ANMERKUNGEN

[1] Navarrete IV. 97. Obs.2a.

[2] Nach Albo's Schiffsjournal wurde er den Unterschied an den

Capverdischen Inseln gewahr, am 9. Juli 1522. »y este dia fue

miercoles, y este dia tienen ellos por jueves.«

[3] In einer Anmerkung zu Seite 18 der meisterhaften englischen

Uebersetzung Morga's finde ich die auffallende Angabe, dass

gleichzeitig eine ähnliche Berichtigung in Macao vorgenommen wurde,

wo die Portugiesen, die von Osten gekommen waren, den entgegengesetzten

Fehler von einem Tage hatten.

[4] Zu Ende des 16ten Jahrhunderts belief sich die Abgabe von den aus

China eingeführten Waaren auf 40,000 Doll., die Einfuhr also wenigstens

auf 1 1/3 Million. 1810 nach 250-jähriger ungestörter Herrschaft der

Spanier war letztere auf 1.150.000 Doll. gesunken. Seit dem steigt

sie allmälig und betrug 1861: 2.130.000 Doll.

[5] Navarrete IV. 54. Obs. 1a.

[6] Nach Gehler's Phys. Lex. VI, 450 wird das Log zuerst von Purchas

auf einer Reise nach Ostindien 1608 erwähnt. Pigafetta führt es nicht

an in seinem Trattato di Navigazione, aber S. 45 seiner Erzählung

heisst es: Secondo la misura che facevamo del viaggio colla cadena

a poppa, noi percorrevamo 60 a 70 leghe al giorno. Das wäre so viel

wie unsere schnellsten Dampfer, 10 Knoten.

[7] Die europäische Post geht über Singapore und Hongkong nach

Manila. Ersteres ist von beiden Orten etwa gleich entfernt. Man konnte

die Briefe also eben so schnell in den Philippinen haben als in China,

wenn man sie direkt aus Singapore holte. In diesem Falle würde aber

die Dampfverbindung mit Hongkong beibehalten werden müssen, doch ist

bis jetzt der Verkehr noch zu unentwickelt, um die doppelte Ausgabe

tragen zu können.

Nach dem Bericht des engl. Konsuls (Mai 1870) läuft gegenwärtig

ausser dem Regierungsschiff auch ein Privat-Dampfer zwischen Hongkong

und Manila. Die Zahl der Passagiere nach China betrug 1868: 441

Europäer. 3048 Chinesen, zusammen 3489. Nach Manila 330 Europäer,

4664 Chinesen, zusammen 4994. Der Fahrpreis ist 80 Doll. für Europäer,

20 Doll. für Chinesen.

[8] Zuñiga, Mavers I. 225.

[9] Zuñiga XVIII, M. Velarde f. 139.

[10] Capt. Salmon, Goch. S. 33.

[11] Die Oeffnung dieser Häfen hat sich so erspriesslich erwiesen, dass

darüber einige interessante Thatsachen in einem besonderen Kapitel

mitgetheilt werden sollen, -- grösstentheils nach mündlichen und

schriftlichen Bemerkungen des vor drei Jahren verstorbenen englischen

Vizekonsuls N. Loney und nach späteren Konsulatsberichten.

[12] 1868 liefen 112 fremde Schiffe von 74,054 Tonnen, 93 spanische

von 26,762 Tonnen in Manila ein; erstere kamen fast alle in Ballast,

und verliessen den Hafen mit Ladung; letztere kamen und gingen

beladen. (Ber. d. engl. Konsuls 1869.)

[13] 1868 14,013,108 Doll. Gesammtausfuhr, England 4,857,000 Doll.,

das ganze übrige Europa 102,477 Doll., wobei freilich der von der

Kolonie nach Spanien gesandte Tabakstribut (3,169,114 Doll.) nicht

mitgerechnet wird (Ber. engl. Kons. 1869).

[14] Lapérouse nennt Manila die vielleicht am glücklichsten gelegene

Stadt der Welt.

[15] Näheres über das Zollwesen s. im Anhange.

[16] Sapán oder Sibucao, Caesalpinia Sappan. Das Fernambuk- oder

Brasilholz, dem das Kaiserreich Brasilien seinen Namen verdankt,

kommt von C. echinata und C. brasiliensis. (Die älteste Karte

von Amerika bemerkt vom Lande des Brasil[holzes]: hier giebt es

weiter nichts brauchbares als Brasil.) Das Sapan der Philippinen ist

reicher an Farbstoff als die übrigen ostasiatischen, steht aber dem

von Brasilien nach. In neuer Zeit hat es seinen Ruf verloren, da es

aus Unverstand häufig zu früh geschnitten wird. Es geht vorzüglich

nach China, dient zum Rothfärben und -drucken. Das vorher mit Alaun

gebeizte Zeug wird dort zum Schluss in ein schwach alkoholhaltiges

Alkalibad getaucht. Das in den Kleidern der ärmeren Chinesen so

häufige Braunroth ist mit Sapan dargestellt.

[17] Ein interessantes Verzeichniss der zu jener Zeit von den Chinesen

eingeführten Waaren findet sich im Anhang.

[18] Schon damals gingen grosse Mengen kleiner Muscheln (Cypraea

moneta) nach Siam, wo sie noch heut als Münze dienen.

[19] Berghaus Geo-hydrogr. Memoir.

[20] Manila wurde erst 1571 gegründet, aber schon 1565 glückte

es Urdaneta, Legaspi's Steuermann, den Rückweg durch das Stille

Meer zu finden, indem er in höheren nördlichen Breiten N.W. Winde

aufsuchte. Genau genommen war übrigens Urdaneta nicht der Erste, dem

die Rückfahrt gelang; denn eines der fünf Schiffe Legaspi's, unter dem

Befehl Don Alonso de Arellano's, das einen Mulatten, Lope Martin, als

Steuermann an Bord hatte, trennte sich von der Flotte, nachdem diese

die Inseln erreicht, und kehrte nach Neu-Spanien auf einem nördlichen

Kurs zurück, um die für diese Entdeckung ausgesetzte Belohnung zu

verdienen, was durch das baldige Eintreffen Urdaneta's vereitelt wurde.

[21] Grav. No. 6.

[22] Vgl. Kottenkamp I. 1594.

[23] Gestützt auf Leyes de India 1a u. 6a, C. 4, L. 9.

[24] Zuerst wurde nur die Einfuhr durch Festsetzung eines Werthmaximums

beschränkt, die Manila-Kaufleute halfen sich durch Angabe viel zu

geringer Werthe; um diesem Missbrauch ein Ende zu machen, wurde ein

Maximum für Silberausfuhr festgesetzt. Nach Mas (Informe I, 3, 60)

betrug aber das geschmuggelte Silber sechs bis acht Mal soviel.

[25] Informe Hist. 2.

[26] Informe I. 4. 6.

[27] Lapérouse (358) erwähnt 1787 ein französisches Handelshaus

(Sebis), das seit mehreren Jahren in Manila etablirt war.

