C. Weber.

Backe, backe Kuchen,

Der Bäcker hat gerufen;

Wer will guten Kuchen backen,

Der muß haben sieben Sachen:

Eier und Schmalz,

Butter und Salz,

Milch und Mehl,

Safran macht den Kuchen gehl.

Sprachübungen und Sprachscherze.

Der Potsdamer (Kottbuser) Postkutscher putzt den Potsdamer (Kottbuser)

Postkutschkasten.

Sechsundsechzig Schock sechseckige sächsische Schusterzwecken.

Fischers Fritz fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers

Fritz.

In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.

Kein klein Kind kann keinen Kirschkern knacken.

Mein Müller, mahl’ mir meine Metze Mehl, meine Mutter muß mir morgen

mein’ Milchmus machen.

Konstantinopolitanischer Dudelsackpfeifenmachergeselle.

Der Metzger wetzt das Metzgermesser.

Der dicke Dietrich (Diener) trug den dünnen Dietrich (Diener) durch

den dicken, dicken, dudel-dicken Dreck; da dankte der dünne Dietrich

(Diener) dem dicken Dietrich (Diener), daß der dicke Dietrich (Diener)

den dünnen Dietrich (Diener) durch den dicken, dicken, dudel-dicken

Dreck trug.

Ein Scheit, ein Scheit, ein Schleusenscheit, ein wohlgeschlissenes

Schleusenscheit schickt die Frau Weißen aus Meißen und läßt grüßen

und sagen fein, daß sie die allergeschickteste Frau Schleißerin,

Schleußerin sei; ihr Mann sitzt hinter der Scheune und schleißt

Scheite, und eh’ er einen Bissen genossen, hat er einen großen Haufen

Schleusenscheite geschlissen, geschlossen, geschleißt.

Ein König hatte drei Söhne; der erste hieß Kap, der andere Kap-prack,

der dritte Kap-prack-Kap-prack-Kap-premine.

Es waren drei Schwestern; die erste hieß Pinka, die andere pipla Pinka,

die dritte zick nick nack knobla pipla Pinka. Da nahm die Pinka einen

Stein und warf ihn der pipla Pinka an das Bein, da fing die zick nick

nack knobla pipla Pinka an zu schrei’n.

Jockel.

Der Herr, der schickt den Jockel aus,

Er soll den Hafer schneiden;

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr den Pudel aus,

Er soll den Jockel beißen;

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr den Prügel aus,

Er soll den Pudel schlagen;

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr das Feuer aus,

Das soll den Prügel brennen;

Das Feuer brennt den Prügel nicht,

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr das Wasser aus,

Es soll das Feuer löschen;

Das Wasser löscht das Feuer nicht,

Das Feuer brennt den Prügel nicht,

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr den Ochsen aus,

Er soll das Wasser saufen;

Der Ochse säuft das Wasser nicht,

Das Wasser löscht das Feuer nicht,

Das Feuer brennt den Prügel nicht,

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr den Schlächter aus,

Er soll den Ochsen schlachten;

Der Schlächter schlacht’t den Ochsen nicht,

Der Ochse säuft das Wasser nicht,

Das Wasser löscht das Feuer nicht,

Das Feuer brennt den Prügel nicht,

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneid’t den Hafer nicht,

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da schickt der Herr den Henker aus,

Er soll den Schlächter henken;

Der Henker henkt den Schlächter nicht,

Der Schlächter schlacht’t den Ochsen nicht,

Der Ochse säuft das Wasser nicht,

Das Wasser löscht das Feuer nicht,

Das Feuer brennt den Prügel nicht,

Der Prügel schlägt den Pudel nicht,

Der Pudel beißt den Jockel nicht,

Der Jockel schneidt’t den Hafer nicht

Und kommt auch nicht nach Haus.

Da geht der Herre selbst hinaus,

Und macht gar bald ein End’ daraus;

Der Henker holt den Schlächter nun,

Der Schlächter schlacht’t den Ochsen nun,

Der Ochse säuft das Wasser nun,

Das Wasser löscht das Feuer nun,

Das Feuer brennt den Prügel nun,

Der Prügel schlägt den Pudel nun,

Der Pudel beißt den Jockel nun,

Der Jockel schneid’t den Hafer nun,

Und kommt auch gleich nach Haus.

Das ABC.

Auf das A folgt gleich das B,

So ist’s Ordnung im ABC.

Und dann kommt das C und D,

Hinterdrein kommt gleich das E.

