk in Nassau fehlen.
In der Umgebung von Biedenkopf habe ich immer nur die schwarze Form
beobachtet; auch um Schwanheim überwiegt sie.
4. Arion subfuscus ~Férussac~.
Körper cylindrisch, hinten und vornen verschmälert, Schild fein
gekörnt, nach vornen gebuckelt, Athemloch in der Mitte des rechten
Randes. Länge 5-6 Ctm., Breite 6 Mm. Körper mit parallelen, feinen
Längsrunzeln. Sohle am Schwanzende länglich zugespitzt, mit
undeutlichen Längsstreifen und von einem schmalen, hinten breiteren
Saum umgeben. Zunge wie die der vorigen Art; die Zähne der Seitenfelder
mit seitlichen Einschnitten an der von der Mittellinie abgewandten
Seite. Kiefer mit abgerundeten Ecken und 10-12 nach der concaven Seite
hin convergirenden Leisten.
Farbe gelbbraun oder rothbraun, Rücken und Fühler meistens dunkler; von
den Augenträgern läuft auf jeder Seite ein dunkleres Band über Nacken,
Schild und Körper nach der Schwanzdrüse. Fussrand grau, fein schwarz
gestrichelt. Sohle gelbweiss, Schleim gelb. (~Lehmann~).
Die Schnecke lebt gesellig in Laubwaldungen und Hecken; man findet sie
namentlich nach einem Regen an Buchenstämmen. Lebensweise wie bei der
vorigen Art.
5. Arion hortensis ~Férussac~.
_Syn._ _Limax fuscus_ ~Müll.~
Körper cylindrisch, schlank, vornen an Breite abnehmend, hinten schnell
zugespitzt, in der Ruhe breit abgerundet. Schild vorn und hinten
abgerundet, in der Ruhe feinkörnig. Körper gerunzelt, die Runzeln
besonders an den Seiten in regelmässige Reihen angeordnet. Farbe
gelblich oder weissgrau, mit dunkleren Flecken oder Streifen, besonders
am Rücken, jederseits mit einer dunklen auf dem Schild lyra-artig
gekrümmten Längsbinde; Kopf und Fühler schwärzlich, Sohle gelblichweiss
mit etwas gelberem, nicht gestrichelten Rande, in der Mitte scheinen
mitunter die Eingeweide durch; Schleim glashell. Länge 4-5 Ctm., Breite
4-5 Mm.
Kiefer halbmondförmig, mit 10-15 ziemlich gleichen Leistchen, Zunge
mit 65-77 Längsreihen und 100-133 Querreihen, der Mittelzahn um
wenig kleiner, als die Seitenzähne, dreispitzig, alle Zähne kurz und
gedrungen. (~Lehmann~).
In Gärten unter Steinen und faulem Holz, ziemlich lebhaft in seinen
Bewegungen. Bei Weilburg (~Sandb~.). Um Frankfurt einzeln in Gärten
(~Heyn~). Ziemlich selten bei Ems (~Servain~).
6. Arion melanocephalus ~Faure-Biguet~.
_Syn._ _A. tenellus_ ~Müll~.
Körper cylindrisch, schlank, Schild an beiden Enden abgerundet,
unregelmässig gekörnt, Körper mit langen, feinen, elliptischen Runzeln.
Farbe bei unseren Exemplaren aus den Taunuswaldungen grünlichweiss
bis hellmeergrün, nie citron- oder orangegelb, wie ~Lehmann~ von den
Stettiner Exemplaren angiebt. Sohle hellgelb mit weissgelblichem Rande;
Kopf und Augenträger schwarz. Schleim glashell. Länge 5½ Ctm., Breite
5 Mm. Kiefer mit 5 stärkeren und 5-6 schmäleren Leisten. Zunge der von
_hortensis_ sehr ähnlich.
Häufig im Moos am Boden am Fuss der Baumstämme in den Waldungen des
Taunus.
