Karl _Gareis_ war Abgeordneter der U.S.P.D. im bayerischen Landtag. Er
hatte sich verhaßt gemacht durch seinen Kampf gegen die Einwohnerwehr
und durch Aufdeckung einer Spitzelaffäre, bei der ein gewisser Dobner
wegen angeblichen Verrats eines Waffenlagers an die Entente von
Studenten beinahe umgebracht worden war. Am 10. Juni 1921 wurde er
nachts auf dem Heimweg vor seiner Wohnung erschossen. Zur Erklärung der
Tat beachte man den Brief Meier-Koys, des früheren Vorsitzenden der
bayerischen Königspartei. Danach ist der zweite Landeshauptmann der
bayerischen Einwohnerwehren, Kanzler, der Ansicht: »Die Verräter sind
umzubringen, und zwar unter Hinterlassung eines Merkmals, das die Motive
der Tat zweifelsfrei erscheinen läßt. Der Führer braucht bei der
Ausführung nicht ängstlich zu sein. Hinter ihm (Kanzler) stehe der
Ministerpräsident« (Reichstag, 17. Juni 1921). Als Täter kommt der oben
auf Seite 64 genannte Leutnant _Schweighart_ in Betracht. Wenigstens
wurde dies bei seiner Auslieferung von den österreichischen Behörden
vermerkt. (Vergl. auch S. 138.)