F und G sind dann nicht weit,

H und I sind gleich bereit,

Laufen mit vor K und L,

M N O P folgen schnell;

Q und R und S und T

Schließen sich mit U V W

Hurtig der Gesellschaft an.

X und Y kommen dann.

Zwei gar wunderliche Herrn,

Kamen zu uns aus der Fern.

Z macht dann noch den Beschluß,

Wie ein jeder wissen muß.

Wer das ABC recht kann,

Der ist ein gelehrter Mann.

Alle Wissenschaft verdeckt

In dem ABC doch steckt.

Drum, mein Kind, macht dir’s auch Weh:

Lerne recht das ABC.

Dieffenbach.

Schulespielen.

Aufgepaßt und hingesetzt,

Hände hübsch gefaltet!

Daß ihr mir — ich rat’ euch jetzt —

Eure Schnäbel haltet!

Liese, wenn du nicht bald schweigst

Zupf ich dich am Oehrchen.

Karl, wenn du dich vorlaut zeigst,

Zeig’ ich dir das Röhrchen.

Wer da auf dem letzten Sitz

Wackelt mit dem Kopfe?

Irr’ ich nicht, so ist’s der Fritz!

Gleich gibt’s Fingerklopfe.

Wenn du nicht zur Tafel guckst,

Wehe dir! Ich stecke

Dich und jeden, der noch muckst,

Drüben in die Ecke!

So, nun melde jeder sich,

Gleich bei seinem Namen!

Denn beginnen feierlich

Soll jetzt sein Examen.

Schlaraffenland.

Nun höret zu und schweiget still,

Was ich euch Wunders sagen will

Von einem guten Lande.

Es bliebe mancher nicht daheim,

Könnt’ er dahin gelangen.

Die Gegend heißt Schlaraffenland

Ist faulen Leuten wohl bekannt;

Liegt hinterm Zuckerberge,

Und willst du in das Land hinein,

Friß dich hindurch die Zwerche.

Der Berg ist schier drei Meilen lang,

Da beiß’ dich durch und tu’ dir Zwang;

Gelingt dir’s ohne Schaden,

So findest du die Häuser all

Gedeckt mit Eierfladen.

Tür und Wänd’, das ganze Haus,

Sind von Lebkuchenteig durchaus.

Die Sparren Schweinebraten:

Kauft einer dort um Pfennigswert,

Hier gilt es einen Dukaten.

Alle Brunnen sind voll süßen Wein,

Rinnen einem in den Mund hinein

Und andre süße Weine.

Und wer die gerne trinken mag,

Der mach’ sich auf die Beine.

Um jedes Haus da ist ein Zaun,

Geflochten von Bratwürsten braun,

Gebraten und gesotten.

Es mag sie essen, wer da will;

Sie sind niemand verboten.

Auch fliegen um, das möcht’ ihr glauben,

Gebrat’ne Vögel, Gäns’ und Tauben;

Und wer sie nicht will fangen,

Dem fliegen sie von selbst ins Maul,

Braucht nicht darnach zu langen.

Die Säu geraten alle Jahr’,

Laufen herum und sind schon gar,

Mit Messern in dem Rücken.

Daß jeder bald ohn’ Aufenthalt,

Sich schneiden mag sein’ Stücke.

Fällt ein Wetter im Sommer ein,

So regnet’s lauter Honigseim.

Alle, die gerne schlecken,

Die laufen in das Land hinein,

Da haben sie zu lecken.

Fängt es im Winter zu schneien an,

So schneit es nichts als Marzipan,

Rosinen und auch Mandeln;

Und wer die gerne knabbern mag,

Hat einen guten Handel.

Auf Weiden wachsen Semmeln frei,

Die Löffel hängen schon dabei,

Darunter Milchbäch’ fließen.

Die Semmeln fallen in die Milch,

Daß sie jeder kann genießen.

Auf Tannen wachsen große Krapfen,

Wie hierzuland die Tannenzapfen.

Auf Fichten wachsen Schnitten;

Auch kann man von den Birken da

Gute Speckkuchen schütten.

Faul’ Gesinde, Mägd’ und Knecht’,

Sind in dem Land gar eben recht:

Auf, Gretel, denn und Stöffel,

Macht an den Milchbach euch geschwind

Mit einem großen Löffel!

Wer als der Faulste wird erkannt,

Wird in dem Land ein Edelmann.

Und wer nichts tut als schlafen,

Essen, trinken, tanzen, spielen,

Der wird zu einem Grafen.

Wer als Allerfaulster wird erkannt,

Ist König über das ganze Land,

Und hat ein groß’ Einkommen.

