M. ruft: Alle meine Hulegänschen, kommt zu mir!

G.: Wir dürfen nicht.

M.: Warum denn nicht?

G.: Der Wolf steht hinter der Tür und macht sein Messer scharf.

M.: Was habt ihr ihm denn zuleide getan?

G.: Großen Topf voll Erbsen ausgegessen.

M.: Wie groß?

G.: So groß (Zeichen mit den Händen).

M.: Wie breit?

G.: So breit (Zeichen mit den Händen).

M.: Alle meine Hulegänschen kommt zu mir!

Nun laufen die Gänschen zur Mutter. Der Wolf sucht dabei eins oder

mehrere zu erhaschen, die er dann in seine Höhle schleppt. So gehts

fort, bis alle Gänschen gefangen sind.

Das Lied vom Dackelhund.

Morgens früh um sechse

Steht der Dackel auf,

Macht durch Haus und Garten einen flinken Lauf,

Kratzt auf allen Beeten,

Riecht an jedem Stein,

Wühlt sich in die Asche,

Bis an die Ohren ein.

Dickel, Duckel, Dackel, Dackelhund,

Frißt den Tag zwei Zentner,

Und wiegt sechs Pfund.

Morgens früh um sieben,

Bringt der Bäcker Brot,

Der Dackel frißt zwei Semmeln,

Als wäre Hungersnot.

Milch dazu, ’nen Teller,

Warm von der Kuh,

Wir alle stehen drum herum

Und gießen nochmal zu.

Dickel, Duckel, Dackel, Dackelhund,

Frißt den Tag zwei Zentner,

Und wiegt sechs Pfund.

Dann geht er in die Küche

Und hält bis Mittag Wacht

Und gibt auf jeden Brocken

Aufs allerbeste acht:

Schabefleisch und Schinken,

Kartoffeln und Gemüs’,

Graupen, Reis und Leber dann,

Alles schmeckt ihm süß.

Dickel, Duckel, Dackel, Dackelhund,

Frißt den Tag zwei Zentner,

Und wiegt sechs Pfund.

Mittags, wenn wir essen,

Sitzt er auch dabei

Und kommt zu einem jeden,

Richtig nach der Reih’:

Der Vater gibt ’nen Klaps ihm,

Die Mutter läßt ihn steh’n,

Doch wir Kinder füttern ihn,

Das solltet ihr mal seh’n.

Dickel, Duckel, Dackel, Dackelhund,

Frißt den Tag zwei Zentner,

Und wiegt sechs Pfund.

Nachmittags gibts Knochen

Und Suppe für den Durst

Und abends zu dem Vesperbrot,

Die Pellen von der Wurst.

Oft kriegt er nachts noch Hunger,

Dann frißt er, was er find’t,

Die Troddeln von dem Sessel,

Die Wichse aus dem Spind.

Dickel, Duckel, Dackel, Dackelhund,

Frißt den Tag zwei Zentner,

Und wiegt sechs Pfund.

Carl Ferdinands.

Häslein.

Unterm Tannenbaum im Gras

Gravitätisch sitzt der Has,

Wichst den Bart und spitzt das Ohr,

Duckt sich nieder, guckt hervor,

Rupft und reckt sich,

Endlich macht er einen Sprung:

„Hei, was bin ich für ein Jung’!

Schneller noch, als Hirsch und Reh’

Spring ich auf und ab die Höh’,

Wer ist’s, der mich fangen kann?

Tausend Hund’ und hundert Mann,

Gleich will ich’s mit ihnen wagen,

Soll mich keiner doch erjagen.

Und der Graf auf seinem Schloß,

Hat im ganzen Stall kein Roß

Und auch keinen Reitersknecht,

Der mir nachgaloppen möcht’.“

„Häslein, nimm dich doch in acht,

Hund und Jäger schleichen sacht!

Eh’ du’s denkst, da zuckt es rot,

Und die Kugel schießt dich tot.“

Aber ’s Häslein hat sich jetzt,

Wie ein Männlein hingesetzt,

Schaut nicht auf und schaut nicht um.

„Bst, was kommt so still und stumm,

Dort durch Busch und Dorn und Korn,

Flinte trägt’s und Pulverhorn?

Hu! der Jäger ist es schon!

Häslein, Häslein, spring’ davon!

’s ist zu spät; es blitzt und pufft,

Und der Rauch steigt in die Luft,

Und das Häslein liegt, o weh!

Totgeschossen in dem Klee.“

Friedrich Güll.

Das eilige Schneckchen.

Schneckchen, Schneckchen, laß dir Zeit!

Mußt so sehr nicht laufen!

Hast gewiß nicht mehr so weit,

Kannst einmal verschnaufen.

Schneckchen spricht: Da liegt ein Ort —

Drüben bei den Bäumen;

Nächste Woch’ ist Kirmeß dort,

Möcht sie nicht versäumen.

Daß ich mit bei Tanze bin,

wirst Du mir wohl gönnen;

Wenn ich nun noch will dahin,

Muß ich da nicht rennen?

Trojan.