III. AMALIA ~(Moquin-Tandon) Heynemann~.
Amalie.
Thier nackt und träge; Kiefer oben glatt, vornen ausgebuchtet und
gezähnt. Mantel gekörnelt, hinten ausgebuchtet, ~über die Mitte quer
eingeschnürt~; darunter eine kalkige, am Rande nicht häutige Platte
mit einem auf der Mitte liegenden Nucleus. Hinterleib oben ~der ganzen
Länge nach gekielt~, mit flachen, zwischen Längsfurchen in Längsreihen
hinter einander liegenden Runzeln. Sohle in drei Längsfelder getheilt.
7. Amalia marginata ~Draparnaud~.
Mantel und Körper rothgrau, obenher dunkler, an den Seiten heller. Der
Mantel ist hinten stark ausgebuchtet, namentlich wenn das Thier ruht,
und überall mit schwarzen Punkten und Schnörkeln besäet, welche auf
beiden Seiten zu je einem deutlichen Striche zusammenfliessen, der
sich, vom hinteren Mantelrande angefangen, in einem schwachen Bogen bis
zur Mitte hinzieht; von diesen Längsstreifen aus geht die Einschnürung
des Mantels über dessen Mitte hinweg. Der Körper hat oben einen
blassgelben, schmalen, aber sehr in die Augen fallenden Kiel und ist
sonst auf dem rothgrauen Grunde mit schwarzen Puncten besetzt, welche
ziemlich regelmässig in den Furchen zwischen den Runzeln stehen. Die
Runzeln, auf jeder Seite, am hinteren Mantelrande gezählt, vom Kiel bis
zur Sohle 16 Reihen, bilden schräg nach abwärts und hinten verlaufende,
auf dem Rücken stellenweise unterbrochene Perlenreihen. Der Sohlenrand
ist mit einem schwarzen, am Schwanzende stärker ausgeprägten Striche
umzogen, die Sohle gelblichweiss. Kopf mit einer vorn gabelig
getheilten Nackenleiste, mit schwarzen, wulstigen Flecken bedeckt. Auch
die Fühler sind mit schwarzen, erhabenen Puncten besetzt; ihre Knöpfe
birnförmig mit dem dünnen Ende nach oben. Die Augennerven als zwei
dunkle Streifen sichtbar. Länge 8-10 Ctm.
Die innere Schale ist oval, dick, gewölbt; mit erhabenem Nucleus,
hinter dem sich der Rand etwas herunterbiegt. (~Heynemann~.) Kiefer
weit ausgeschnitten, schmal, mit einem stumpfen Zähnchen in der Mitte,
an den Seiten flügelförmig verbreitert. Die Zungenzähne sind im
Mittelfeld schlank, lanzettförmig, mit einer Seitenspitze auf jeder
Seite; die der Seitenfelder schlank sichelförmig.
Diese schöne Schnecke, die unter allen Nacktschnecken durch ihre
feine, man möchte fast sagen vornehme Färbung auffällt, sitzt den Tag
über träge unter Steinen, besonders unter kleinen, flachliegenden, an
schattigen, nicht zu trocknen Orten, wie es scheint mit Vorliebe in
der Nähe von Ruinen. Nachts und im dunklen Raum kriecht sie lebhaft
umher; bei der Berührung sondert sie einen zähen, firnissartigen,
weissen Schleim ab. In Nassau wurde sie zuerst 1868 von mir am Schlosse
zu Biedenkopf, später auch von Dr. ~Koch~ zu Dillenburg an einem
Ackerrande vor dem Feldbacher Wäldchen unter Schalsteinen gefunden.
Auch ~Servain~ beobachtete sie unter Steinen rechts vom Fusspfad,
der von der Burg Stein nach der Ruine Nassau führt. Sie dürfte sich
wahrscheinlich auf den meisten Ruinen des rheinisch-westphälischen
Schiefergebirges finden.
