(Bruchstück) . . . Irgendwo in Italien. Drei Töchter zeigen mir kleine
Kostbarkeiten, wie in einem Antiquarladen, setzen sich mir dabei auf
den Schoß. Bei einem der Stücke sage ich: Das haben Sie ja von mir.
Ich sehe dabei deutlich eine kleine Profilmaske mit den scharf
geschnittenen Zügen _Savonarolas_.
Wann habe ich zuletzt das Bild _Savonarolas_ gesehen? Ich war nach dem
Ausweis meines Reisetagebuches am 4. und 5. September in Florenz; dort
dachte ich daran, meinem Reisebegleiter das Medaillon mit den Zügen
des fanatischen Mönchs im Pflaster der Piazza Signoria an der Stelle,
wo er den Tod durch Verbrennung fand, zu zeigen, und ich meine, am 5.
vormittags machte ich ihn auf dasselbe aufmerksam. Von diesem Eindruck
bis zur Wiederkehr im Traume sind allerdings 27 + 1 Tage verflossen,
eine »weibliche Periode« nach _Fließ_. Zum Unglück für die Beweiskraft
dieses Beispieles muß ich aber erwähnen, daß _an dem Traumtage selbst_
der tüchtige, aber düster blickende Kollege bei mir war (das erste Mal
seit meiner Rückkunft), für den ich vor Jahren schon den Scherznamen
»Rabbi Savonarola« aufgebracht habe. Er stellte mir einen
Unfallkranken vor, der in dem Pontebbazug verunglückt war, in dem ich
selbst acht Tage vorher gereist war, und leitete so meine Gedanken zur
letzten Italienreise zurück. Das Erscheinen des auffälligen Elementes
»_Savonarola_« im Trauminhalt ist durch diesen Besuch des Kollegen am
Traumtage aufgeklärt, das 28 tägige Intervall wird seiner Bedeutung
für dessen Herleitung verlustig.