Mir sind Eheleute bekannt, die eine an +Zungenkrebs+ leidende

Base besuchten. Ohne Ahnung von einem so schrecklichen Übel entsetzten

sich beide, als sie die schauderhaften Verwüstungen wahrnahmen. Bei

der Frau schwoll die halbe Zunge innerhalb drei Tagen krankhaft an;

dem Manne wurde die Unterlippe entzündet und wund. „Wir haben die

Krankheit geerbt,“ -- so klagend kamen sie zu mir. Ich suchte die

bis zum Tode Erschrockenen zu ermutigen und ihnen nach Können ihr

steifes Behaupten auszureden. Zugleich riet ich ihnen, sie sollten

den einen Tag mit +Alaunwasser+ den ganzen Mund, besonders die

angegriffenen Stellen ungefähr viermal gut auswaschen, den zweiten Tag

mit +Aloëwasser+ die Waschung wiederholen, zudem jeden zweiten Tag

einen +Kopfdampf+ nehmen und im Wechsel mit dem Kopfdampfe einen

+Wickel um den Hals+ anlegen.

Die zwei Personen wurden von dem Übel ganz befreit. Ich selbst

hätte nie geglaubt, daß bloßer Schrecken die Wirkung habe, eine so

entsetzliche Krankheit zu vererben. Später erfuhr ich, daß sich ein

Arzt wirklich dahin ausgesprochen habe, die Leute hätten das Übel

geerbt.

Von +beginnenden Krebsübeln+, auch von fortgeschrittenen kleineren

Krebsschäden sind mir mehrere Fälle vorgekommen. Sie konnten leicht

geheilt werden. +Alle Anwendungen zielten lediglich hin auf Reinigung

des Blutes und der Säfte.+

Leibschaden.

Ein Herr, ungefähr 40 Jahre alt, klagte über Schwindel, Kongestionen

und heftige Kopfschmerzen; er hätte einen guten Appetit, aber wenn

er nach Appetit esse, müsse er es büßen. Wie sein Aussehen blühend

rot, so ganz widernatürlich stark war sein Leib, obwohl Arme und Füße

unverhältnißmäßig dünn waren.

Er trug ein Bruchband auf Anraten der Ärzte, weil zwei Leibschäden im

Entstehen waren. Das Hauptübel bestand in Auftreibung des Unterleibes

durch Gase.

Als durch die Anwendungen des Wassers die Gase beseitigt und die Organe

gekräftigt waren, verschwanden die hervorragenden Erscheinungen von

Leibschäden; es wichen die Kongestionen samt dem Kopfschmerz, und so

war der Kranke nach 4 Wochen vollständig hergestellt.

Die Behandlung bestand in folgendem: 1. Tag: Oberguß mit Knieguß

vormittags, dann Oberguß mit Wassergehen nachmittags. 2. Tag: Oberguß

mit Wassergehen bis an die Knie vormittags, nachmittags Oberguß mit

Wassergehen. 3. Tag: Oberguß mit Wasserknien; nachmittags: Rückenguß.

4. Tag: Oberguß und Wasserknien; nachmittags: Rückenguß. 5. Tag:

Halbbad, später Oberguß; nachmittags: Oberguß und zwei Stunden später

Sitzbad. 6. Tag: Oberguß und zwei Stunden später Halbbad; nachmittags:

Bad bis unter die Arme. 7. Tag: Wassergehen bis über die Knöchel und

zwei Stunden später Rückenguß.

In dieser Weise wurde fortgefahren, bis in vier Wochen die vollständige

Gesundheit wieder erlangt war; besonders merkwürdig ist, daß sowohl

sein aufgedunsenes Gesicht, sein ungewöhnlich ausgedehnter Leib, als

auch die Leibschäden gänzlich verschwunden waren.

Lungen-Entzündung

siehe oben Seite 210.

Lungenleiden.