[28] Informe, Comercio 2.

[29] R. Cocks to Thos. Wilson (Calendar of State Papers (India)

No. 823) . . »the English will obtain a trade in China, so they bring

not in any padrese (as they term them) which the Chinese cannot abide

to hear of, because heretofore they came in such swarms and are always

begging without shame.«

[30] Noch 1857 werden ältere, gegen die Niederlassung von Ausländern

gerichtete strenge Erlasse durch ein Gesetz (L. ult. II 512)

erneut. Eine R. O. von 1844 (L. ult. II 465) verbietet, Fremde unter

irgend welchem Vorwande das Innere der Kolonie betreten zu lassen.

[31] Pinkerton XI, 85.

[32] II, 201.

[33] Von 5 × 2 1/2 × 1 1/2 = 18,75 span. Cub.-Fuss (St. Croix II, 360).

[34] Comercio exterior 47.

[35] Die Obras pias sind fromme Vermächtnisse, bei denen in der Regel

bestimmt war, dass zwei Drittel zu kaufmännischen Unternehmungen im

Seehandel gegen Zinsen ausgeliehen werden sollten, bis durch die

Prämien, die für das Risiko nach Acapulco 50 Prozent, nach China

25 Prozent, nach Indien 35 Prozent betrugen, das ursprüngliche

Kapital auf eine gewisse Summe angewachsen war, deren Zinsen dann,

für das Seelenheil des Stifters, zu frommen oder wohlthätigen Zwecken

verwendet wurden. (Arenas hist. 397.) Ein Drittel blieb gewöhnlich als

Reservefond zurück, zur Deckung etwaiger Verluste. (Diese Reservefonds

sind längst von der Regierung als Zwangsanleihen für sich in Anspruch

genommen, »werden aber noch als vorhanden angesehn.«)

Als der Acapulcohandel ein Ende nahm, konnten die Kapitalien nicht mehr

nach der Bestimmung der Stifter angelegt werden, und wurden anderweitig

auf Zinsen ausgeliehen. Durch R. O. 3. Novbr. 1854 (Leg. ult. II, 205)

wird eine Junta administradora eingesetzt, um die Gelder der Obras

pias zu verwalten. Das Gesammtkapital der fünf Stiftungen (eigentlich

nur vier, da eine derselben kein Kapital mehr besitzt) beträgt etwas

weniger als 1 Million Dollars. Der aus den Darlehen erzielte Gewinn

wird nach Höhe des Einlagekapitals vertheilt, welches aber nicht mehr

baar vorhanden ist, weil die Regierung darüber verfügt hat.

[36] Thevenot Religeux 12.

[37] 14-15° Morga 171.

[38] Nach Legentil 32-34°.

[39] De Guignes, Pinkerton XI, Anson X.

[40] Anson X.

[41] Edmund Randolph, Hist. of California.

[42] Zu Morga's Zeit 70 Tage bis zu den Ladronen, 10-12 Tage bis Cap

Espiritu Santo, 8 Tage bis Manila.

[43] Eine sehr gute Beschreibung der Naofahrten findet man in Anson

Kap. X. Dasselbe Werk enthält die Kopie einer an Bord der Cavadonga

erbeuteten Seekarte, auf welcher die Reise dieser Galeon von den

Philippinen nach Acapulco und zurück eingetragen ist.

[44] de Guignes.

[45] Dem Befehlshaber, der den Titel General hatte, war ein Kapitän

untergeordnet, dessen Gewinn auf jeder Reise 40,000 Doll. betrug. Für

den Steuermann belief sich der Nutzen auf 20,000 Doll. Der erste

Lieutenant (Maestre) hatte 9 Prozent vom Verkauf der Waaren und löste

daraus und aus seinem besonderen Handel über 350,000 Doll. (Arenas

hist. 394.)

[46] Die von Anson erbeutete Ladung betrug 1,313,000 Doll., abgesehen

von 35,682 Unzen Feinsilber und Cochenille. Die von Drake mitten

im Frieden zwischen England und Spanien geraubte 1 1/2 Millionen

Doll. Th. Candish (s. oben) verbrannte die reiche Ladung der Sa. Ana,

da er keinen Raum mehr für sie hatte.

[47] So fand z. B. 1786 die Nao S. Andrés, die für 2 Millionen

Doll. Fracht enthielt, keinen Markt in Acapulco; ebenso erging es

1787 der S. José, und 1789 abermals der S. Andrés. (Informe 1. 4. 33.)

[48] 1855: 586 Spanier aus Europa, 1378 Kreolen, 6323 Indier

und Mestizen, 332 Chinesen, 2 Hamburger, 1 Portugiese, 1

Afrikaner. (Com. centr. de Estadistica. Heft I.)

[49] Das Erdbeben von 1863 zerstörte die alte Brücke, sie wird jetzt

wieder hergestellt; die Pfeiler sind vollendet, das eiserne Gerüst

soll demnächst aus Europa eintreffen (April 1872).

[50] Vergl. Roscher's Kolonien.

[51] Folgende Maasse werden einen Schluss auf den Gehalt der Zeitungen

erlauben: ich wähle nicht das Boletin oficial, da es zu amtlichen

Ankündigungen bestimmt ist und diesen gegenüber sein sonstiger Inhalt

nicht in Betracht kommt. Die mir vorliegende Nummer des wöchentlich

6 mal erscheinenden Comercio (vom 29. Nov. 1858) hat 4 Seiten, deren

bedruckter Raum je 11×17, im Ganzen also 748 Quadratzoll beträgt. Sie

vertheilen sich wie folgt:

Titel, 27 1/2 Quadratzoll; Aufsatz über die Volksmenge in Spanien,

aus einem Buche abgedruckt, 102 1/2 Quadratzoll. -- Unter dem Titel:

Nachrichten aus Europa, ein Artikel, abgedruckt aus den Anales de la

Caridad, über die Zunahme der Barmherzigkeit und des katholischen

Unterrichts in Frankreich, 40 1/2 Quadratzoll; über die Kunst und

ihren Ursprung (allgemeine Redensarten), 1. Abschnitt, 70 Quadratzoll;

Auszug aus dem amtlichen Blatt, 20 1/2 Quadratzoll; alte Anekdote, 59

Quadratzoll. -- Religiöser Theil: dieser zerfällt in eine amtliche und

eine nichtamtliche Abtheilung, in der ersten werden die Heiligen des

Tages und die des folgenden, sowie die Kirchenfeste bekannt gemacht;

der zweite Theil enthält die Anzeige einer glänzenden Prozession und

den 1sten Abschnitt einer 3 Jahre früher, bei Gelegenheit desselben

Festes gehaltenen Predigt, »die so schön war, dass sie den Lesern

unverkürzt mitgetheilt werden soll«, 99 Quadratzoll. -- Stück eines

alten Romans in vielen Kapiteln, 154 und Anzeigen, 175, zusammen 748

Quadratzoll. In den letzten Jahren enthielten die Zeitungen zuweilen

gediegene Aufsätze, jedoch nur äusserst selten.