Des Landes Art und Eigenschaft,

Die habt ihr nun vernommen.

Wer sich will machen auf die Reis’,

Und selbst den Weg dahin nicht weiß,

Der mag einen Blinden fragen;

Ein Stummer ist auch gut dazu,

Wird ihm nicht unrecht sagen.

*

Rote Kirschen ess’ ich gern,

Schwarze noch viel lieber.

Wenn ich zu Mariechen komm’,

Sag ich guten Morgen.

Mariechen, hast dein Bett gemacht?

Nein, nein, ich hab’s vergessen.

Was hast den ganzen Tag gemacht?

Bei Fritz’n hab’ ich gesessen.

Wenn du willst bei Fritzen sitzen,

Mußt du haben gold’ne Spitzen,

Muß du haben rote Schuh’

Und ein schönes Kleid dazu.

Wir fahren mit der Extrapost

Von Leipzig bis nach Halle;

Und wenn es tausend Taler kost’t,

Das Geld wird ja nicht alle.

Tausend Taler ist kein Geld,

Wenn mir nur mein Schatz gefällt.

Drei Koboldstreiche.

Fixfax, der arge Kobold, spricht:

Die Langeweile bekommt mir nicht,

Ich will in lustigen Abenteuern

Den alten Koboldruhm erneuern;

Denn, geht’s den Menschen allzu glatt,

Wird ihre Seele stumpf und matt.

Drum will ich sie in diesen Tagen

Ein wenig necken, ein wenig plagen;

Ein Kobold will doch auch mal lachen,

Sich über die Menschlein lustig machen,

Die den Kern aller Dinge glauben zu kennen

Und sich so leicht die Finger verbrennen.

Drum, Fixfax, auf, zu keckem Wagen!

Stör’ ein bißchen ihr Wohlbehagen;

Brauchst sie ja nicht ins Unglück zu hetzen,

Ihnen bloß ein paar sanfte Püffe versetzen.

Erster Streich.

Ei, wie strömen Wohlgerüche

Aus Frau Puffkes Wirtschaftsküche;

Denn für hungrige Soldaten

Will sie g’rad ein Ferkel braten.

Alles ist schon gut bereit

Und die Essenszeit nicht weit.

Fixfax nun, das munt’re Mätzchen,

Klettert hurtig wie ein Kätzchen

Hoch hinauf zu Schornsteins Rand,

Setzt sich listig und gewandt

Mitten auf das Loch da, schwapp,

Und nun zieht der Rauch nicht ab;

Rückwärts strömt er in die Küche,

Weg sind alle Wohlgerüche;

Und Frau Puffke steht und hustet,

Krebsrot im Gesicht und prustet,

Kann dem dicken Rauch nicht wehren,

Sich die Sache nicht erklären.

Rennt zum Schornsteinfeger Krause,

Aber der ist nicht zu Hause;

Niemand weiß, wo Krause schweift,

Und Frau Puffke steht und keift,

Denn die Uhr läuft immer weiter.

Endlich kommt er mit der Leiter,

Um den Schaden zu ergründen,

Doch er kann durchaus nichts finden;

Denn der Fixfax, wohlbedacht,

Hat sich aus dem Staub gemacht,

Und Herr Krause mit dem Besen

Brummt, die Sonne sei’s gewesen.

Vier Uhr schlug’s, als die Soldaten

endlich kriegten ihren Braten.

Zweiter Streich.

Vor dem Spiegel kerzengrad,

Steht Herr Amtsvorsteher Plath;

Tadellos und mit Geschmack

Sitzt die Hose und der Frack.

Ausgezeichnet auch die glatte

Blütenweiße Taftkrawatte,

Kragen, Vorhemd, comme il faut,

Und er, Plath, ist seelenfroh.

Langt noch sorglich aus dem Schrank

Den Zylinder blitzeblank;

Nimmt dann Stock und Handschuh munter,

Steigt voll Stolz die Treppe runter,

Denn er ist heut’ eingeladen

Zum Empfang bei ihrer Gnaden,

Der Prinzessin Schneckenstein,

Und das hebt ihm Brust und Bein.

Fixfax aber dachte gleich:

Wart’, dir spiel ich einen Streich.

Auf den Taubenboden geht er

Und nach losen Federn späht er,

Sammelt allen Flaum ins Säckchen,

Bläst verschmitzt das ganze Päckchen

Ueber Plathes neuen Frack,

Und auf seinen Chapeau claque.

