II. Samar.

Im Rio Catarman (Nordküste der Insel [341]) stehen zwischen Catarman

und Cobo-Cobo Bänke eines ziemlich festen, eisenschüssigen hellbraunen,

kalkfreien Thones an mit Resten verkohlter Pflanzen und zahlreichen

Bohrlöchern, welche nach Dr. von Martens von der noch oft in den

Bohrlöchern vorhandenen Modiola striatula Hanley herrühren. Nach dem

Abschlämmen hinterlassen die Thone wechselnde Mengen eines Rückstandes,

der aus Quarz, zum Theil in eisenschüssigen, rundlichen Körnern und

eckigen Splittern, etwas Magneteisen, weissem, braunem und grünem

Glimmer, und aus Feldspath besteht. Einzelne eisenhaltige, braune,

fast rein sandige Lagen von ziemlich grobem Korn zeigen dieselbe

Zusammensetzung. Aehnliche, aber grünliche, sandige Schichten stehen

weiter oberhalb im Rio Catarman an. Nach Behandlung mit Salzsäure sieht

man im Rückstand neben etwas Magneteisen reichlich weissen Quarz,

hie und da mit etwas dunkelem Glimmer, ferner Feldspath, weisse und

dunkle Glimmerblättchen. An der weiter südlichen Salta Sangley kommen

blaugraue Thone mit sandigen, grünlichen Lagen vor, welche die eben

angeführten Mineralien enthalten. Aus dem weiter südlich und nahe

der Salta Sangley entspringenden Fluss, der von Visita Tragbukan

nach Calbayog führt, liegen, dem Ursprung des Flusses entnommen,

gerundete mürbe Geschiebe eines ganz verwitterten Gesteins vor. Man

erkennt in ihnen weissen und etwas dunkeln Glimmer und erhält nach

Abschlämmen des Thones einen Rückstand mit zum Theil eisenschüssigem

Quarz, Feldspath und etwas Magneteisen. Darnach rühren diese Geschiebe

wohl von Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer her.

Weiter flussabwärts unterhalb der Visita Tragbukan stehen wieder

grüne und braune, eisenschüssige, wenig feste Sandsteine von grobem

Korn und der angeführten Beschaffenheit an, welche Bänke wie die oben

genannten von verwittertem Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer

herzuleiten sind. In allen diesen Thon- und Sandsteinlagen ist kein

grösseres Gesteinsbruchstück zu finden, das weitere Auskunft gäbe.

Noch weiter unten folgen braune, feinerdige, feste, kalkhaltige

Thonbänke mit undeutlichen Versteinerungen. Der Rückstand nach

Behandlung mit Säure zeigt nur einige Glimmerblättchen und Quarzkörner.

Weiter südöstlich an der Küste treten bei Catbalogan und auf der nahen

Insel Majava vulkanische Tuffe auf. Die letzteren sind ziemlich fest,

wenig thonig, grobkörnig und grünlich grau. Sie enthalten neben

den zahlreichen Augitbruchstücken einige rundum auskrystallisirte

Augite, reichlich Magneteisen, weissen Feldspath und sparsam kleine

Gesteinsstücke, welche ident sind mit einzelnen vorliegenden grösseren

Gesteinstrümmern. Das graue, dichte und compakte Gestein enthält

in Feldspathgrundmasse zahlreiche grüne Augite und Magneteisen

ausgeschieden. Nach Behandlung mit kochender Salzsäure wird die

Grundmasse weiss und ist stark angegriffen. Dieses Verhalten und die

sehr sparsamen, kleinen, triklinen Feldspathe des Gesteins zeigen,

dass man einen porphyrisch ausgebildeten Dolerit oder Pyroxenandesit

vor sich hat. Ein denselben Conglomeratblöcken entnommenes gerundetes

Geschiebe führt in dichter brauner Grundmasse grünen Augit. Die

zahlreichen rundlichen Hohlräume sind mit Strahlzeolith und Opal

erfüllt, die Tuffe streichen h. 2,5 und fallen 80° N.

Bei Catbalogan stehen graue und braune, etwas thonige, zum Theil sehr

feinsandige Bänke an. Das Pulver gibt an den Magnetstab Magneteisen

ab. Sie enthalten sparsam triklinen Feldspath, Augit und Bimstein

ähnliche Trümmer, bisweilen auch Bruchstücke eines ganz dunkeln,

dichten Gesteins, in welchem einzelne trikline Feldspathe zu erkennen

sind. Im Anschluss an das Vorkommen von Majava darf man diese Bildungen

wohl betrachten als aus doleritischen Gesteinen entstanden.

Diese Bänke werden von z. Th. mürbem gelblichgrauem, feinkörnigem

Kalkstein überlagert. Er hinterlässt nach Behandlung mit Salzsäure

einen aus vielen thonigen Partikeln, etwas Feldspath, Augit und

Magneteisen und kleinen, grauen Gesteinstheilchen bestehenden

Rückstand; z. Th. sind die Kalke, welche h. 5-5 1/2 streichen und 35°

N. einfallen, dicht, fest, weisslichgrau. Die unteren Schichten sind

aus vulkanischen Tuffen und Kalk gemengt.

