»Am 10. März wurde auf Befehl Noskes der Redakteur der »Roten Fahne« Leo
_Jogisches_ durch Angehörige der Gardekavallerie-Schützendivision
verhaftet. Er sollte durch einen Soldaten dem Untersuchungsrichter
zugeführt werden. Im Gebäude des Kriminalgerichts griff Jogisches den
Soldaten« (Kriminalwachtmeister Ernst _Tamschik,_ »Freiheit«, 27. Mai
1919) »an und wurde von ihm auf der Stelle niedergeschossen. Ein
gleicher Fall war im Gebäude des Kriminalgerichts schon am Tage vorher
vorgekommen.« (»Vossische Zeitung«, 11. März.)
_Dorrenbach_, ein früherer Offizier, hatte sich der Revolution
angeschlossen und wurde Führer der Volksmarinedivision. Wegen der
Berliner Spartakusunruhen schwebte gegen ihn ein Haftbefehl. In Eisenach
wurde er am 12. Mai 1919 verhaftet (»Freiheit«, 18. Mai 1919) und am 17.
Mai durch den Staatsanwalt vernommen. Beim Rücktransport ins Gefängnis
soll er einen Fluchtversuch unternommen haben und wurde von den Soldaten
niedergeschossen. Schwer verletzt wurde er in die Charité gebracht, wo
er starb. Vor seinem Tod erklärte er seinem Rechtsanwalt ausdrücklich,
er sei nicht geflohen. (Ledebourprozeß, 3. Tag.) Den tödlichen Schuß
hatte ebenfalls Kriminalwachtmeister Ernst _Tamschik_ abgegeben.
Tamschik wurde später zum Leutnant bei der Sicherheitswehr
Charlottenburg ernannt. Dann kam er zur Sicherheitspolizei nach
Ostpreußen. (Bekundung des Oberwachtmeisters Kuhr in einem Prozeß, »Welt
am Montag«, 25. Mai 1920.)