Eine Hausfrau erzählt folgendes: „Die Ärzte sagen, ich habe Lungen-

und Rachenkatarrh, meine Lunge sei stark angegriffen, und zwei Ärzte

erklärten, es sei mir nicht zu helfen. Ich möchte nur noch den Versuch

machen mit Wasser; wenn auch dies nicht hilft, so füge ich mich in

Gottes Willen.“ Durch 20 Tage hat das Weib täglich zwei Obergüsse

erhalten und gleich darnach Knieguß und zweimal in der Woche einen

kurzen Wickel; ferner täglich zwei Tassen Tee, in kleinen Portionen,

von gesottenem Fenchelsamen, Brennesseln und Spitzwegerich. Nach dieser

Zeit war der Husten verschwunden, alle Verschleimung gehoben, das

Aussehen frisch, und die Kräfte waren wiedergekehrt.

Magengeschwüre.

Vieles Erbrechen, Brennen im Magen usw. sind noch keine entscheidenden

Zeichen für Magengeschwüre. Daß indes solche manchmal vorkommen, ist

leider nur zu wahr.

Solche Leidende sollen +ja nichts Ätzendes+ einnehmen, wenig

salzen, wenig pfeffern, wenig würzen. +Recht einfache Kost+ und

+noch einfachere Getränke+, besonders Milchkur, haben sich schon

als die +allerbesten Heilmittel+ erwiesen für die beginnenden

kleinen Geschwürchen.

Im übrigen gibt uns das Heilverfahren bei kleinen äußerlichen

Geschwüren einen Fingerzeig für die Heilung von Geschwüren im Innern.

Am Finger kann ich ein Geschwür recht leicht heilen, wenn ich einen

kleinen Lappen fleißig ins Wasser tauche und naß umwinde; er reinigt

und heilt. Warum sollten innere Geschwüre nicht auch heilen, wenn man

+längere Zeit jede halbe Stunde einen Löffel Wasser+ einnimmt,

oder wenn man aus erprobten Heilkräutern einen +Tee+ sich machen

läßt und, statt die gewohnte Tasse auf einmal zu trinken, jede

halbe Stunde oder jede Stunde ebenfalls sich mit einem Löffel voll

begnügt? Mache man einmal den Versuch mit +Wermuttee+ oder mit

+Salbeitee+ oder mit Tee +von beiden Kräutern+ zugleich (halb

und halb)!

Oder man nehme eine kleine Messerspitze +Aloëpulver+, löse es

in einem Viertelliter Wasser auf und genieße die Arznei wiederum

arzneiweise, d. h. alle Stunden einen Eßlöffel voll; wohlgemerkt,

letztere Medizin nur immer einen halben Tag lang und mit Ausständen von

je 2-3 Tagen.

Ein +treffliches Hausmittel+, das selbst dem +Ärmsten+ nicht

abgeht, ist das +Krautwasser+ (in jeder ganz oder teilweise

gefüllten Krautstande genügend zu bekommen). Das Sauerkrautwasser

heilt die ältesten Schäden. Man vermische zu dem Zwecke einen Eßlöffel

Krautwasser mit 6-8 Löffeln gewöhnlichen Trinkwassers und nehme jede

Stunde einen Eßlöffel voll. In der Regel hat nach meiner Erfahrung

diese Trinkkur gewirkt, und sollte einmal die vorteilhafte Wirkung

ausbleiben, Schaden bringt das Hausmittelchen nie. Immer ist solche

Medizin ratsamer und sicherer als diese und jene Giftpräparate.

+Tee von Spitzwegerich+ wäre auch nicht zu verschmähen.

Als +äußere Anwendungen+ empfehle ich solchen Kranken jeden

zweiten Tag eine +2-4fältige Linnenauflage auf den Unterleib+, je

1½-2 Stunden zu tragen. Vorteilhafer als ein Eintauchen in einfaches

Wasser hat sich ein Benetzen mit +Absud von Heublumen, Zinnkraut,

Fichtenreisern+ bewährt.