Plath sieht ganz befiedert aus,

Doch er ahnt nichts von dem Graus,

Steuert durch die Nacht geschwind,

denkt bloß: was für arger Wind!

Tritt mit Würde in den Saal,

Alle lachen — o, Skandal!

Bis er endlich sich besieht

Und geknickt von dannen flieht.

Draußen denkt er ärgerlich:

So ein Pech, das hab’ nur ich!

Dritter Streich.

Auf des Sofas weichem Grunde

Schlummert sanft mit offnem Munde

Pastor Pfannkuch. Nur die Fliegen

Summen sich was zum Vergnügen,

Sonst ist’s mucksstill. Fast erledigt

Liegt der Text der Sonntagspredigt

Auf dem Schreibtisch. Sonnenfleckchen

Spielen in den Zimmereckchen,

Nichts bedroht den tiefen Frieden,

Der dem frommen Mann beschieden.

Doch da stiehlt sich in die Stube

Fixfax, dieser lose Bube,

Kichert, fängt ein Dutzend Fliegen,

Die sind hier sehr rasch zu kriegen,

Tunkt sie in das Tintenfaß,

Bis sie gänzlich schwarz und naß,

Läßt sie dann gleich wieder fliegen

Und entfernt sich mit Vergnügen.

Nach ’nem Weilchen, ach Herrjee,

Kommt Frau Pastor mit dem Tee,

Ruft voll Abscheu, Schreck und Graus:

Berthold! Mensch, wie siehst du aus:

Bist ja wie’n Idiot beschmiert,

Backen, Nase, schwarz kariert!

Himmel, auch die neue Predigt

Ist beschmudelt und beschädigt,

Und auf meinen weißen Deckchen

grinsen lauter Tintenfleckchen!

Mann, wie hast du das getan?

Und sie sehn sich grübelnd an ...

Fixfax aber auf der Wacht

Sitzt im Mauseloch und lacht

Sich ins Fäustchen ohne Reue,

Und — gebt Acht — er wird sich neue

Schelmentaten ausklabuntern,

Um uns Menschen aufzumuntern.

Die Heinzelmännchen.

Wie war zu Köln es doch vordem

Mit Heinzelmännchen so bequem!

Denn, war man faul ... man legte sich

Hin auf die Bank und pflegte sich:

Da kamen bei Nacht,

Ehe man’s gedacht,

Die Männlein und schwärmten

Und klappten und lärmten

Und rupften

Und zupften

Und hüpften und trabten

Und putzten und schabten ...

Und eh’ ein Faulpelz noch erwacht ...

War all sein Tagwerk ... bereits gemacht.

Die Zimmerleute streckten sich,

Hin auf die Spän’ und reckten sich,

Indessen kam die Geisterschar

Und sah, was da zu zimmern war.

Nahm Meißel und Beil

Und die Säg’ in Eil’;

Sie sägten und stachen

Und hieben und brachen,

Berappten

Und klappten,

Visierten wie Falken

Und setzten die Balken ...

Eh’ sich’s der Zimmermann versah ...

Klapp, stand das ganze Haus ... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Not,

Die Heinzelmännchen buken Brot.

Die faulen Burschen legten sich,

Die Heinzelmännchen regten sich —

Und ächzten daher

Mit den Säcken schwer!

Und kneteten tüchtig

Und wogen es richtig

Und hoben

Und schoben

Und fegten und backten

Und klopften und hackten.

Die Burschen schnarchten noch im Chor;

Da rückte schon das Brot, ... das neue vor!

Beim Fleischer ging es just so zu:

Gesell und Bursche lag in Ruh.

Indessen kamen die Männlein her

Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.

Das ging so geschwind

Wie die Mühl’ im Wind!

Die klappten mit Beilen,

Die schnitzten an Speilen.

Die spühlten,

Die wühlten

Und mengten und mischten

Und stopften und wischten.

Tat der Gesell die Augen auf ...

Wapp! Hing die Wurst schon da im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank’

Der Küfer, bis er niedersank;

Am hohlen Fasse schlief er ein,

Die Männlein sorgten um den Wein

Und schwefelten fein

Alle Fässer ein

Und rollten und hoben

Mit Winden und Kloben

Und schwenkten

Und senkten

Und gossen und pantschten,

Und mengten und manschten.

Und eh’ der Küfer noch erwacht,

War schon der Wein geschönt und fein gemacht!

Einst hatt’ ein Schneider große Pein:

Der Staatsrock sollte fertig sein;

Warf hin das Zeug und legte sich

Hin auf das Ohr und pflegte sich.