[52] Pigafetta 111.

[53] In den Ordenanzas de Buen Gobierno von Hurtado Corcuero,

Mitte des 17ten Jahrhunderts, werden Kampfhähne nicht erwähnt. 1779

wurden sie zuerst als Steuerquelle ausgebeutet; 1781 verpachtete

die Regierung das Recht, Eintrittsgelder zu den Galleras (von Gallo,

Hahn) zu erheben für 14,798 Doll. jährlich. 1863 ist der Ertrag der

Galleras mit 106,000 Doll. im Budget ausgeworfen.

[54] Es giebt eine besondere Verordnung von 100 §§. über die

Hahnenkämpfe (Madrid, 21. März 1861). § 1 bestimmt, dass die Kämpfe,

da sie eine Staatseinnahme bilden, nur auf öffentlichen Schauplätzen

stattfinden dürfen; § 6. sie sind an Sonn- und Festtagen zu gestatten;

§ 7. von Schluss der Hauptmesse bis Sonnenuntergang; § 12. mehr

als 50 Doll. dürfen nicht auf einmal gewettet werden. § 38. Jeder

Hahn darf nur ein Messer und zwar am linken Sporn tragen. § 52. Der

Kampf ist beendet, wenn beide Hähne oder einer derselben stirbt,

oder wenn einer von beiden aus Feigheit davonläuft. In Daily News

vom 30. Juni 1869 findet sich die Notiz, dass in Leeds, fünf Männer

jeder zu 2 Monaten Gefängniss verurtheilt wurden, weil sie sechs,

mit metallenen Sporen bewaffnete Kampfhähne gegen einander hatten

kämpfen lassen. Danach scheint in England das früher sehr beliebte

Schauspiel nicht mehr gestattet zu sein.

[55] Der Pflanzer de la Gironière hat den Rohstoff, Al. Dumas angeblich

die Ausschmückung dazu geliefert.

[56] Botanische Gärten scheinen unter Spaniern nicht zu

gedeihen. Chamisso (S. 71) klagt, dass zu seiner Zeit von dem vom

gelehrten Cuellar bei Cavite angelegten botanischen Garten keine

Spur mehr vorhanden war. Der Madrider Garten ist in einem traurigen

Zustande, die Glashäuser stehen meist leer. Auch der von einem reichen

Patrioten in Orotava (Teneriffa) mit grossen Kosten geschaffene, der

als Akklimatisations-Station wichtige Dienste leisten könnte, geht

schnell zu Grunde. Es soll alljährlich eine nicht unbeträchtliche Summe

dafür im Budget ausgeworfen werden, von der aber nur selten Spuren bis

Orotava gelangen. Bei meiner Anwesenheit 1867 hatte der Gärtner seit

22 Monaten keinen Gehalt bekommen, alle Arbeiter waren entlassen, sogar

der unumgänglich nöthige Zufluss des Wassers war eingestellt worden.

[57] Proben im Berl. ethnogr. Mus. No. 294. 295.

[58] Bertillon (Acclimatement & Acclimatation, Dict. encycl. des

sc. méd.) schreibt die Fähigkeit der Spanier, sich in heissen Ländern

zu akklimatisiren, vorzüglich ihrer starken Vermischung mit syrischem

und afrikanischem Blut zu: die alten Iberer scheinen aus Chaldaea über

Afrika gekommen zu sein, Phoenizier und Carthager hatten blühende

Kolonien in Spanien, in neuerer Zeit haben die Mauren Jahrhunderte

lang das Land besessen und grossen Glanz entfaltet, was der Kreuzung

förderlich sein musste. So hat sich zu drei Malen afrikanisches Blut

reichlich mit spanischem gemischt. Das heisse Klima der Halbinsel

mag wohl auch dazu beitragen, ihre Bewohner für das Leben in den

Tropenländern geschickt zu machen. Unvermischten Indo-Europäern ist

es nie gelungen, am Südrande des Mittelmeers sich fortzupflanzen,

noch weniger in heisseren Ländern.

In Martinique, wo 8-9000 Weisse von der Ausbeutung 125,000 Farbiger

in Fülle leben, nimmt die Bevölkerung trotzdem nicht zu, sondern

ab. Die französischen Kreolen haben die Eigenschaft verloren,

sich im Verhältniss der vorhandenen Lebensmittel zu erhalten und

zu vermehren. Familien, die nicht von Zeit zu Zeit durch Zuführung

neuen europäischen Blutes gestärkt werden, erlöschen in drei bis

vier Generationen. Ebenso geht es in den englischen Antillen, nicht

aber in den spanischen, obwohl Klima und natürliche Verhältnisse

dieselben sind. Nach Ramon de la Sagra ist die Zahl der Todesfälle

unter den Kreolen geringer, die der Geburten grösser als in Spanien;

die Sterblichkeit bei der Garnison aber sehr bedeutend. Danach

scheint bei der spanischen Rasse eine ächte Akklimatisation durch

Auswahl stattzufinden: die ungeeigneten Individuen sterben, die

andern gedeihen.

[59] Ueber die in Amerika zu demselben Zweck angewendeten Mittel

bemerkt Depons S. 171: »Man ist von jeher davon überzeugt gewesen,

dass man der christlichen Religion auf keine andre Weise bei den

Indianern Eingang verschaffen könnte, als wenn man ihre eigenen

Neigungen und Gewohnheiten mit dem Christenthum vermischte; dies ist

so weit gegangen, dass sogar in früheren Zeiten die Theologen die

Frage aufgeworfen haben, ob es wohl erlaubt wäre, Menschenfleisch zu

essen? Das allersonderbarste aber hierbei ist, dass die Frage wirklich

zu Gunsten der Anthropophagen entschieden worden ist.«

[60] Thatsächlich ist urbares Land freilich immer in festen Händen

und an manchen Orten hoch im Preise. Bei Manila und in Bulacán ist

der Morgen schon vor Jahren über 150 Thaler bezahlt worden.

[61] Journ. Ind. Arch. IV. 307.

[62] Im Buitenzorger Garten, Java, sah Verfasser einige in Süsswasser

gezogene Exemplare.

[63] Boyle (Adventures among the Dayaks, S. 67) fand sogar pneumatische

Feuerzeuge aus Bambus bei den Dayaks in Gebrauch, Bastian traf

solche in Birma. Auch sah Boyle einen Dayak etwas Zunder auf einen

Porzellanscherben legen, ihn mit dem Daumen fest halten und einen

scharfen Schlag damit gegen ein Bambusrohr führen: der Zunder fing

Feuer. Dieselbe Art Feuer zu schlagen beobachtete Wallace in Ternate.

[64] Eine Berechnung des Flächeninhalts der einzelnen Inseln befindet

sich im Anhange.

[65] Eine Uebersichtstabelle der Witterungsverhältnisse, und eine

zweite, enthaltend die aus fünfjährigen Beobachtungen (1865-69)

gewonnenen Mittel, befinden sich im Anhange.