Sitzen einmal +große, bösartige Geschwüre+ im Magen, gleich

gefräßigen Raub- und Nagetieren, so ist an eine Heilung nicht mehr zu

denken. Das Zerstörungswerk schreitet weiter und endet stets mit dem

Zusammensturze des Ganzen, mit dem Tode.

Magen- und Darmkatarrh.

Eine Frau, 40 Jahre alt, klagte über folgende Leiden: „Auf der linken

Seite unterhalb der Rippen habe ich immer Schmerzen, bald schwächer,

bald stärker; ich kann oft die Schmerzen nicht mehr aushalten. Gerade

so leide ich an Wasserbeschwerden; manchmal geht bereits nichts ab,

und geht es auch oft besser, so habe ich doch immer Schmerzen. Recht

oft wird der Schmerz so stark, daß ich mir den Tod schon gewünscht

habe. Dann bin ich auch so aufgetrieben, daß ich mir nicht zu helfen

weiß; mein Hals wird oft so dick und aufgedunsen, daß ich kaum zu reden

vermag. Ich habe schon viel gebraucht von Ärzten und Nichtärzten;

manchmal bekam ich etwas Linderung, aber bald war wieder die alte

Geschichte da.“

In vier Wochen wurde diese Frau von ihren Leiden befreit durch folgende

Anwendungen:

1. jede Woche viermal angeschwellte Heublumen warm auf den

Unterleib und Magen in einem Tuche aufbinden, 1½ Stunden lang;

2. dreimal in der Woche in der Nacht vom Bette aus sich ganz

waschen, mit Wasser und etwas Salz daran, eine Minute lang, und

gleich wieder, ohne abzutrocknen, ins Bett;

3. jeden Tag eine Tasse Tee von 20 zerstoßenen Wacholderbeeren und

etwas Zinnkraut, 10 Minuten lang gesotten, während des Tages in 3

Portionen trinken; so 12 Tage lang.

Nach diesen 12 Tagen folgende Anwendungen:

1. einmal in der Woche die Heublumen aufbinden;

2. dreimal in der Woche in der Nacht sich ganz waschen und

3. zweimal in der Woche ein Halbbad, eine halbe Minute lang;

4. den Tee forttrinken. So drei Wochen lang.

Um den Körper in Gesundheit zu erhalten, reicht aus, in der Woche drei

Halbbäder zu nehmen.

Magenkrampf.

Herr N. hat sich öfters erkältet und dadurch Leibschmerzen bekommen;

er mußte infolge Anhäufung von Gasen sich oftmals erbrechen. War viel

Luft abgegangen, und hatte er sich stark erbrechen können, fühlte er

sich wieder wohl und hatte besten Appetit. Das Übel steigerte sich aber

mit der Länge der Zeit und begann ziemlich schnell nach jeder Mahlzeit

derart heftig, daß er vor Schmerz zuweilen aufschreien mußte. Dabei

waren Hände und Füße eiskalt und der ganze Körper in leichtem Frost.

Der Magen ist in solchen Fällen gewöhnlich ganz schuldlos, und

der heftige Druck der Luft auf denselben verursacht Brechreiz und

Erbrechen. Letzteres selbst lindert das Übel nur auf kurze Zeit. Völlig

beseitigt wird es nur dann, wenn im ganzen Körper gleiche Wärme und

gleiche Transpiration wie auch Zirkulation des Blutes hergestellt ist.

Dies wurde dadurch erreicht, daß der Kranke am ersten Tag dreimal mit

ganz warmem Wasser und Essig im Bett gewaschen und, ohne abgetrocknet

zu werden, gut zugedeckt wurde. Am zweiten Tage geschah dies nur

zweimal und von da ab täglich nur einmal. Dies Verfahren genügt, so oft

man durch Erkältung sich Fieber, verbunden mit Aufstoßen der Luft und

Erbrechen, zugezogen hat.