IV. LIMAX ~Lister~.
Schnegel.
Körper halbstielrund, unten platt, nach vorn und hinten spindelartig
verschmälert, schlanker als Arion. ~Schild mit concentrischen
Wellenlinien~, ungefähr wie die Innenseite des letzten Daumengliedes
an der Menschenhand. Die Athemöffnung liegt hinter der Mitte des
rechten Schildrandes, die Geschlechtsöffnung hinter dem rechten
Augenträger. Unter dem Schilde liegt die innere Schale, eine ovale,
nach oben convexe Tafel mit häutigem Rande und einem Knöpfchen, der
Embryonalwindung, _nucleus_, rechts am oberen Rande. Der Rücken ist
nach hinten gekielt, eine Schwanzdrüse nicht vorhanden. Die Sohle meist
deutlich in drei Felder getheilt. Kiefer halbmondförmig, sattelartig
über die Fläche gebogen, mit einem kegelförmigen Zahn im concaven Rand.
Zunge deutlich in ein Mittelfeld und zwei Seitenfelder zerfallend, die
Zähne des Mittelfeldes sind ein- bis dreispitzig, die der Seitenfelder
hakenförmig gekrümmte Dornen.
Die Limaxarten, durch ihr Gebiss mehr auf Fleischnahrung und eine
räuberische Lebensweise angewiesen, sind viel lebhafter und beweglicher
als die Wegschnecken. Sie fressen nicht nur andere Schnecken,
sondern auch sich unter einander mit der grössten Gier auf, wenn
sie Hunger haben. Mitunter sieht man Exemplare herumkriechen, die
fast bis aufs Schild aufgefressen sind; dennoch leben sie meistens
gesellig. Ausser Fleisch scheinen modernde Pflanzenstoffe und Pilze
ihre Lieblingsnahrung zu bilden, doch verschmähen sie, besonders der
schädliche _Limax agrestis_, auch frische Pflanzenstoffe nicht.
Sie begatten sich, indem sie sich schraubenförmig um einander wickeln,
entweder am Boden, wie _Limax agrestis_, oder freischwebend in der
Luft, an einem Faden ihres eigenen Schleimes aufgehängt, wie _Limax
cinereo-niger_ und _arborum_. Die Eier sind vollkommen durchsichtig,
gelblich, bei den kleineren Arten rund, bei den grösseren oval mit
ausgezogenen Enden und zu förmlichen Schnüren zusammengeklebt; nur
_Limax arborum_, der auch in anderen Puncten abweicht, legt einzelne,
einfach eiförmige Eier. Die jungen Thiere weichen in Gestalt und
Färbung von den alten vielfach ab; sie sondern sehr viel Schleim ab
und können sich an einem Faden desselben von nicht zu bedeutender Höhe
herunterlassen, eine Fähigkeit, welche die ausgewachsenen nur bei der
Begattung, wo die Schleimsecretion ausserordentlich vermehrt ist, haben.
Durch die Bemühungen ~Heynemanns~, dem wir bei dieser Gattung
vorzüglich folgen, sind in unserem Gebiete alle acht, bis jetzt sicher
in Mitteldeutschland beobachteten Arten nachgewiesen. Dieselben lassen
sich unterscheiden, wie folgt:
A. ~Mantel ohne dunkle Seitenstreifen.~
a. ~Grössere Arten, 12-15 Ctm. lang.~
Sohle in drei verschiedenfarbige, scharf geschiedene Felder
getheilt, Körper verschieden gefärbt, aber der Mantel immer
ungefleckt.
_L. cinereo-niger_ ~Wolf~.
Körper heller oder dunkel grau, Mantel stets gefleckt, Sohle
einfarbig.
_L. cinereus_ ~Lister~.
Körper und Mantel einfarbig, ohne Flecken, Sohle einfarbig.