Kinder untereinander.

[Illustration]

Zuchtreim.

Was?

Wenn’s regnet, ist’s naß,

Wenn’s schneit, ist’s weiß,

Wenn’s friert, ist’s Eis,

Du bist ein kleiner Naseweis.

Kleine Predigten.

Eins, zwei, drei!

Alt ist nicht neu,

Neu ist nicht alt,

Warm ist nicht kalt,

Kalt ist nicht warm,

Reich ist nicht arm.

Ein Huhn und ein Hahn,

Die Predigt geht an.

Eine Kuh und ein Kalb,

Die Predigt ist halb.

Eine Katze und eine Maus,

Geht alle nach Haus

Und haltet alle ein’n Schmaus;

Habt ihr ’was, so eßt es,

Habt ihr nichts, vergeßt es,

Habt ihr noch ein Brösamlein,

So gebt’s dem kleinen Vögelein.

Diener, meine Herr’n,

Aeppel sind keine Bärn’,

Bärn’ sind keine Aeppel,

Die Wurst hat zwei Zäppel,

Zwei Zäppel hat die Wurst,

Der Bauer leidet Durst,

Durst leidet der Bauer,

Das Leben wird ihm sauer,

Sauer wird ihm das Leben,

Der Weinstock hat viele Reben,

Viele Reben hat der Weinstock,

Ein Kalb ist kein Ziegenbock,

Ein Ziegenbock ist kein Kalb,

Nun ist meine Predigt halb,

Halb ist meine Predigt,

Mein Bauch ist mir ledig,

Ledig ist mir mein Bauch,

Meine Mütze ist rauch,

Rauch ist meine Mütze,

Die Maus frißt Grütze,

Grütze frißt die Maus,

Nun ist meine Predigt aus.

Eins, zwei, drei,

Alt ist nicht neu,

Neu ist nicht alt,

Warm ist nicht kalt,

Kalt ist nicht warm,

Reich ist nicht arm.

Arm ist nicht reich,

Ungrad ist nicht gleich,

Gleich ist nicht ungrad,

Ein Wagen ist kein Pflugrad.

Pflug ist kein Wagen,

Singen ist nicht sagen,

Sagen ist nicht singen,

Tanzen ist nicht springen.

Springen ist nicht tanzen,

Flöh’ sind keine Wanzen,

Wanzen sind keine Flöh’,

Ein Hirsch ist kein Reh.

Reh ist kein Hirsch,

Faul ist nicht frisch,

Frisch ist nicht faul,

Ein Ochs ist kein Gaul.

Ein Gaul ist kein Ochs,

Ein Has’ ist kein Fuchs,

Ein Fuchs ist kein Has’,

Die Zunge ist keine Nas’.

Nas’ ist keine Zunge,

Leber ist keine Lunge,

Lunge ist keine Leber,

Der Schneider ist kein Weber.

Ein Weber ist kein Schneider,

Ein Bauer ist kein Schreiber,

Ein Schreiber ist kein Bauer,

Süß ist nicht sauer.

Sauer ist nicht süß,

Die Händ’ sind keine Füß’,

Die Füß’ sind keine Händ’,

Brust hat keine Ent’.

Ent’ hat keine Brust,

Hunger ist kein Durst,

Durst ist kein Hunger,

Ein Alter ist kein Junger.

Ein Junger ist kein Alter,

Die Bibel, die hat Psalter,

Psalter ist kein Testament:

Also hat das Lied ein End’.

*

Die Pflaumen sind reif,

Die Mädchen sind steif,

Die Jungen sind stolz,

Die fahren ins Holz,

Da kippelt der Karren,

Da lachen die Narren,

Da geigt die Maus,

Da tanzt die Laus,

Da huppt der Floh

Zum Fenster ’naus.

*

Mein Vater kaufte sich ein Haus;

An dem Hause war ein Garten,

In jedem Garten war ein Baum,

Auf dem Baume war ein Nest,

In dem Neste war ein Ei,

In dem Ei, da war ein Dotter,

In dem Dotter war ein Hase,

Der beißt dich in die Nase.

Verschiedene Verschen.

Petersilien, Suppenkraut,

Wächst in unserm Garten;

Mariechen ist ’ne junge Braut,

Soll nicht lang’ mehr warten.

Roter Wein und weißer Wein,

Morgen soll die Hochzeit sein.

*

Meine Mu, meine Mu, meine Mutter

Schickt mich her,

Ob der Ku, ob der Ku, ob der Kuchen

Fertig wär’;

Wenn er no, wenn er no, wenn er

Noch nicht fertig wär’,

Käm’ ich mo, käm’ ich mo, käm’ ich

Morgen wieder her.

*

Ihr Diener!

Was machen denn Ihre Hühner?

Legen sie brav Eier?

Was kostet ’s Schock?

„Einen Dreier.“

Das ist mir zu teuer.

Einen Pfennig,

„Das ist mir zu wenig.“

Einen Zweer,

„Das geht schon eher.“

Ri-Ra-Rutsch · 第 14 / 37 题