Magenleiden.

Armer Magen, was sollst du nicht alles verschuldet haben! Neben dem

Herzen und den Nerven bist du wohl der Hauptsündenbock! Frage hundert

Menschen, ob sie nicht magenleidend seien! Ganz wenige antworten mit

einem entschiedenen Nein. Und doch ist in den allermeisten Fällen der

Magen so unschuldig wie ein neugeborenes Kind und so gesund wie ein

spielender, heiterer Knabe. +Beispiele+ mögen meine Behauptung

erhärten.

Amalie hat ein ganzes Jahr hindurch das meiste, was sie genossen,

erbrechen müssen. Nichts konnte sie bei sich behalten als täglich

3-4 Löffel lauwarmer Milch. Sie befragte mehrere berühmte Ärzte. Der

Apotheker erklärte zuletzt, er habe in seiner ganzen Apotheke kein

Mittel mehr, welches nicht schon versucht und angewendet worden sei.

Man brachte die Kranke, ohne anzufragen, auf einem Wagen vor meine

Wohnung. Fortschicken konnte ich die armen Leute doch nicht. Die Arme

war sehr abgemagert, die Züge eingefallen, die Stimme gebrochen, --

ein Jammerbild. +Husten+ indessen (das war mir das wichtigste)

war nicht vorhanden, nur ein fatales Magenleiden; ich sollte ihr doch,

meinten die Leute, etwas geben für den Magen. Sofort erklärte ich, sie

sollen ruhig sein und nicht so über den Magen herfallen und schimpfen,

da fehle es ganz anderswo; +zu den gesündesten Teilen+ an und

in dieser Person +gehöre der Magen+. Die einen ärgerten sich,

die anderen lachten; die Kranke selbst stutzte zweifelnd, ob ich auch

recht bei Sinnen sei. Soweit hergefahren, mochte sie denken, unter

solchen Schmerzen, und jetzt diese mitleidslose und harte Aussage eines

Geistlichen! Mir war das alles eins.

Was brachte mich zu solchem Urteile?

Die Person hustete nicht, aber es stieß ihr die Luft (+die Gase+)

beim Munde heraus. +Der Magen+ und der +Unterleib waren mit

Gasen bis aufs äußerste+, bis zum Übermaß +gefüllt+. In solcher

Umgebung kann es niemand mehr aushalten, selbst nicht der sonst so

geduldige Magen; er muß seine geregelte Tätigkeit ganz oder zum größten

Teile einstellen. +Das Übel vergrößerte+ sich dadurch, daß die

Haut ganz trocken und jede +Transpiration gehemmt+ war.

Die +Aufeinanderfolge der Anwendungen+ war diese: +Lauwarme

Unterwickel+, +Waschung des Oberkörpers+, +kurzer Wickel+,

+Ganzwaschung+, +Knieguß+ (eine halbe Minute), +abermaliger

Unterwickel+, +Oberguß+, ins +Wasser knien+ (eine halbe

Minute) +bis an die Magengegend+, +Ganzwaschung+, +Ober-

und Unteraufschläger+. +Jeden halben Tag+ sollte die Kranke

eine dieser Anwendungen der Reihe nach gebrauchen, dazu täglich ein

paarmal auf +nassen Steinen+ gehen.

Durch laue Unterwickel suchte ich die Haut erst wieder wärmer, feuchter

und weicher zu machen, dann durch Ganzwaschungen und all die anderen

Übungen insbesondere auf den Unterleib einzuwirken. Es gelang; die

Luft, die Gase suchten die richtigen Auswege, und die Transpiration,

die normale Tätigkeit der Haut kam in Gang. Mit dem Schwinden der Gase

rückte in den luft- und gasleeren Raum der +Appetit+ ein; Blut und

Säfte mehrten sich, und in der kurzen Zeit von 5 Wochen war die Kranke

gesund.

