»Verräter verfallen der Fehme«
Hans _Hartung_ war in Halle und München unter den Kommunisten als
Spitzel tätig, gleichzeitig soll er geheime Waffenlager der bayrischen
Einwohnerwehr an die Entente verraten haben. In Zusmarshausen waren
Waffen der Einwohnerwehr von dem Rittmeister Gustav _Beurer_ unter
Mithilfe des Oberleutnants Dr. Josef _Berger_, des Amtsrichters
_Wanderer_ und des Bankbeamten Lorenz versteckt worden. Von Hartung
fürchtete man Verrat. Anfang März 1921 wurde seine Leiche bei
Zusmarshausen in einem Bach gefunden. Sie war im Auto dorthin gebracht
worden. Wahrscheinlich hat Beurer ihn ins Auto gelockt und zusammen mit
Berger erschossen. Die Leiche war mit Steinen beschwert, in eine vorher
von Berger und Wanderer ausgesuchte tiefe Stelle des Baches geworfen
worden. Berger, der sich im Rausch verraten hatte und Beurer wurden im
März 22 verhaftet, bereits im Juni aber wegen »Mangels an Beweisen«
entlassen. (»Berliner Tageblatt«, 26. 3. 22, »Münchener Neueste
Nachrichten«, 3. 6. 22.)
Das Dienstmädchen Maria _Sandmeier_ aus München, Tegernseerlandstraße
20, wurde am 6. Oktober 1920 im Forstenriederpark erdrosselt gefunden.
Die Leiche war im Auto dorthin geschafft worden. Die Sandmeier hatte
gedroht, dem Entwaffnungskommissar des Reichs ein Waffenlager anzugeben.
Als Täter wurde der Leutnant Hans _Schweighart_ vom Freikorps Oberland
in Innsbruck im Dezember 1921 verhaftet (»Vossische Zeitung«, 8. 12.
1921) und an Bayern ausgeliefert. Eine Verhandlung fand bisher nicht
statt.