Hart am Meeresstrande bei dem am Ostende der Bucht gelegenen Paranas

sieht man harte Muschelbreccie, durch Kalk verkittete Muscheltrümmer,

in grossen zertrümmerten Schollen auf weicheren Bänken derselben Art

liegen. Aus letzteren lässt sich unter den vielen Bruchstücken nach

Dr. von Martens die im indischen Ocean lebende Plicatula depressa

Lam. erkennen. Die unter diesen horizontal ausgebreiteten Schichten

liegenden gelblichgrauen Thone fallen landeinwärts. Von ihren

ziemlich wohlerhaltenen Muscheln und Pteropoden lässt sich nach

Herrn Dr. von Martens ein Theil bestimmen als den noch im indischen

Ocean lebenden Gattungen Yoldia, Pleurotoma, Cuvieria, Creseis,

Dentalium angehörig. Die Pleurotoma-Art stimmt mit keiner lebenden

überein. Mit lebenden Arten stimmen überein: Venus (Hemitapes)

hiantina Lam.; Venus squamosa L.; Arca (Scapharca) Cecillei Phil.;

Arca inaequivalvis Brug. var. [342]; Arca chalcanthum Rv.?; Corbula

crassa Rv.; Natica unifasciata Lam. var. lurida Phil.

Im Walde zwischen Paranas und dem nach NO. landeinwärts gelegenen

Loquilocun stehen Felsen an aus einem festen, graulichweissen,

mit Kalkspathadern durchzogenen, breccienartigen Kalkstein, in

dem undeutliche organische Reste, wohl von Korallen, zu erkennen

sind. Im Loquilocunfluss, der seinen Lauf nach NO. an die Ostküste

der Insel richtet, stehen unterhalb der Visita Loquilocun in grossen

ungeschichteten Massen stark verwitterte, mürbere, bräunlichgelbe

Kalke an. Die bei der sechsten Stromschnelle unterhalb Loquilocun

angeschwemmte, schwefelkiesreiche, mit Gyps durchzogene Kohle gleicht

den Hölzern der Braunkohle. Sie lässt die Holzstruktur mit blossem

Auge erkennen und giebt ein braunes Pulver.

Aus einer grossen Anschwemmung von Kies und Geröllen gegenüber der

Stromschnelle unterhalb Loquilocun, wo zum ersten Mal die Kähne

entleert und das Gepäck über Land getragen werden muss, liegen

vor: ein stark verändertes, mit Epidot durchzogenes, körniges,

rothgraues Gestein, in dem neben Quarz und triklinem Feldspath

ziemlich viel Magneteisenpunkte zu sehen sind; es macht nicht den

Eindruck eines Eruptivgesteins und möchte der feldspathigen Reihe

der Hornblendeschiefer angehören; ein blaugraues, porphyrisches

Gestein, dessen glasige, nicht doppelbrechende Grundmasse mit

kleinen Sphärulithen erfüllt ist und sparsam kleine Quarzkörner und

Magneteisen neben grösseren mattweissen Feldspathen enthält. Nur

an einem der Krystalle liess sich mit Sicherheit trikline Streifung

erkennen. Ist wohl das Gestein ein jungeruptives, so bleibt doch die

weitere Bezeichnung zweifelhaft; immerhin ist das Auftreten von Quarz

in der glasigen Grundmasse von Interesse. Als Einschlüsse kann man

die Quarzkörner nicht auffassen. Ferner milchweisser Achat, der einer

Mandelsteinerfüllung angehört hat, wie die Oberfläche nachweiset;

rothbrauner Jaspis mit feinen Quarzadern durchzogen.

Geschiebe aus dem Baseyflusse (Südküste der Insel) an der Grotte

Sogoton gesammelt bestehen aus einem alten Eruptivgestein. Es führt

in feinkörniger, dunkelgraugrüner Grundmasse mattweisse trikline

Feldspathe, sparsam Magneteisen und einige undeutliche grünliche

Krystalle, die man für Augit halten darf. Nach diesem Bestande und dem

Verhalten des Gesteins und der Feldspathe gegen kochende Salzsäure

wird man das Gestein den Oligoklasaugitporphyren zuzählen. Das

neben demselben vorkommende, rothbraune, eisenschüssige, mit Säuren

brausende, mürbe Gestein mit einem durch Säure ganz zersetzbaren

Feldspath mag ein Tuff eines ähnlichen Porphyrs sein. Im Bett des

Flusses Sogoton N. von Basey finden sich Gerölle von Talk- und

Chloritgesteinen.

Die Grotte Sogoton wird von Kalkfelsen gebildet, in denen man Spuren

von Zweischalern und Echinitenstacheln erkennt. Vor der Grotte

liegen 20 Fuss hoch über dem Fluss am rechten Ufer Bänke mit marinen

Muscheln. Es sind noch lebende Arten; nach Herrn Dr. von Martens Venus

(Hemitapes) hiantina Lam., Arca (Scapharca) Cecillei Phil., Arca

uropygmelana Bory; Placuna placenta L. Die Schalen haften z. Th. kaum

an der Zunge, die Ablagerung muss also sehr recent sein. An einer der

kleinen Inseln bei Nipa-Nipa (Basey) finden sich in den 60 Fuss hoch

über dem Meer liegenden, gehobenen Muschelbänken nach Herrn Dr. von

Martens die noch lebenden Arten: Chama sulfurea Rv., Pinna cf. nigrina

Lam. Ostrea denticulata Born; O. Cornucopiae Chemn.; O. rosacea

Desh. Am Strand westlich von Basey steht ein lockeres Aggregat von

Muscheltrümmern mit einzelnen gerundeten, kleinen Geschieben an.

Reisen in den Philippinen · 第 90 / 95 题