_L. unicolor_ ~Heyn.~
Körperfarbe hochgelb, mit einem schwärzlichen Netz überzogen,
Mantel hinten zugespitzt, Schleim gelb, Länge 10-12
Ctm.
_L. variegatus_ ~Drp.~
b. ~Kleinere Arten, 4-6 Ctm. lang.~
Körperfarbe braun, Mantel so lang wie der Körper, das
ganze Thier durchscheinend, 4 Ctm. lang.
_L. brunneus_ ~Drp.~
Körperfarbe grau mit schwarzen Strichelchen, Sohle gelbweiss,
Länge 4-6 Ctm.
_L. agrestis_ L.
B. ~Mantel mit zwei dunklen Seitenstreifen.~
Körperfarbe hochgelb, Fühler schwarz, Schleim gelb, Mantelende
rund.
_L. cinctus_ ~Müll.~
Körperfarbe grau, Fühler hellfarbig, Schleim glashell, Mantelende
spitz.
_L. arborum_ ~Bouch.~
8. Limax cinereo-niger ~Wolf~.
_Syn._ _L. maximus_ L., _antiquorum_ ~Fér.~ _(ex parte.)_
Körper halbstielrund, lang, schlank, nach hinten sehr lang und spitz
ausgezogen, das Schwanzende flossenartig gekielt. Mantel hinten spitz,
concentrisch um ein in der Mitte liegendes Centrum geringelt, immer
ungefleckt. Der Rücken mit grossen, breiten nicht geschlängelten
Runzeln. Die Sohle des Fusses meistens in drei deutliche, verschieden
gefärbte Längsstreifen eingetheilt, schwarz-weiss-schwarz. Doch ist die
Färbung nicht constant; da überhaupt die Schnecke, durch Abnahme des
Pigments alle Schattirungen von Grau bis zu einem trüben Weiss annehmen
kann, kann auch die Sohle grau-weiss-grau und selbst fast einfarbig
weissgrau werden. Eine rein weisse Varietät fand ~Heynemann~ im Taunus
und nennt sie _var. Hareri_. Länge 12-18 Ctm. Br. 2 Ctm.
Die rudimentäre Kalkschale ist viereckig, vornen schmäler als
hinten, mit einem etwas erhabenen Nabel vornen und rechts. Kiefer
halbmondförmig, der Zahn bis in gleiche Höhe mit den Seitentheilen
reichend, der convexe Rand etwas eingebuchtet. Die Zunge trägt 150-170
Längsreihen und circa 80 Querreihen, die Seitenzähne sind schon von der
15. Reihe an zweispitzig, etwa am 50. erreicht die zweite Spitze die
Höhe der ersten und verschwindet dann wieder allmählig. (~Heyn.~)
Die Schnecke scheint besonders den Gebirgswaldungen anzugehören, und
fällt durch ihre Grösse -- manche Exemplare sind ausgestreckt fast
einen Fuss lang -- alsbald in die Augen. Im Taunus findet sie sich
in den höheren Gegenden in Menge, ebenso um Dillenburg und Weilburg
(~Sdbrg.~ und ~Koch~). In der Umgebung von Biedenkopf fand ich sie nur
ganz einzeln im Schlossberg und am alten Schloss bei Breidenstein. Bei
Ems (~Servain~).
9. Limax cinereus ~Lister~.
Grauer Schnegel.
_Syn._ _L. antiquorum_ ~Fér.~ _ex parte_.
Körperform ganz wie bei _cinereo-niger_, so dass ihn manche nur für
eine Varietät desselben gelten lassen wollen, mit mittelfeinen, etwas
geschlängelten Runzeln. ~Mantel immer mit hellen Flecken~, mittelfein
gerunzelt. Sohle einfarbig weiss, in drei deutliche, aber nicht
verschieden gefärbte Längsfelder geschieden. Länge 15-18 Ctm. Breite
2 Ctm.
Kiefer mit einem starken Mittelzahn, der mitunter über den concaven
Rand hinaus vorragt. Zunge mit wenig auffallendem Mittelzahn; die
Zähne des Mittelfeldes lanzettförmig, ohne Seiteneinschnitte, die der
Seitenfelder einfach sichelförmig.