[66] Reiseskizzen S. 143.

[67] Nach Tylor (Anahuac 227) petlatl (mexikan.) eine Matte, in den

Philippinen: petate; petla-calli mexikanisch. Mattenhaus, davon petaca,

geflochtene Zigarrentasche.

[68] Voyage en Chine II, 33.

[69] Informe II, 37.

[70] Nach dem Berichte eines Ingeniörs sind die Barren dadurch

entstanden, dass der Rio S. Mateo, der bald nach dem Ausfluss des

Pasig aus der Laguna rechtwinklig auf diesen stösst, ihm in der

Regenzeit eine grosse Menge Schlamm zuführt, welcher durch die dann

herrschenden SW. Winde aufgestaut wird. Es würde daher wenig nützen

die Barre fortzuräumen, ohne zugleich durch Ablenkung der S. Mateo

in den See, die Ursache ihrer Entstehung zu beseitigen.

[71] .. »ils se baignent aussi dans leurs maladies et ont des sources

d'eau chaude pour cet effet, particulièrement au bord de l'Estang du

Roy (Laguna del Rey statt de Bay offenbar in Folge eines Lesefehlers)

qui est dans l'île de Manille.« Thévenot, Religieux.

[72] »Vom Maquiling bis zu der Stelle Bacon genannt, die im Osten

von Los Baños liegt, kann man kaum 30 Schritte gehn, ohne auf sehr

verschiedenartige Wasserbäche zu stossen: sehr heisse, lauwarme,

natürliche und sehr kalte. In einer in unserm Archiv aufbewahrten

Beschreibung dieser Ortschaft, vom Jahre 1739 heisst es: dass SSO. 1/4

S. vom Dorf ein Hügel Natognos liegt, auf dessen Platte eine Stelle

von 400 quadr. Fuss in fortwährender Bewegung ist wegen des heftig

ausströmenden Dampfes. Der von den Dämpfen durchdrungene Körper ist

eine ausserordentlich weisse Erde, die zuweilen 1 bis 1 1/2 Ellen

hoch geschleudert wird, und wenn sie die Kälte fühlt, in kleinen

Stücken herabfällt.« (Estado geogr. 1865).

[73] Laurineen, Scitamineen, Fächerpalmen, Dombeyaceen, Araliaceen.

[74] Pigafetta sagt (S. 55), dass man, um den Kokoswein zu gewinnen,

den Wipfel der Palme bis auf das Mark (den Trieb), durchbohrte und den

aus der Wunde quellenden Saft auffing. Nach Regnaud (Hist. nat. du

cocotier p. 120) befolgen die Neger von St. Thomas noch heut ein

ähnliches Verfahren, das dem Baum sehr schädlich ist und ein weniger

gutes Produkt liefern soll.

Hernandez, I, 344, beschreibt ein eigenthümliches Verfahren, um aus

der Sacsac-Palme, deren kurze Charakteristik so ziemlich auf Arenga

saccharifera zu passen scheint, Wein, Honig und Sago zu gewinnen. Sie

wird dicht an der Blattkrone gekappt, der Stamm, jedoch nur so weit

er zart ist, ausgehöhlt, in der Vertiefung sammelt sich der süsse

Saft. Ist aller Saft abgezapft, so lässt man den Baum vertrocknen,

zerschneidet ihn dann in dünne Stücke, die an der Sonne gedörrt zu

Mehl zerrieben werden.

[75] Schon Pigafetta erzählt, dass die Eingeborenen aus den Kokospalmen

Oel, Essig, Wein und Milch bereiteten und viel Kokoswein tranken,

die Könige berauschten sich mehreremale bei den Gelagen.

[76] In der Londoner Illustrirten Zeitung von Ende 1857 oder Anfang

1858 befindet sich eine drastische Darstellung des Reisens auf dieser

Strasse von einem talentvollen Künstler unter dem Titel: a macadamized

road in Manilla.

[77] Vergl. Reiseskizzen.

[78] Erd und Pickering. (U. S. Expl. Exp. V 314,) fanden die Höhe =

6500' engl. also 7143' span., bei ihren unvollkommenen Hülfsmitteln

kein unbefriedigendes Resultat.

Im Estado geogr. Manila 1865 S. 150 wird ohne Quellenangabe die Höhe =

7030' 7'' gesetzt. An derselben Stelle heisst es: »der grosse Vulkan

ist seit 1730 erloschen, in welchem Jahre sein letzter Ausbruch

stattfand; er barst an der Südseite, stiess Ströme von Wasser und

brennender Lava aus und Steine von ungeheurer Grösse, deren Spuren

bis zum Dorf Sariaya zu verfolgen sind. Der Krater mag gegen eine

Legua im Umfang haben, ist im Norden höher, hat im Innern die Form

einer Eischale; diese Vertiefung scheint die Hälfte der Berghöhe

zu betragen.«

[79] Von Ponte, Verdeck, zweimastige Schiffe mit Mattensegeln von

etwa 100 Tonnen.

[80] Estado geogr. S. 314.

[81] Amtlich Cagsáua genannt, denn das alte, höher am Berge belegene

durch den Ausbruch von 1814 zerstörte Cagsáua wurde an dieser Stelle

wieder aufgebaut, wo früher ein unbedeutendes Oertchen, Darága stand.

[82] Wie mir Herr Paton brieflich mittheilt, hatte man ihnen in Albay

das Unternehmen als unausführbar dargestellt. Weder einem Spanier

noch einem Indier sei es jemals gelungen den Gipfel zu erreichen,

sie würden trotz aller Vorsichtsmaassregeln vom Sande verschüttet

werden. Von einem grossen Reiterzuge begleitet, brachen sie um 5 Uhr

auf und gelangten bis an den Fuss des Schlackenkegels, von wo sie

in Begleitung zweier Landsleute, die aber unterwegs zurückblieben,

den Berg zu erklimmen begannen. Auf halber Höhe rastend, sahen sie

in häufigen Gipfelausbrüchen ausgestossene glühende Lava den Berg

hinabgleiten. Mit grosser Anstrengung erreichten sie zwischen 2 und

3 Uhr den Gipfel, konnten aber wegen der schwefligen Gase nur 2 oder

3 Minuten verweilen. Beim Hinabsteigen erfrischten sie sich durch

Nahrungsmittel, die ihnen Herr Muñoz entgegen gesandt, und gelangten

Abends nach Albay, wo sie während der paar Tage ihres Aufenthalts

als Helden gefeiert wurden, und über ihre »Conquista« ein amtliches

Beglaubigungsschreiben erhielten, für welches sie mehrere Dollar zu

erlegen hatten.

[83] Francisco Aragoneses Suceso espantoso y memorable acaecido en

la provincia de Camarines el dia 1de Febrero 1814.

[84] Blanco Flora 420.

