2. Goethe.

Indessen war es nicht genug, anzuerkennen, daß Shakespeare nicht blos

ein gewaltiges Genie, sondern auch ein großer K ü n s t l e r gewesen

sei; daß er nicht blos zu blitzen und zu donnern vermocht, sondern

auch seine Werke künstlerisch gestaltet, geordnet und componirt habe:

es mußte im einzelnen an einer seiner großen Dichtungen nachschaffend

gezeigt werden, wie tiefsinnig angelegt, durchdacht, in allen seinen

Theilen berechnet das Ganze sei. Dies ist in eminenter und

vorbildlicher Weise zuerst durch G o e t h e geschehen in seiner

Analyse des Hamlet im vierten und fünften Buche der Lehrjahre Wilhelm

Meisters. Dieses Werk erschien 1795. Ein Jahrhundert ist seitdem

vergangen, und es geziemt sich wohl, an dem heutigen Tage diese schöne

säkulare Erinnerung zu feiern.

Shakespeare und die Bacon-Mythen · 第 40 / 42 题