Diese für gewöhnlich als häufig angegebene Schnecke ist in unserem
Gebiete mit Sicherheit bis jetzt nur von Dr. ~Koch~ in wenigen
Exemplaren an den Mauern der Wilhelmsstrasse zu Dillenburg gefunden
worden.
10. Limax unicolor ~Heynemann~.
_Syn._ _L. cinereus_ in ~Heyn.~ Verz. d. Frankf. Nacktschn. Mal. Bl.
1861.
Mantel hinten zugespitzt, ~nie gefleckt~, mit sehr feinen Runzeln.
Körper ebenfalls fein gerunzelt, die Runzelreihen stark geschlängelt.
Fühler fein gekörnelt. Sohle einfarbig weiss. Schleim glashell. Länge
12-15 Ctm. Breite 2 Ctm.
Im botanischen Garten zu Frankfurt (~Heyn.~), bei Schwalbach (~von
Maltzan~).
11. Limax variegatus ~Draparnaud~.
Kellerschnegel.
Thier schlank, gelb oder gelbgrün gefärbt, wie mit einem dunklen
Netz überzogen, das die Runzeln und die Höhe des Rückens freilässt.
Runzeln in etwa 35 Längsreihen, auch ziemlich regelmässig in Querreihen
angeordnet. Mantel intensiver gefärbt, als der übrige Körper, und
ebenfalls mit einem dunklen Netz überzogen, das gleichsam nur an
zerrissenen Stellen die Körperfarbe durchscheinen lässt; er ist nach
hinten zugespitzt und zeigt deutlich hervortretende Wellenlinien,
deren Zahl ungefähr der der Längsreihen gleichkommt. Sohle einfarbig,
gelblich. Fühler blau. Schleim gelb. Die Kieferform ist nicht
constant, doch scheint sich der Mittelzahn nie bis zur Höhe der beiden
Seitenenden zu erheben. Die Zunge hat, wie bei _cinereus_, einfache
Mittelzähne und gegabelte Seitenzähne.
Das Schalenrudiment ist auffallend breit, mitunter am Rande häutig;
die Anwachsstreifen sind nicht besonders deutlich; ein Knöpfchen ist
nicht zu bemerken.
Diese schöne Schnecke, die, nebenbei bemerkt, in fast allen Erdtheilen
vorkommt und unter den verschiedensten Namen beschrieben worden ist,
findet sich stets nur im Bereiche der Wohnungen, besonders in Kellern
alter Häuser, in Brunnenkammern etc., meistens in grosser Menge, aber
nur selten beachtet, da man an solchen Orten nicht nach Schnecken
sucht. Beobachtet wurde sie bis jetzt nur in Frankfurt (~Heynemann~)
und von mir in Schwanheim, doch kommt sie jedenfalls noch an anderen
Puncten, wenigstens im Mainthal, vor.[7]
12. Limax brunneus ~Draparnaud~.
Brauner Uferschnegel.
_Syn._ _L. laevis_ ~Müll~.
Körper halbstielrund, spindelförmig, etwa 4 Ctm. lang, schwach gekielt.
Mantel so lang, wie der Körper, mit zwölf breiten Wellenlinien,
deren Centrum nur wenig rechts von der Mittellinie liegt; Mantelende
nicht zugespitzt. Die Runzeln des Körpers sind nur wenig erhaben,
in Längsreihen geordnet, der ganze Körper glatt und glänzend. Farbe
dunkelbraungrau bis chocoladebraun, an den Seiten und auf der Sohle
etwas heller, das ganze Thier etwas durchscheinend, so dass man
von aussen die Kalkschale erkennen kann. Dieselbe besteht in einer
länglich runden, schmalen, ziemlich langen Kalkplatte mit feinen
Ansatzstreifchen und einem fast in der Mitte sitzenden Knöpfchen.