+Rosa+ leidet seit langen Jahren am +Magen+, seit einigen

Monaten an besonders heftigen +Magenkrämpfen+. Sehr oft muß sie

das Bett hüten, und wenn das Aufsein auch leidlich ist, kann sie nur

mit großer Not und Anstrengung ihrem Berufe teilweise vorstehen.

Mehrere Ärzte haben erklärt, es fehle ihr weiter nichts, sie besitze

nur einen +recht schlechten Magen+. Die arme Geplagte brauchte

viel in tropfbar-flüssiger und fester Form, in Pulver- und Pillen- und

anderer Gestalt, zum Teile scharfe Sachen.

Das +Aussehen+ läßt auf arge Leiden schließen: die Gesichtszüge

sind eingefallen, die Farbe ist blaß, der Körper nur mehr Haut und

Knochen. Ihr Unterleib -- so ergänzte sie das Krankheitsbild -- sei

stark aufgetrieben, und sogar das anliegende Kleid verursache ihr

Schmerzen. Oft habe sie sich erbrochen, und Füße und Hände seien stets

ganz kalt.

Mein Gutachten lautete wie im vorhergehenden Falle. Rosa hatte sich

den Unterleib gründlich dadurch verdorben, daß sie oft plötzlich von

der Hitze in die Kälte, vom heißen Herde weg in den Eiskeller kam und

nicht wußte, wie sie sich gegen die schon bald fühlbaren schädlichen

Einflüsse schützen könne. Dazu hatte sie niemanden, dem sie sich

anvertrauen wollte, und sie trug die vermeintlichen kleinen Übel,

solange sie diese ertragen konnte, bis endlich der Druck vom Unterleib

aus so heftig wurde, daß dem Magen, eingeengt und eingezwängt, wie er

war, alles, was er an Speisen aufnahm, förmlich wieder ausgepreßt wurde.

Zu den +allgemeinen Anwendungen+, die Tätigkeit in den ganzen

Körper zu bringen hatten, mußten besondere für den Unterleib (nicht den

Magen) hinzukommen, das Angesammelte, besonders auch die Gase, zu lösen

und auszuleiten. Als +Anwendungen folgten+ (jeden Tag +eine+

derselben):

+der spanische Mantel+ (allgemeine Anwendung);

+Überlagen mit angeschwellten Heublumen+ auf den +Unterleib+,

jeden Tag 2 Stunden lang;

der +kurze Wickel+ (auflösend und ableitend);

+Ober- und Unteraufschläger+;

wiederum der +spanische Mantel+.

Als +Nebenanwendungen+ dienten das +Gehen auf nassen Steinen+

oder im +nassen Grase+, mitunter der +Knieguß+. Nach 4 Wochen

reichten aus ein +Wechsel zwischen dem spanischen Mantel+ und

dem +kurzen Wickel+, jeden zweiten Tag eine dieser Anwendungen.

Daneben mußte die Kranke, wie oben bemerkt,

häufig +barfuß gehen+. Rosa wurde ganz gesund und ist es heute noch.

„So gesund bin ich,“ äußerte sie sich bei einer jüngsten zufälligen

Begegnung, „wie noch nie in meinem Leben.“

+Friedrich+ erbrach anfangs viel Magensäure, später alles Gegessene und

Getrunkene. Alle Mittel halfen nichts, und der Arzt definierte das Übel

als +Magenverhärtung+ mit +Magenschluß+.

