Im Folgenden einige Namen von solchen Organisationen: Verband
nationalgesinnter Soldaten, Bund der Aufrechten, Deutschvölkischer
Schutz- und Trutzbund, Stahlhelm, Organisation »C«, Freikorps und
Reichsfahne Oberland, Bund der Getreuen, Kleinkaliberschützen,
Deutschnationaler Jugendbund, Notwehrverband, Jungsturm, Nationalverband
Deutscher Offiziere, Orgesch, Roßbach, Bund der Kaisertreuen, Reichsbund
Schwarz-Weiß-Rot, Deutschsoziale Partei, Deutscher Orden, Eos, Verein
ehemaliger Baltikumer, Turnverein Theodor Körner, Allgemeiner
deutschvölkischer Turnverein, Heimatssucher, Alte Kameraden, Unverzagt,
Deutsche Eiche, Jungdeutscher Orden, Hermansorden, Nationalverband
deutscher Soldaten, Militärorganisation der Deutschsozialen und
Nationalsozialisten, Olympia (Bund für Leibesübungen), Deutscher Orden,
Bund für Freiheit und Ordnung, Jungsturm, Jungdeutschlandbund,
Jung-Bismarckbund, Frontbund, Deutscher Waffenring (Studentenkorps),
Andreas-Hofer-Bund, Orka, Orzentz, Heimatbund der Königstreuen,
Knappenschaft, Hochschulring deutscher Art, Deutschvölkische Jugend,
Alldeutscher Verband, Christliche Pfadfinder, Deutschnationaler
Beamtenbund, Bund der Niederdeutschen, Teja-Bund, Jungsturm,
Deutschbund, Hermannsbund, Adler und Falke, Deutschland-Bund,
Junglehrer-Bund, Jugendwanderriegen-Verband, Wandervögel völkischer Art,
Reichsbund ehemaliger Kadetten.
Ein großer Teil dieser Organisationen wurde auf Grund des Gesetzes zum
Schutz der Republik aufgelöst. Bayern hat keinen dieser Verbände
aufgelöst.
Betrachten wir die Organisationen im Einzelnen. Der _Schutz-und
Trutzbund_ ist wesentlich antisemitischer Natur, außenpolitisch nicht
betont, jedoch zählt er in seinen Reihen zahlreiche Terroristen. Er soll
200_000 Mitglieder umfassen.
Der _Alldeutsche Verband_ ist wesentlich monarchistisch. Er will das
Kaisertum durch einen Diktator vorbereiten. Außenpolitisch ist er
aggressiv, vor allem gegen Frankreich und Polen, Mitgliederzahl ca.
80_000. Sein Werk war der Kapp-Putsch.
Der _Jungdeutsche Orden_ ist im Gegensatz zu den beiden obigen Verbänden
militärisch organisiert und besitzt wohl heimliche Waffenlager. Seine
Mitglieder -- angeblich ca. 80_000 -- haben sich durch einen Eid zu
Gehorsam verpflichtet. Er gliedert sich in Gefolgschaften,
Bruderschaften und Balleien.
Der _Stahlhelm_ besitzt 300 Ortsgruppen und ca. 25_000 Mitglieder.
Der Sportklub _Olympia_ ist ein Versuch, das aufgelöste Regiment
Reinhardt fortzusetzen.
Die _Orka_ (Organisation Kanzler) steht in enger Beziehung zu dem
früheren bayerischen Ministerpräsidenten v. Kahr und dem ehemaligen
Kronprinz Rupprecht. Sie ist entstanden aus der Tiroler Abteilung der
Orgesch.
Der _Deutsche Waffenring_ ist eine Zusammenfassung der nationalistischen
Studentenorganisationen.
Der _Bund für Freiheit und Ordnung_ ist ein Versuch der Fortführung der
aufgelösten Selbstschutzverbände von Groß-Berlin.
_Orgesch_ und Freikorps _Oberland_ sind spezifisch bayerische
Organisationen, die zweifellos Waffenlager besitzen. Freikorps Oberland
zählt nur wenige Mitglieder, ca. 2000, die Orgesch vielleicht 200_000.
Am straffsten organisiert sind die _Arbeitsgemeinschaften_. Es sind dies
frühere kleine Truppenteile, die in corpore auf einem großen Rittergut
untergebracht sind. Die bekannteste ist die Arbeitsgemeinschaft
_Roßbach_, welche aus Teilen des gleichnamigen Freikorps besteht. Der
Stab verbirgt sich hinter der Firma »Deutsches Auskunfts- und
Detektivbüro« Wannsee, Otto-Erich-Str. 10. In Mecklenburg heißt er »Bund
für Berufsausbildung landwirtschaftlicher Arbeiter«. Aehnliche
Organisationen sind: _Hubertus_, _Aulock_, _Heidebrecht_, _Dewitz_ und
_Grenzmark_.
Die Organisation der »_Brüder vom Stein_« wurde am 6. Juli 1921 im Hotel
Hauffe, Leipzig, von derselben Versammlung gegründet, in der sich auf
Befehl des Forstrats Escherich die dortige Orgesch auflöste. Geldgeber
waren die Finanzausschüsse der sächsischen Industrie mit Hilfe der
Bürgerbünde. Der Verein wurde beim Amtsgericht Leipzig eingetragen. Am
2. November besaß er bereits 700_000 Mark Vermögen. Major a. D.
Schneider in Bautzen war Leiter einer Selbstschutzorganisation, welche
eine Fortsetzung der 1920 von der Orgesch und den Bürgerbünden
aufgestellten Organisationen war. Der Fortbildungsschullehrer Ebersbach
hatte hierfür in Cunnersdorf bei Frankenberg ein Waffenlager von über
600 Gewehren und vier Maschinengewehren errichtet, das am 27. Oktober
1921 beschlagnahmt wurde.
Auch die Brigade _Ehrhardt_ hatte in Sachsen eine Abteilung im
Klubgebäude der Studentenverbindung Saxonia, Elsterstraße, Leipzig. Dazu
kam dann noch die Ritterschaft _Zollern_, eine geheime
Jugendorganisation in Leipzig. In ihr war der Bruder von Tillessen
Verbindungsmann der Organisation C.
Der Sportverein _Silbernes Schild_ stellte die Fortsetzung der
aufgelösten militärischen Organisation der Zeitfreiwilligen dar. Dieser
Sportverein hatte eine militärische Leitung und war geschlossen der
Orgesch angegliedert. (Mitteilung des sächs. Innenministers Lipinski, 2.
November 1921.)