Kiefer stark bogenförmig, der Zahn nicht die Höhe der Hörner
erreichend. Zunge wie die der übrigen Limaceen, aber die Zähne der
Seitenfelder nur einspitzig, ohne seitlichen Zahneinschnitt.
Diese Schnecke lebt nur an den allerfeuchtesten Stellen an den Ufern
der Bäche und Flüsse unter Steinen, die fast im Wasser liegen. Sie wird
wahrscheinlich an den meisten Orten übersehen, oder bei flüchtiger
Betrachtung für einen Blutegel gehalten. In den feuchten Thälern des
Taunus, namentlich in dem des Urselbaches (~Heyn.~). Am Mainufer,
Schwanheim gegenüber unter allen Steinen in Menge. An feuchten
Waldstellen bei Dillenburg und Haiger (~Koch~). Am Lahnufer bei
Biedenkopf einzeln.
13. Limax agrestis ~Linné~.
Gemeine Ackerschnecke.
_Syn._ _L. reticulatus_ ~Müll.~ -- _L. filans_ ~Hoy.~
Körper halbstielrund, schmal, nach vornen etwas abnehmend, nach hinten
lang ausgezogen, stark gekielt, 3-6 Ctm. lang. Mantel hinten quer
abgestutzt, mit sehr breiten Wellenlinien. Runzeln des Körpers gross.
Sohle einfarbig, doch mit dreifeldriger Musculatur. Schleim milchig,
sehr zäh, fadenziehend, woher der Name _filans_. Farbe von weiss
bis chocoladebraun variirend, meist mit schwarzen Strichelchen und
Flecken. Kalkplättchen fest, schmal, mit abgerundeten Ecken, schwach
concentrisch gestreift. Knöpfchen in der Mitte des vorderen Randes,
diesen etwas überragend. Der Kiefer ist ein ziemlich flach gestreckter
Halbmond mit breitem, kegelförmigem Zahn, der nicht selten die beide
Enden verbindende Linie überragt. Die Zungenzähne des Mittelfeldes sind
lanzettförmig mit seitlichen Einschnitten, der Mittelzahn kleiner, die
Seitenzähne einfach sichelförmig.
Die gemeinste Art der Gattung und unsere einzige eigentlich schädliche
Schnecke; sie ist allenthalben anzutreffen, bei Tage und trockenem
Wetter meistens unter Steinen verborgen. Sie begattet sich auf der
Erde, nicht hängend, wie die anderen Arten, und legt den ganzen
Sommer hindurch Eier, zusammen etwa 200-250 Stück. Die Jungen
sind dunkler gefärbt, sehr lebhaft und schon nach wenigen Monaten
fortpflanzungsfähig, so dass sie in warmen, feuchten Jahren zu einer
wahren Landplage werden. Man vertilgt sie, indem man die Felder mit
Asche bestreut oder noch besser mit einer verdünnten Lösung von
Chlorkalk übergiesst. Auch kann man halbfaule Breter auslegen, unter
denen sie sich dann ansammeln, und sie dort tödten. In Gärtnereien hält
man mitunter Kröten zu ihrer Vertilgung, und Ländereien, in deren Nähe
sich froschreiche Gräben befinden, sollen vor ihnen sicher sein.
