(Sociedád de los Amígos del país.)
Der Schöpfer des Tabakmonopols Basco y Vargas, der durch künstliche
Reizmittel die Trägheit der Kolonisten zu überwinden und Sinn
für das Gemeinwohl zu erwecken hoffte, gründete 1781 die Sociedád
económica de los Amígos del país zur Förderung des Ackerbaus und der
Gewerbe. Die von der Gesellschaft selbst 1860 veröffentlichten Akten
über ihren Ursprung und ihre denkwürdigen Thaten (hechos notables)
sind so bezeichnend für die Erfolglosigkeit derartiger Bestrebungen
in einer Kolonie, wo es gänzlich an Gemeinsinn fehlt, dass ein Auszug
gerechtfertigt scheint.
Bald nachdem die Gesellschaft ihre Statuten entworfen, gerieth ihr
Eifer in's Stocken und 1797 fasste ihr Präsident auf eigene Hand den
Beschluss, die Sitzungen einzustellen und das 6000 Dollar betragende
Gesellschaftsvermögen dem Handelsgericht zu übergeben. Erst 1820 gelang
es einem Generalkapitän, sie wieder in's Leben zu rufen. Bei ihrer
Stiftung war der Gesellschaft das Vorrecht eingeräumt worden, in der
Nao von Acapulco (siehe S. 14) bis zum Betrage von 2 Tonnen Handel
zu treiben oder dieses Privilegium zu verkaufen. Der daraus erzielte
Gewinn war bei der Wiedereröffnung auf 41,749 Dollar, beinahe 60,000
Thaler, angewachsen. Die wiederentstandene Gesellschaft revidirte
ihre Statuten, theilte sich in 4 Sektionen: Naturgeschichte, Ackerbau,
Gewerbe, Handel, jede mit Vizedirektor, Vizezensor, Vizeschatzmeister,
und stellte abermals ihre Thätigkeit ein. 1822 ermunterte sie sich noch
einmal und gab auch während einer Reihe von Jahren fast alljährlich
einige Lebenszeichen s. S. 219. Neuerdings ist sie indessen wiederum
müde geworden, denn in ihrer Sitzung vom 24. August 1866 beschloss
sie, ihr Vermögen als patriotisches Geschenk den von der Bombardirung
Callao's zurückkehrenden Schiffen darzubringen, und »diese besonders
günstige Gelegenheit zu benutzen, um einen Akt patriotischer
Aufopferung zu begehn und dem Staate einen Dienst zu leisten«.
Die Gesellschaft besitzt 25 bis 30,000 Dollar; aber Reichthum
macht Sorgen. »Von diesem Vermögen, dessen genauer Betrag den
Mitgliedern unbekannt, ist seit vielen Jahren nicht die geringste
Summe auf Förderung des Gemeinwohls verwendet worden, obgleich die
Gesellschaft nur zu diesem Zweck besteht. Der grösste Theil der für
die Sitzungen bestimmten Zeit geht gewöhnlich mit Fragen, betreffend
die Anlage und Einziehung dieser Kapitalien, verloren. Förmlichkeiten
und Rechnungsführung haben Jahre lang die ganze Aufmerksamkeit der
Gesellschaft beschäftigt. Auch ist es vorgekommen, dass einige mit dem
Zensorenamte beehrte Mitglieder die Schlüssel der Kasse nicht annehmen
wollten, welche letztere seit vielen Jahren nicht geöffnet werden
konnte wegen der Schwierigkeit, die übrigen Inhaber der Schlüssel
(conclaveros) zu vereinigen.«
Der damalige eifrige Generalkapitän Don Jose de la Gandara tadelte
die Gesellschaft in einer Ansprache vom 17. Januar 1867 für ihren
patriotischen Beschluss und forderte sie auf, ihr Geld zur Gründung
eines botanischen Gartens verbunden mit einer Ackerbauschule
zu verwenden und eine zur Verbreitung im Auslande bestimmte
Denkschrift auszuarbeiten, worin die Fruchtbarkeit der Philippinen,
die Leichtigkeit mit welcher dort Pflanzungen angelegt werden könnten,
hervorgehoben werde, um Familien, welche das nöthige Kapital und
praktische Kenntnisse besitzen, zur Einwanderung zu veranlassen.
Die wahrscheinlich aus einem sehr ausgebildeten Schicklichkeitsgefühl
hervorgegangene Kunst, für etwas, das man zu thun oder zu unterlassen
entschlossen, einen schönen Beweggrund aufzufinden, offenbart sich
öfter in amtlichen spanischen Dokumenten. Auch das folgende Stück
über Einführung der Opium-Regie kann als Beispiel dienen.