Das Aussehen des Patienten war gar nicht schlecht, die Züge wohl etwas

alt und die Gesichtsfarbe gelb. +Luft+ stoße es ihm viel aus dem Magen,

meinte er; der Unterleib sei vor Blähungen oft wie eine Trommel, und

dann zeige sich auch regelmäßig heftiges Weh im Kopfe. Wiederum haben

wir +Untätigkeit im unteren Revier, Schlaffheit der Gedärme+. Daher

der ungeregelte Stuhlgang, die Häufung der Gase und daher der Druck

auf Magen und Kopf. Der Kranke mußte +10 Tage hindurch täglich ein

Tuch, getaucht in Wasser und Essig+, 2 Stunden +lang auf den Unterleib+

binden, +täglich ein warmes Fußbad+ nehmen mit Asche und Salz und

den +Rücken+ sich in jeder Nacht zweimal +kalt abwaschen+ lassen.

Nach 6 Tagen schon verbesserte sich der ganze Zustand. Nach 10 Tagen

wandte der Patient +wöchentlich zweimal den kurzen Wickel, einmal den

spanischen Mantel+ an und nahm jeden zweiten Tag +ein Fußbad+ mit Asche

und Salz. Die dritte Verordnung bestimmte für die letzten 2 Wochen

+wöchentlich+ je 3 +Ober- und Untergüsse+ und 2 +Halbbäder+ (bis an die

Magengegend). In 6 Wochen war der Kranke vollständig hergestellt.

Unzählige solcher Fälle könnte ich noch anführen; das Gesagte mag indes

genügen.

+Das muß und will auch ich gerne konstatieren und zugeben+: Wenn solche

Übelstände nicht beseitigt, wenn der fortwährende Druck und die stete

Pressung mit der Hand in Hand gehenden Entzündung des Magens nicht

gehoben werden, dann freilich müssen nach und nach die berüchtigten

und gefährlichen +Magengeschwüre+ entstehen, die meistens in die

entsetzliche Krebskrankheit (Magenkrebs) ausarten.

+Selbst da noch+ können +Täuschungen+ und +Irrungen+ vorkommen. Ein

Beispiel will ich nur andeuten. Ein Familienmitglied habe, so meldete

man mir einstens, nach dem Ausspruche verschiedener Fachleute den

ausgebildeten Magenkrebs, und man lasse bei mir +nur+ anfragen,

welche +Vorsichtsmaßregeln+ in diesem Hause zu treffen seien, daß die

schreckliche Krankheit nicht ansteckend wirke. Ich gab Regeln an,

darunter auch für den

Kranken selbst solche, welche ihn in 4 Wochen vollkommen heilten und

dem Krebs zum Rückzuge bliesen. Die +Mittel+ bestanden in einfachen

+Teen+ von Schafgarbe, Wermut und Salbei und in +kurzen Wickeln+ im

Wechsel mit +Fußbädern+.

Kongestionen nach dem Essen, sowie Aufstoßen der Speisen, besonders

2 Stunden nach dem Essen und weiterhin den ganzen Nachmittag,

wiederholten sich ungefähr alle 4-5 Minuten; außerdem träger Stuhlgang,

völlige Schlaffheit der Gedärme, starker Fußschweiß (starker,

ekelhafter Geruch). Dieser Zustand dauerte 5 bis 6 Jahre. Verschiedene

Mittel wurden angewendet, aber ohne Erfolg. Das Aussehen ist recht

krankhaft, wie Porzellanfarbe; die Ränder um die Augen sind ganz grau

und blau, recht wenig Blut, wenig Naturwärme, schlechte Verdauung,

deshalb Blut und Natur nur krankhaft genährt.

Die Anwendungen müssen folgende sein: 1) die faulen Stoffe auflösen, 2)

die Naturwärme vermehren, 3) durch Kräftigung der Organe eine bessere

Verdauung bewirken, daß Blut und Säfte besser werden und die ganze

Maschine in guten Gang bringen. Denn dieser Organismus ist doch einer

Maschine gleich, die fleißig geschmiert wurde, aber kein gutes Material

hatte, und deshalb muß die Maschine überall gereinigt werden.

+Anwendungen+: 1) Warmes Fußbad zur Ausleitung der faulen Stoffe

in den Füßen, ungefähr drei- bis viermal, bis der Fußschweiß aufhört.