[85] [Der Cacaoverbrauch in Europa beträgt jährlich 36 bis 40 Millionen

Pfd. (Humboldt schätzte ihn 1818 auf 23 Millionen Pfund--H. und Bonpl

Reise III., 206), wovon 1/3 für Frankreich, dessen Bedarf sich von 1853

(6,215,000 Pfd.) bis 1866 (12,973,534 Pfd., Werth 2,681,000 Thaler)

mehr als verdoppelt hat. Venezuela liefert den feinsten Cacao für den

europäischen Markt: Porto Cabello und Carácas; am besten und theuersten

ist der Carácas in 4 Sorten: 1° Chuao, 2° Ghoroni, 3° O'Cumar, 4°

Rio chico; sie werden auf vorzüglich gepflegten Pflanzungen von lange

dort angesiedelten Basken gewonnen.

England verbraucht den in seinen eigenen Kolonien erzeugten Cacao,

obgleich der Zoll (1 d. per Pfund) für alle gleich ist; Spanien,

das bedeutend konsumirt, bezieht seinen Bedarf besonders aus Cuba,

Portorico, auch Ecuadór, Mexico, Trinidad. Sehr beträchtliche neue

Pflanzungen sind neuerdings in Nicaragua von Franzosen angelegt

worden: 250,000 Bäume von denen 60,000 1867 schon trugen. (Rapp. du

Jury XI, 268.)

Mehr noch als die feinsten Venezuéla-Sorten sind die Bohnen von

Soconusco (Zentr.-Amer.) und Esmeraldas (Ecuadór) geschätzt; sie werden

aber im Lande selbst verbraucht, kommen kaum in den Handel. Deutschland

begnügt sich mit geringeren Sorten; Guayaquíl, der im Mittel etwa halb

soviel als Carácas kostet, wird bei uns am meisten, mehr als von allen

übrigen Sorten zusammen, eingeführt. (Vergl. A. Mitscherlich S. 39-46,

wo reiches Material über den Cacaohandel in übersichtlicher Kürze

zusammengestellt ist.)

[86] [Nach C. Scherzer, Central-Amerika p. 554 giebt der Baum 20 Jahre

lang je 30 bis 40 Loth Ertrag; 1000 Pflanzen 1250 Pfund Cacao = 250

Doll. (zu 20 Doll. der Zentner) also 1 Baum 1/4 Doll. -- Mitscherlich

nimmt 4 bis 6 Pfd. frische Bohnen als den mittleren Ertrag an. Ein

Liter Cacaobohnen wiegt lufttrocken 630 Gr., geröstet und geschält

610 Gr. (Jordan und Timäus).

[87] 1727 zerstörte ein Orkan die durch langjährige Bemühungen

geschaffenen bedeutenden Cacaopflanzungen von Martinique mit einem

Schlage; dasselbe geschah auf Trinidad. Mitscherlich S. 14.

[88] F. Engel (Unsere Zeit 1. Dez. 67) nennt auch eine Krankheit

(Mancha), welche in Amerika an der Wurzelbasis mit Zerstörung der

Cambiumschicht beginnend, den Baum schnell tödtet und sich so rasch

verbreitet, dass ganze Cacaowälder niedergehauen und in Weideplätze

für das Vieh verwandelt wurden, um ihr Einhalt zu thun. Selbst

in den begünstigsten Gebieten wurden nach langem ruhigen Besitz

in einer einzigen Nacht kurz vor der Ernte, tausende von Bäumen

durch diese Krankheit getödtet. Ein fast ebenso gefährlicher, den

Anbau einschränkender Feind ist eine Motte, deren Larve die fertigen

Cacaobohnen gänzlich zerstört; man kennt nur ein Mittel sie zu tödten,

Kälte und Luftzug. Schon Humboldt führt an, dass Cacaobohnen, die

über den kalten Kamm der Cordilleren geführt wurden, auf immer von

dieser Plage frei blieben.

[89] G. Bernoulli (Uebersicht der bis jetzt bekannten Arten

von Theobroma. Zürich 1869) führt im Ganzen 18 Arten an; für die

Philippinen nur eine: Theobroma Cacao, Lin., nach Blüthen und Früchten

aus meinem Garten in Darága bestimmt.

[90] Pili, ein Canarium, dessen Species wohl noch nicht genügend

feststeht, ist in Süd-Luzon, Samar und Leyte sehr verbreitet, es fehlt

dort wohl in keinem Dorfe. (Die vom Verfasser eingesandten Blüthen

sind im Berliner Herbar bei dessen vielen Wanderungen von einem Ort

zum andern aus massig geräumigen in immer engere Lokalitäten verlegt

worden.)

Die Frucht von der Grösse einer Pflaume, aber spitzer, enthält eine

harte Mandel, deren Kern roh, in Syrup eingemacht, oder kandirt

genossen wird, wie Pinienkerne, denen sie im Geschmack sehr ähnlich

ist. Die von Pigafetta (S. 55) auf Jomonjol angetroffenen grossen

Bäume mit Früchten »etwas kleiner als Mandeln, Pinienkernen ähnlich«,

sind wohl Pili gewesen. Aus den Kernen wird ein Oel gepresst, dem aus

süssen Mandeln vergleichbar. Aus Einschnitten des Stammes erhält man

reichlich ein weiches, angenehm riechendes, weisses Harz, das unter dem

Namen Piliharz, oder Brea blanca, im Lande zum Kalfatern der Schiffe,

mit Reishülsen durchknetet zu Fackeln verwendet wird. Auch als Pflaster

steht es bei Rheumatischen in gutem Ruf. Seit etwa zwanzig Jahren

kommt es nach Europa. Die ersten Sendungen brachten grossen Gewinn,

da das in seiner Heimath sehr billige Produkt bei uns als ein neues

beliebtes Elemiharz Stellung nahm.

[91] Der allgemeine Name war aber Cacahoa-atl (Cacao-Wasser), Chocolatl

bezeichnete eine besondere Sorte. F. Hernandez (opera omnia II, 155,

vergl. auch E. Nierembergius Cap. XV.) kannte bei den Azteken vier

Cacaoarten, (eine fünfte Pflanze, die er nennt, lieferte wohl nur ein

Surrogat) und beschreibt vier Sorten daraus bereiteter Tränke, deren

dritte Chocolatl hies, und angeblich auf folgende Weise bereitet wurde:

Gleiche Maasstheile von Fruchtkernen des Baumes Pochotl (Bombax ceiba)

und cacahoatl (Cacao) wurden fein gerieben, in einem irdenen Gefäss

erhitzt, das oben sich ansammelnde Fett abgesondert. Zum Rückstand

setzte man gequollenen zermalmten Mais, und bereitete daraus einen

Trank, der warm genossen wurde, nachdem das vorher abgesonderte Fett

wieder beigemischt worden.

[92] M. Wagner, Centr. Amer. 146.

[93] Rappt. du Jury XI.

[94] Näheres bei Mitscherlich und F. Engel.

