Der Gutsbesitzer Herr über Leben und Tod

Am 18. März 1920 leitete der Arbeiter F. _Slomski_ aus Karow in einer

Wirtschaft in Hof Mecklenburg eine Versammlung streikender Arbeiter. Es

erschienen Autos mit mehreren Offizieren und zirka 60 Mann des Freikorps

Roßbach. Alle Leute mußten antreten. Darauf kam der Rittergutsbesitzer

_Bachmann_, bei dem Slomski arbeitete, und suchte sich die Leute aus.

Slomski wurde verhaftet und von den Soldaten schrecklich mißhandelt.

Unterdessen verhandelten Bachmann und ein Offizier und bildeten ein

angebliches Standgericht. Slomski wurde von acht Mann und zwei Chargen

an seiner Wohnung vorbeigeführt, wo seine Frau und Kinder standen und

schrecklich schrien. Kurz hinter dem Dorfe wurde er um 1/2-12 Uhr

erschossen. Die Leiche wurde der Witwe ins Haus gebracht. Die

Staatsanwaltschaft hat ein gegen Bachmann eingeleitetes Verfahren am 7.

10. 20 eingestellt, »da der Tatbestand einer vorsätzlichen, bewußt

rechtswidrigen Handlung ausgeschlossen.«

(Die Aussagen der Zeugen Karl Ritentiedt zu Karow, Friedrich Mündt, Hof

Mecklenburg, Wilhelm Schwarz, Hof Mecklenburg, Joachim Bliemeister, Hof

Mecklenburg, Wilhelm Druwe zu Hohen-Viecheln, Carl Hopp zu Petersdorf,

Ernst Bohnhoft zu Rosenthal sind in meinem Besitz.)

Vier Jahre Politischer Mord · 第 50 / 146 题