2) Ganzwaschungen, die eine allgemeine Transpiration bewirken und

zugleich die Naturwärme erhöhen. 3) Ober- und Unterguß.

Mit diesen Anwendungen soll man ungefähr 8-10 Tage fortfahren, an jedem

Tag zwei Anwendungen. Als zweite Kur kommt die Ganzwaschung, Ober- und

Unteraufschläger, ins Wasser knien, Rückenguß, wieder 10 Tage lang. Als

dritte Kur folgen Halbbäder und Ganzwaschungen. In 3-4 Wochen kann so

ein Organismus wieder hergestellt werden. Zur Erhaltung und weiteren

Befestigung aber ist notwendig, in der Woche noch ein paar Anwendungen

beizubehalten, wozu eine Ganzwaschung oder auch ein Ober- und Unterguß

ausreicht.

Ein Weib, 64 Jahre alt, hat heftiges Brennen im Magen, Aufstoßen

und Erbrechen; oft kommt dazu kaltes Fieber und manchmal auch

starker Schweiß. Wochen hindurch nimmt das Übel immer zu trotz aller

angewandten Mittel. Die beste Wirkung wird hervorbringen: Täglich

zweimal jedesmal 20 Wermuttropfen in einer kleinen Tasse ganz warmen

Wassers; dazu täglich einmal ein

warmer Unteraufschläger eine Stunde lang; ferner jeden zweiten Tag ein

doppeltes Tuch, in warmes Wasser getaucht, auf den Unterleib gebunden,

eine Stunde lang. Jeden zweiten Tag ein warmes Fußbad mit Asche und

Salz, 14 Minuten lang.

Eine Person, 40 Jahre alt, klagte über häufige Magenschmerzen,

Schmerzen im Unterleib, Appetitlosigkeit, saures Aufstoßen und

Entkräftung. Besonders waren Hände und Füße meistens kalt. -- Die

Anwendungen waren folgende: 1) Jeden Morgen und jeden Abend Brust und

Unterleib mit halb Wasser und halb Essig kräftig einreiben. 2) Täglich

6-8 Wacholderbeeren essen. 3) In der Woche dreimal vom Bett aus ganz

waschen und, ohne abzutrocknen, wieder ins Bett gehen. In 14 Tagen war

die Kranke geheilt, und um gesund zu bleiben, wird selbe gut tun, wenn

sie längere Zeit hindurch wöchentlich einmal sich ganz wäscht.

„Längere Zeit hindurch habe ich ein hartes Magenleiden. Es treibt mich

gewaltig auf, und unter großen Schmerzen muß ich oft alles erbrechen.

Meine Füße tun mir meistens weh und zeigen dabei krampfhafte Zuckungen.

Meine Lippen sind beständig weiß; ich magere am ganzen Körper ab. Ich

habe mehrere Ärzte gehabt; die haben mir aber nichts als zum Laxieren

gegeben, und dieses hat mich wohl recht angegriffen und geschwächt.“

+Anwendungen+: 1) In der Woche dreimal angeschwellte Heublumen auf

den Unterleib binden, eine Stunde lang. 2) Jede zweite Nacht vom Bett

heraus ganz waschen und, ohne abzutrocknen, wieder ins Bett gehen. 3)

Jeden Morgen 25 Wermuttropfen in Wasser einnehmen, jeden Nachmittag 25

Tropfen von Hagebutten.

Eine Hausfrau klagt: „Ich bin gar nie frei von Schmerzen im Unterleib;

derselbe ist oft aufgetrieben, und wenn es recht arg ist, habe ich

einen Druck auf den Magen, daß mir viele Säure aufstößt, oft auch die

Kost erbrochen wird. Mein Kopf ist recht eingenommen, und nicht selten

habe ich großen Schwindel. Es gibt Zeiten, wo ich alle halbe Stunde

Harn lassen muß, dann wieder Tage, wo höchstens einmal Wasser abgeht.