[95] Berthold Seemann (Nicaragua pg. Ausland 16.7.67) berichtet von

einem Baum mit fingerförmigen Blättern und kleinen runden Kernen,

die zuweilen von Indianern zum Verkauf angeboten werden. Man macht

Chocolade daraus, die an Wohlgeschmack die gewöhnliche aus Cacao

bereitete übertrifft. Der Baum wird gewiss mit der Zeit von Europäern

in grosser Menge angepflanzt werden.

[96] Remarks on the Philippine Islands, Calcutta 1828.

[97] Reiseskizzen S. 157.

[98] Bericht des franz. Konsuls v. 1866.

[99] Mysore und Mokka erzielen die höchsten Preise: ersterer 80 bis

90 Sch., Mocca, wenn 5 bis 6 Jahr alt, bis 120 Schilling.

[100] Kaffeeeinfuhr in S. Francisco 1865, 66, 67 = 3 1/2, 8, 10

Million Pfd., davon 2, 4, 5 Million Pfd. Manila-Kaffee. 1868 soll

England die grösste Menge Kaffee eingeführt haben.

[101] Rappt. Cons. Belge.

[102] Kaffee ist ein so vorzüglichstes Getränk und wird so selten gut

bereitet, dass folgende von Sachverständigen gegebene Winke [Rappt. du

Jury] gewiss nicht unwillkommen sein werden: 1) Wahl guter Sorten,

2) Mischung derselben im besten, durch Erfahrung festgestellten

Verhältniss, 3) Vollständiges Austrocknen der Bohnen, da sonst der

während des Brennens aus ihnen entwickelte Wasserdampf einen Theil des

Aromas mit fortreisst, 4) Brennen in heisser Luft, wobei der Hitzegrad

genau bemessen werden kann. Jede Sorte muss für sich gebrannt werden,

5) schnelles Abkühlen der Bohnen. Wer seinen Kaffee aus einer allen

diesen Bedingungen entsprechenden Quelle beziehn kann, thut wohl am

besten, die gebrannten Bohnen in Tagesrationen zu kaufen. Mit Ausnahme

der 4ten sind aber die obigen Vorschriften in jeder Haushaltung zu

erfüllen, und die kleinen in Berlin käuflichen Brennapparate, die

ohne Unbequemlichkeit, sehr geringe Mengen über der Spiritusflamme zu

rösten und dabei zu überwachen gestatten, bieten einigen Ersatz. Der

Vorschrift 3. genügt man am besten, wenn man den Kaffee vor dem

Gebrauch mehrere Jahre lang an einem trocknen Orte aufbewahrt.

[103] Lygodium circinatum (?) Swartz, nicht ein kletternder, sondern

ein wirklich rankender Farn, wohl die einzige Gattung in der Familie.

[104] Anahuac p. 24.

[105] Siehe Anhang Bürgerliche Einrichtungen.

[106] Nach amtlichen, in der Alkaldie erhaltenen Nachrichten 21

Menschen in den beiden letzten Wochen.

[107] Histor. de las islas. Cap. XI.

[108] St. Croix (II, 157) erzählt, dass sich zu seiner Zeit die Curas

von jungen Mädchen bedienen liessen. Ein Franziskaner am See von Bay

hatte deren zwanzig zu seiner Verfügung, von denen ihm immer zwei

zur Seite waren.

[109] »Die Mönche sind Herren in den Provinzen . . . regieren dort

als Herrscher . . . sind so unumschränkt, dass kein Spanier sich dort

niederzulassen wagt. . . Die Mönche würden ihm zu viele Schwierigkeiten

bereiten. Legentil 1, 183.

[110] Leg. ult. I, 266 §§. 87, 89.

[111] Namentlich durch No. 26 Tit. 6, 54 Tit. 16, Bch. II. und 5

Tit. 2 Recop.

[112] R. C. 17. Juli 1754.

[113] St. Croix II, 124.

[114] St. Croix II, 336.

[115] Die Alkaldien zerfallen in 3 Rangstufen: entrada, ascenso,

termino. (R. O. 31 März 1837 Tit. I, 1.) In jeder dient der Alkalde

3 Jahre. (Tit. II, Art. 11, 12, 13) Niemand darf unter irgend einem

Vorwand in der Magistratur der Provinzen von Asien länger als 10

Jahre dienen. (Art. 16.)

[116] Chine I, 360.

[117] Das Gesetz rührt aus der frühesten Zeit der Kolonisation

Amerika's her, daneben bestanden noch eine Anzahl argwöhnischer

Vorkehrungen, um zu verhindern, dass die höheren Beamten in ein

freundschaftliches Verhältniss zu den Kolonisten träten. Weder sie

noch ihre Söhne durften in der Kolonie heirathen, liegende Gründe

erwerben etc. vergl. Kottenkamp I, 509.

[118] Ein Weltgeistlicher in den Philippinen erzählte mir ganz

unbefangen, was ihn zur Wahl seines Berufes veranlasst habe. Als

Unteroffizier spielte er einst Karten auf einem schattigen Balkon:

»Seht, rief einer seiner Kameraden, wie die Esel dort schwitzen,

damit wir hier faulenzen können,« indem er auf die Bauern wies, die

in voller Sonnengluth den Acker bestellten. Der glückliche Gedanke die

Esel für sich arbeiten zu lassen, machte einen so tiefen Eindruck auf

ihn, dass er sofort beschloss, Geistlicher zu werden, wobei ihm sein

ehemaliger Besuch einer lateinischen Schule zu Statten kam. Derselbe

Gedanke hat wohl auch manchen mittellosen Caballero zur Wahl des

Beamtenstandes geführt. Die geringe Achtung der bürgerlichen Arbeit

in Spanien und Portugal, die Aussicht auf Nebenverdienste namentlich

in den Kolonien tragen das Ihrige dazu bei.

[119] Ausbeutung des Staates durch die Parteien, Ausbeutung der

Parteien durch die Personen . . . das eigentliche Geheimniss aller

Revolutionen, ein über alle Maassen widerwärtiger Aemterkrieg . . . Man

mag nicht arbeiten und will doch glänzend leben. Man kann es nur auf

Kosten des Staats, den man gewissenlos ausbeutet. . . Es gab Orte wo

(nach Vertreibung Isabela's) das Amt eines Alkalden dreimal an einem

Tage gewechselt wurde. . . (Preuss. Jahrb. Januar 1869.)

[120] Nach Grunow, der sie bestimmt hat, Cladophora anisogona

Kützing. = Conferva anisogona Montagne.

[121] Giebel und Siewert Ztschrft. f.d. ges. Naturw. 1870 Bd. 1,

377 enthält einen interessanten Aufsatz von Rob. Pott über Javanische

Fleisch-, Fisch- und Krebsextrakte.

[122] Dr. Semper, der sie nach eigner Anschauung schildert (Skizzen

57), scheint bei den Ygorroten eine solche Mischung nicht anzunehmen.

[123] S. Semper 52.