Da schlüpften sie frisch

An den Schneidertisch

Und schnitten und rückten

Und nähten und stickten

Und faßten

Und paßten

Und strichen und guckten

Und zupften und ruckten, —

Und eh’ mein Schneiderlein erwacht,

War Bürgermeisters Rock ... bereits gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib

Und macht sich diesen Zeitvertreib:

Streut Erbsen hin die andre Nacht.

Die Heinzelmännchen kommen sacht;

Eins fährt nun aus,

Schlägt hin im Haus,

Die gleiten von Stufen

Und plumpen in Kufen,

Die fallen

Mit Schallen,

Die lärmen und schreien

Und vermaledeien!

Sie springt hinunter auf den Schall

Mit Licht: husch, husch, husch, husch! — Verschwinden all!

O weh! Nun sind sie alle fort,

Und keines ist mehr hier am Ort!

Man kann nicht mehr wie sonsten ruh’n,

Man muß nun alles selber tun!

Ein jeder muß fein

Selbst fleißig sein

Und kratzen und schaben

Und rennen und traben

Und schniegeln

Und bügeln

Und klopfen und hacken

Und kochen und backen.

Ach, daß es doch wie damals wär’!

Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!

August Kopisch.

Alte und neue Auszählreime.

Eins, zwei, drei,

Butter auf den Brei,

Salz auf den Speck,

Du mußt weg.

Eins, zwei drei,

Du bist frei,

Vier, fünf, sechs,

Du alte Hex,

Sieben, acht, neun,

Du mußt sein.

Ich und du,

Müllers Kuh,

Bäckers Esel —

Das bist du.

*

Eins und zwei,

Kuckucksei,

Drei und vier,

Offizier,

Fünf und sechs,

Alte Hex.

Sieben, acht,

Gute Nacht.

Neun und zehn,

Kapitän.

Elf und zwölf,

Im Gewölb

Sitzt eine Maus,

Die muß raus.

*

1, 2, 3, 4, 5,

Strick mir ein Paar Strümpf,

Nicht zu groß und nicht zu klein,

Sonst mußt du der Haschmann sein.

*

Ene, dene, Tintenfaß,

Geh in die Schule und lern etwas,

Wenn du was gelernt hast,

Komm’ nach Haus und sag’ mir was!

Eins, zwei, drei,

Du bist frei.

*

Komm’, wir wollen wetten

Um drei goldne Ketten,

Um ein Gläschen Wein,

Du mußt’s sein.

*

Dreie, sechse, neune,

Wer nicht will, ist meine,

Wer nicht will, der muß es sein.

Rechts, links, über Eck,

Die Henne legt die Eier weg,

Legt sie in ein Bündel Stroh,

irgendwie; irgendwo.

Kommt der Marder Wagemut,

Jagt die Henne von der Brut,

Rechts, links, über Eck —

Ein Kücken hat er weg —

*

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13,

wie hoch steht der Weizen?

So hoch wie ein Bauernhaus,

Da gucken viele Frösche raus.

Eine kleine Kaffeebohne reiste nach Amerika,

Amerika ist zugeschlossen,

Mußt sie durch das Schlüsselloch hopsen.

Wie es im Lande der Zwerge zugeht.

So ist es im Lande der Zwerge:

Ameisenhaufen sind die Berge,

Das Sandkorn ist ein Felsenstück,

Der Seidenfaden ist ein Strick,

Als Elefant gilt da die Maus,

Der Fingerhut ist da ein Haus,

Die Fenster sind wie Nadelöhre,

Ein Glas voll Wasser wird zum Meere,

Der dickste Baum ist dünn wie ein Haar,

Ein Augenblick ist da ein Jahr.

Wie es im Lande der Riesen zugeht.

So geht es im Lande der Riesen:

Da nähen die Schneider mit Spießen,

Da stricken die Mädchen mit Stangen,

Da füttert man Meisen mit Schlangen,

Da malen mit Besen die Maler,

Da macht man wie Kuchen die Taler,

Da schießt man die Mücken mit Pfeilen,

Da webt man die Leinwand aus Seilen.

Schneewittchen.

Märchenszenen.

Zwergenwirtschaft: Links eine Tür zur Schlafkammer der Zwerge;

im Hintergrunde eine Tür und Fensteröffnung. Von außen Wald und

Sonnenschein, drinnen steht ein kleiner Tisch mit sieben Schüsseln.

Ri-Ra-Rutsch · 第 15 / 37 题