14. Limax cinctus ~Müller~.
_Syn._ _L. flavus_ ~Müll.~ -- _L. tenellus_ ~Nilss.~
Körper halbstielrund, mässig hochgewölbt, nach vornen etwas
verschmälert, nach hinten lang ausgezogen, 3,5-6,5 Ctm. lang. Mantel
intensiv hochgelb, mit feinen, körnigen Wellenlinien. Rücken schmutzig
gelbgrau, mit elliptischen, in Längsfalten angeordneten, obenauf
gebräunten Runzeln; die Grundfarbe tritt nur in den Zwischenräumen
hervor. Augenträger schwarzbraun; von ihnen aus verläuft jederseits
ein dunkler Streif über Nacken, Schild und Körper bis zum Schwanzende,
gewissermassen einen Gürtel bildend, wodurch der ~Müller~’sche Name
veranlasst wurde. Sohle hellgelb, mit schmaler Längsleiste eingefasst,
Schleim gelb. Die innere Schale gleicht der von _agrestis_, ist aber
weniger gewölbt. Kiefer wenig gekrümmt mit fast geradem Vorderrande.
Die Zunge bietet nichts Auffallendes.
Eine Varietät bei der die dunkle Gürtelbinde verschwindet, ist nach
~Heynemann~ der _L. flavus_ ~Müll.~, andere z. B. ~Lehmann~, halten den
_variegatus_ für die genannte ~Müller~’sche Art, doch ist bei diesem
das Gelb nicht so auffallend, um den Namen davon zu nehmen.
Diese Schnecke lebt in den Bergwäldern an Schwämmen und faulem Holz
fressend; sie erscheint erst, wenn die Schwämme kommen. Nach ~Lehmann~
legt sie mehrmals 30-40 unzusammenhängende Eier von runder Form ins
Moos.
Beobachtet wurde sie bis jetzt nur von ~Heynemann~ im Frankfurter Wald
und im Taunus.
15. Limax arborum ~Bouchard~.
Grauer Baumschnegel.
_Syn._ _L. marginatus_ ~Müll.~ (_non_ ~Drap.~) _sylvaticus_ ~Drp.~,
_scandens_ ~Norm.~
Körper halbstielrund, Rücken hochgewölbt, Schwanzende spitz, scharf
gekielt; das ganze Thier sehr durchscheinend, 6-7 Ctm. lang. Mantel
hinten zugespitzt, mit dichten Wellenlinien, deren Centrum in der
Mitte, aber etwas nach vornen liegt, Körperrunzeln wie gewöhnlich in
Längsreihen geordnet. Fühler oft mit gekörnelten Streifen umwunden,
mit einem dunkleren Streifen, der sich auch über den Nacken und auf
den Mantel zu zwei verwaschenen Längsstreifen fortsetzt, die aber nach
innen zu scharf begränzt sind. Färbung grau, oft mit röthlichem Anflug.
Sohle einfarbig weissgrau, Schleim glashell.
Der innere Bau weicht von dem der anderen Limaxarten nicht
unbeträchtlich ab. Die innere Schale ist ein Plättchen organischen
Gewebes, in welches nur hin und wieder Kalk eingelagert ist. Der
Kiefer ist ein flacher Halbmond mit flügelartig verbreiterten Enden
und kurzem stumpfem Mittelzahn. An der Zunge sind die Zähne des
Mittelfeldes lanzettförmig, stumpf und breit, ohne Seiteneinschnitte,
die der Seitenfelder sind ebenfalls stumpf, an den Enden abgerundet,
nur die äussersten mit einem oder einigen, kaum bemerkbaren Widerhaken
versehen. Auf Grund dieser Abweichungen schlägt ~Heynemann~ (Mal. Bl.
X p. 211) vor, diese Schnecke als eine eigene Untergattung _Lehmannia_
von dem Reste der Gattung _Limax_ abzutrennen.
Die Schnecke lebt, wie schon der Name andeutet, mit Vorliebe in
Waldungen und zwar an den Stämmen der Buchen, doch auch in Gärten und
im freien Feld. Bei trockenem Wetter liegen oft eine ganze Anzahl
Exemplare zusammen in feuchten Stöcken oder Astlöchern; bei Regen
kommen sie hervor und kriechen an den Stämmen hinauf, besonders
an den Stellen, wo das Wasser herabfliesst; sie sind dann von der
aufgenommenen Flüssigkeit ganz glänzend und durchscheinend.