[124] Genau eben so fand Pigafetta die Musikmädchen des Königs

von Cebu ganz nackt oder mit einem Schurz aus Baumrinde bekleidet

(S. 82). Die Hofdamen trugen ausser Hut und kurzem Schleier nur ein

kleines Schamband. (S. 89.)

[125] Aus denselben Gründen haben vielleicht die Chinesen bei ihrem

ersten Verkehr mit den Portugiesen den später wieder aufgegebenen

Gebrauch der Kreuze angenommen. Pigafetta (187) bemerkt: Die Chinesen

sind weiss und tragen Kleider, sie essen von Tischen, wie wir. Sie

haben Kreuze, man weiss aber nicht wozu.

[126] »Die Kirchenprälaten sollen ihren Untergebenen ausdrücklich

vorschreiben, den Indiern häufig zu predigen, und sie zu überreden

... dass es Pflicht der Gerechtigkeit und des Gewissens sei, ihren

Tribut zu zahlen, und dass sie eine Fülle von Ablass gewinnen,

indem sie die heilige Kreuz-Bulle kaufen, ... wegen der geringen

Aufklärung und Wissenschaft besagter Indier über diese beiden, für

ihre Erlösung eben so wichtigen, als dem Sinne unseres katholischen

Monarchen entsprechenden Punkte.« Leg. ult. I, 266 §. 90.

[127] Der Ursprung dieser Bullen liegt in den von den Päpsten

des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts zu Gunsten derjenigen

Personen erlassenen geistlichen Gnaden, die sich persönlich oder

durch Spenden an den Kreuzzügen betheiligten. Julius II. überliess

die Einnahmen daraus auf drei Jahre den spanischen Königen, spätere

Päpste verlängerten den Termin; 1750 erhielt Ferdinand VI. für sich und

seine Nachfolger das Recht die Erträge der Kreuzbulle selbstständig zu

erheben und zu verausgaben. Die Kreuzbulle besteht in einer Bulle für

Lebende (de vivos), deren Besitzer durch jeden Priester sogar wegen

verheimlichter Verbrechen frei gesprochen werden können; einer Bulle

für Todte (de difuntos) zur schnelleren Erlösung aus dem Fegefeuer;

einer Bulle den Genuss von Milch, Eiern und Fleisch an Fasttagen

gestattend (de lacticinios), Abfindungsbullen (de composicion), wodurch

u. a. Diebe, Betrüger, Erbschleicher, Alle, die fremdes Gut nehmen oder

behalten, wenn ihnen der eigentliche Besitzer unbekannt ist, Buhler,

solche die um Geld falsches Urtheil sprechen, Frauen, die für Geld

Ehebruch treiben, falsche Zeugen u.s.w. vollkommenen Ablass erhalten,

und das schlecht erlangte Gut in gutem Glauben und mit ruhigem Gewissen

als rechtmässig erworbenes Eigenthum behalten dürfen. Doch dürfen

jene Verbrechen nicht begangen sein mit der Absicht, sich durch den

Kauf der Bulle von der Schuld frei zu machen; denn in solchem Falle

müsste der Kasse der heiligen Kreuzbulle das Ganze herausgegeben

werden. Nach dem ersten amplifizirten spanischen Text des päpstlichen

Kommissars genügte ein Ablasschein von 2 r. für Veruntreuungen bis

zur Höhe von 2000 Maravedis. Für solche von über 100,000 Maravedis

war mit dem Kommissar zu akkordiren. (R. P. And. Mendo Bullae Sanctae

Crucis Elucidatio.). Seit 1801 gilt in den Philippinen ein bedeutend

höherer Tarif.

[128] En 1628, d'après des rapports dignes de foi, la terre trembla

14 fois le même jour dans les Camarínes; beaucoup d'édifices furent

renversés, une grande montagne se fendit et il en sortit une telle

quantité d'eau, que dans les campagnes inondées les arbres furent

arrachés et qu'à une lieue de la mer la plaine était toute couverte

d'eau.

[129] Apud Camarines quoque terram eodem die quatuor decies

contremuisse, fide dignis testimoniis renuntiatum est: multa interim

aedificia diruta. Ingentem montem medium crepuisse immani hiatu,

ex immensa vi excussisse arbores per oras pelagi, ita ut leucam

occuparent aequoris, nec humor per illud intervallum appareret. Accidit

hoc anno 1638. S. Eusebius Nierembergius, Historia Naturae lib. XVI,

383. Antwerpiae 1635 Fol. (1638 ist bei Perrey, nicht aber im Original

verdruckt für 1628).

[130] Siehe Anhang: Succeso raro.

[131] Siehe weiter unten bei Abacá.

[132] Im Fort William, Calcutta, angestellte Versuche haben

die ausserordentliche Festigkeit der Ananasfaser dargethan. Ein

Kabel von 8 Cm. Umfang zerriss erst bei einem Gewicht von 2850

Kilogr. (Rappt. Exp. Lond. II. 62.)

[133] Sapa heisst flach.

[134] Hooker (Himalayan Journ. I, 167) schreibt der ausserordentlichen

Häufigkeit dieser Annulaten in Sikkim den Tod vieler Thiere zu,

auch das für Rinderpest geltende Viehsterben, wenn es nach einer

sehr nassen Jahreszeit eintritt, in deren Folge die Blutegel in

unglaublichen Mengen erscheinen . . . Es ist eine bekannte Thatsache,

dass diese Würmer Tage lang in den Nasenlöchern, im Schlund und Magen

von Menschen gelebt, unsägliche Schmerzen und den Tod veranlasst haben.

[135] Gemelli Careri erwähnt sie schon.

[136] In ausserordentlicher Schönheit und Ausdehnung fand ich diese

Aggregationsform bei den grossen Kieselablagerungen von Steamboat

Springs, Nevada Territory.

[137] Arenas (Memorias 5. 9) glaubt, dass vielleicht die alten

Jahrbücher der Chinesen, da dieses Volk schon früh mit dem Archipel

verkehrte, Aufschluss über die Herkunft seiner heutigen Bewohner

enthalten. »Ist dies aber nicht der Fall, so dürfen wir nicht danach

forschen, denn Gott will uns den Ursprung dieser Indier verbergen,

und seine Beschlüsse müssen wir achten«.

[138] Wahrscheinlich Anodonta purpurea Val. nach v. Martens.

[139] Das Mittel der Durchschnittsernten in den zwölf preussischen

Provinzen ist 9,211 Scheffel Getreide per Morgen. (Nassau und

Hohenzollern nur 7,98 und 7,19).

[140] 650 Pfund per Bünder. -- De Rijst, Maatsch. tot nut S. 13.

[141] Scherzer, Fachmännische Berichte A. 91.

[142] Mehr als hundert Jahre später berichtet Pater Taillandier:

»die Spanier haben aus Amerika Kühe, Pferde und Schafe kommen lassen,

aber diese Thiere können dort nicht leben, wegen der Feuchtigkeit und

der Ueberschwemmungen.« Letzteres soll sich wohl nur auf die Schafe

beziehen. -- (Taillandier au père Willard, Lettres édifiantes.)