Drei Ärzte erklärten, ich habe Magenkatarrh.“

Diese Kranke wurde +geheilt+ innerhalb 4 Wochen auf folgende

Weise: Die erste Woche bekam sie bloß täglich 2 Obergüsse und 2

Kniegüsse und täglich eine Tasse Tee von Wacholderbeeren und Zinnkraut;

in der zweiten Woche täglich einen Oberguß und Knieguß, zweimal

einen Wickel von unter den Armen an; in der dritten Woche einmal den

spanischen Mantel, dreimal ein Sitzbad und einmal ein Halbbad; in der

vierten

Woche Halbbäder, dreimal den spanischen Mantel, einmal Wassergehen

täglich.

Magen-Säure.

Kreszentia erzählt: „Ich bin 45 Jahre alt, habe fast täglich starkes

Magenleiden; es hört von Zeit zu Zeit auf, aber immer nur auf kurze

Zeit; recht oft stößt es mir Säure und Bitterkeit oben heraus, und ich

weiß mich oft gar nicht zu erwärmen; je mehr Säure und Bitterkeit, um

so größer die Kälte.“

Das Aussehen dieser Person war recht leidend, sie selber recht mager;

die Gesichtszüge waren eingefallen; die Kälte scheint die Wärme

gänzlich verdrängt zu haben. Hier ist sicher durch schlechte Verdauung

eine große Blutarmut eingetreten.

Ich verordnete ihr: „Schütten Sie siedendes Wasser an Heublumen,

bringen Sie diese so warm wie möglich in ein Tuch oder noch besser

in ein Säcklein und legen Sie dieses ganz warm, wie Sie es gut

ertragen können, auf die Magengegend und den Unterleib! Bringen Sie

über das Ganze ein Tuch über den Körper, daß das Säcklein auf den

Leib aufgebunden ist, und lassen Sie es dann eineinhalb Stunden lang

liegen; so 3 Tage lang! Nehmen Sie drei Tage nacheinander jeden Abend

ein warmes Fußbad mit Asche und Salz, 14 Minuten lang, dann jeden 3.

oder 4. Tag, und waschen Sie sich in der Woche drei- bis viermal in

der Nacht vom Bett aus ganz und gehen Sie dann gleich wieder ins Bett!

Nehmen Sie dann täglich zweimal 4-6 Löffel voll Wermuttee, und machen

Sie so 14 Tage fort; dann wird ausreichen in der Woche einmal ein

Fußbad und einmal eine Waschung in der Nacht oder auch ein Halbbad.“

Migräne.

Die Migräne, das halbseitige Kopfweh, ist vorherrschend eine

+Frauenkrankheit+, die aber auch geistesstarke Männer recht oft

befallen kann, besonders solche, die viel und anstrengend geistig

beschäftigt sind. Man kann manchmal den Trost eines Arztes hören:

„Seien Sie ruhig, einen Dummkopf befällt keine Migräne!“ +Leicht+

kann dieses Leiden +von gestörtem Blutlaufe+ herkommen, +noch

häufiger aber von störenden Einflüssen aus dem Magen und Unterleib+.

(Gänzlicher Mangel an Appetit und Widerwille gegen alle Kost.) Wenn der

Unterleib im ganzen etwas geschwächt ist, wenn sich häufig Gase sammeln

und die Stuhlentleerungen nicht regelmäßig sind, so üben gar zu leicht

und oft diese Beschwerden eine Rückwirkung auf den Kopf und verursachen

an einzelnen Stellen diese Schmerzen. Oder es kann das Blut bei einem

unregelmäßigen

Meine Wasser-Kur Durch mehr als 40 Jahre erprobt und geschrieben zur Heilung der Krankheiten und Erhaltung der Gesundheit · 第 27 / 36 段