Renée wollte reden, sagen, daß Geldern doch recht hatte, daß Yvonne –

Aber wie konnte sie reden. Wie sollte sie vorbeireden an diesen beiden

großen Augen.

Geldern ging. Er sah Yvonne nicht an.

„Nun ist dein Berg rot, Renée, nun wird er ganz purpurn, freut dich

das?“

„Ja,“ sagte Renée. „Heut tut er es dir zuliebe –.“

„O, Renée, wie bist du gekommen. Wie ein Schirokko bist du mir ins Haus

gefahren. Kennst du den Wind? Er macht müde und warm. Ganz warm. Er

fühlt sich schmeichelnd an und sanft. Kennst du den? In der Nacht? Dann

kommt er mit dumpfen Stößen, so als wäre es ein Beben und gar kein

Wind.“

„So bin ich gekommen, sagst du –“

„Ja, so,“ sagte Yvonne leise.

Renée lachte: „Aber gar nicht aus dem Süden. Da war ich noch nie. So

dumm und ungebildet bin ich.“

„Wir wollen dahin gehn,“ sagte Yvonne, „du und ich. Da wohnen wir in

einem kleinen, weißen Palazzo, wohnen wir – ja – und fahren aus in

unserer Gondel jeden Abend, dahin, wo man nichts mehr sieht vor

Dunkelheit auf dem Meer.“

Das Leben der Renée von Catte · 第 56 / 74 题