[143] Gegenwärtig sollen die chinesischen Pferde plump, grossköpfig,

buschig, behaart, die japanischen zierlich, ausdauernd, den arabischen

ähnlich sein. Gute Manilapferde entsprechen letzterem Typus und werden

in den chinesischen Hafenplätzen von den Europäern sehr geschätzt.

[144] Vergl. Hernandez Opera omnia; Torquemada, Monarchia Indica.

[145] Buyo nennt man in den Philippinen die mundgerechte Zurichtung

des Betels. Ein Blatt Betelpfeffer (Chavica betel) von der Form und

Grösse eines Bohnenblattes, wird mit einem erbsengrossen Stückchen

gebrannten Kalkes bestrichen, und von beiden Rändern nach der

Mittellinie hin zusammengerollt; dann wird das eine Ende der Rolle

in das andere gesteckt, so dass ein Ring entsteht; in diesen wird

ein flaches Stück Arecanuss von entsprechender Grösse eingepasst.

[146] Im Lande glaubt man, dass Fleisch von Schweinen, die sich auf

die S. 124 angegebene Weise nähren, oft diese Krankheit hervorrufe;

ein befreundeter Physiologe vermuthet die Ursache eher in reichlichem

Genuss sehr fetten Schweinefleisches -- Indier essen aber gewöhnlich

nicht viel Fleisch und die Schweine sind selten sehr fett.

[147] Vergl. A. Erman Reise um die Erde durch

Nordasien. Abth. I. Bd. 3, S. 191.

[148] Nach Semper S. 69 in Zamboanga und Basilan.

[149] Die Scheu den Schlafenden zu wecken beruht wohl auf dem sehr

verbreiteten Aberglauben, dass im Traume die Seele den Körper verlasse

(zahlreiche Beisp. davon in Bastian's Werken). Bei den Tinguianes

(Nord-Luzon) lautet der ärgste aller Flüche: mögest Du schlafend

sterben (Informe I, 14).

[150] Lewin, (Chittagong Hill tracts 1869. S. 46,) erzählt von den

dortigen Bergvölkern: »Ihre Art zu küssen ist sonderbar: statt Lippe

an Lippe zu pressen, legen sie Mund und Nase auf die Wange, und ziehn

den Athem stark ein. In ihrer Sprache heisst es nicht: Gieb mir einen

Kuss, sondern: rieche mich.«

[151] Vielleicht Topfstein, der in China zur Anfertigung billigen

Schmucks dient; gypsartig bezieht sich wohl nur auf den Härtegrad.

[152] In der Christy'schen Sammlung in London sah ich an einer

Vorrichtung aus den Schifferinseln einen derartigen Stein geschickt

verwendet, um Vorräthe gegen Ratten und Mäuse zu schützen: man zieht

eine Schnur durch den Stein, befestigt das eine Ende derselben an der

Decke der Wohnung, hängt am andern die aufzubewahrenden Gegenstände

auf. Ein Knoten in der Mitte der Schnur verhindert ihn weiter

hinabzugleiten, jede Berührung bringt ihn aus dem Gleichgewicht, es

ist den Ratten nicht möglich über ihn fort zu klettern. Eine ähnliche

auf den Viti-Inseln gebräuchliche Vorrichtung, aber von Holz, ist im

Atlas zu Dumont d'Urville Voy. au Pole sud I. 95 abgebildet.

[153] Carletti Viaggi 2. 11.

[154] Life in the Forests of the Far East 1. 300.

[155] Nach Pater Camel (Philos. transact. London vol. XXVI. pg. 246):

hantu schwarze Ameise von der Grösse einer Wespe, amtig kleinere

schwarze, hantic rothe Ameise.

[156] Nach Dr. Gerstäcker wahrscheinlich Phrynus Grayi Walck

Gerv., lebendig gebärend. S. Sitzungsb. Ges. Naturf. Freunde

Berl. 18. März 1862 und Abbildung und Beschreibung in G. H. Bronn

Ord. Class. Bd. V. 184.

[157] Calapnit, tagal. und bicol: die Fledermaus, Calapnitan also wohl:

Herr der Fledermäuse.

[158] Von mehreren in der Berliner Bergakademie untersuchten Proben

Goldsand enthielt nur eine 0,014 Gold, auch in einer Probe des auf

dem Schlammbrett zurückgebliebenen schweren Sandes fand sich kein Gold.

[159] Der Gogo ist eine in den Philippinen sehr häufige kletternde

Mimose (Entada purseta) mit grossen Schoten; der zerklopfte Stamm wird

wie die chilenische Seifenrinde (Quillaja saponaria) beim Waschen

verwendet und für manche Zwecke, z. B. beim Baden und Waschen des

Haupthaares der Seife vorgezogen.

[160] Ein auf diese Weise gewonnenes Goldkügelchen bestand nach einer

in der Berliner Bergakademie angestellten Analyse aus:

Gold 77,4

Silber 19,0

Eisen 0,5

Kieselerde 3,0

Verlust 0,1

=====

100,0

war also über 18 karätig.

[161] S. Reiseskizzen S. 198.

[162] Nest und Vogel sind in Gray's genera of birds abgebildet;

das Nest entspricht aber nicht den hier gefundenen. Diese sind

halbkugelförmig und bestehn zum grossen Theil aus Coir (Kokosfaser);

wahrscheinlich von Menschenhand zubereitet, das ganze Innere ist

mit einem unregelmässigen Netzwerk feiner Fäden der glutinösen,

essbaren Substanz überzogen, ebenso der obere Rand, der von

der Mitte nach den Seiten hin, allmälig anschwillt und sich zu

zwei einander berührenden flügelartigen Fortsätzen ausbreitet,

womit das Nest an der Wand festgeheftet ist. -- Die Zeichnung ist

in 1/3 Grösse der Originale ausgeführt die sich unter B 3333 im

Berl. Zool. Mus. befinden. Dr. v. Martens vermuthet, die Bezeichnung

Salangane komme von langayan, Schwalbe, und dem malayischen Praefix

sa und bedeute eigentlich das Nest als etwas von der Schwalbe

herrührendes. (Journ. f. Ornith. Jan. 66. S. 19).

[163] Spanischer Katalog der Pariser Ausstellung 1867.

[164] Informe sobre las minas de Cobre, Manila 62.

[165] Nach dem Katalog kommen folgende Erze vor: Buntkupfererz

(cobre gris abigarrado), Arsenkupfer (c. gris arsenical), Kupferglas

(c. vitreo), Kupferkies (pirita de cobre), gediegen Kupfer (mata

cobriza), Schwarzkupfer (c. negro). Die am häufigsten auftretenden

Erze haben folgende Zusammensetzung, A nach einer in der Escuela de

Minas in Madrid analysirten Probe, B nach Santos' Analysen, Mittel

mehrerer verschiedenen Stellen entnommener Proben:

Reisen in den Philippinen · 第 93 / 95 题