ERSTEIGUNG DES YRIGA UND DES MAZARAGA. -- SEE- UND
STRASSENRÄUBER. -- WASSERPFLANZEN VON BERLIN NACH DEN
PHILIPPINEN. -- MEIN DIENER PEPE.
Vom Ysaróg kehrte ich über Naga und Nábua zum Yriga zurück, den es
mir endlich zu ersteigen gelang.
Der Häuptling der Montesinos hatte täglich Rationen für zweiundzwanzig
Mann erhalten, mit denen er angeblich einen Weg zum Gipfel bahnte. Als
er aber am Abend des dritten Tages selbst nach Yriga kam, um neue
Vorräthe zu holen, da die Arbeit noch einige Zeit erfordere, erklärte
ich, dass ich am folgenden Morgen versuchen würde den Berg zu besteigen
und forderte ihn zum Führen auf. Er willigte ein, verschwand aber
Nachts sammt seinem Begleiter, da die Indier im Tribunal sich das
Vergnügen gemacht hatten, ihnen schwere Strafen in Aussicht zu stellen
falls die Leistung nicht den Arbeitstagen entspräche. Nach vergeblichem
Bemühn um einen andern Führer, verliessen wir Buhi Nachmittags, und
übernachteten im Rancho, wo man uns früher so freundlich aufgenommen
hatte. Die Feuer brannten noch, aber die Bewohner waren bei unserer
Annäherung geflüchtet. Am folgenden Morgen um 6 Uhr begann die
Besteigung. Nachdem wir mit Benutzung der früher von uns gebahnten
Pfade den Wald durchschritten, ging es durch 3 bis 4 Fuss hohes Gras
mit scharfschneidenden Blättern, dann folgte 7 bis 8' hohes Rohr,
vom Habitus unseres Arundo phragmites (es stand aber nicht in Blüthe),
das den ganzen oberen Theil des Berges bis zum Rande einnimmt; nur in
den Schluchten reichten die Bäume hoch hinauf. In den untern Gehängen
waren sie mit Aroideen und Farnen, gegen den Gipfel zu mit Flechten
und Moosen bedeckt. Ich fand hier eine schöne neue eigenthümlich
gestaltete Orchidee. [183] Die Cimarronen hatten etwas Rohr umgehauen,
weiter bahnten wir uns mit Waldmessern den Weg und erreichten schon
um 10 Uhr die Spitze. Es war sehr trübe. Auf einen klaren Abend
oder Morgen hoffend, liess ich eine Hütte bauen, wozu das Rohr sehr
geeignet war. Für sich selbst ein Obdach zu errichten und Brennholz zum
Wachtfeuer herbeizuschaffen, waren die Indier zu faul. Sie kauerten,
um sich zu erwärmen, dicht an einander gedrückt auf dem Boden, assen
kalten Reis und dursteten dazu, da keiner Wasser holen wollte. Von
zwei Wasserträgern, die ich mitgenommen, hatte der Eine sein Wasser
unterwegs »aus Versehn« verschüttet, der Andre es unten ausgegossen,
»weil er geglaubt, dass wir es nicht brauchen würden«.
Ich fand die höchste Spitze des Yriga 1212 Meter, 1120 Meter über
dem Spiegel des Buhi-See's. Von Buhi ging ich nach Bátu.
Der Batu-See (111 Meter Meereshöhe) war seit meinem letzten Besuch
im Februar noch tiefer gesunken, der Algenteppich hatte an Breite
beträchtlich zugenommen, sein oberer Rand war an vielen Stellen
zerfetzt, der untere ging allmälig in einen dicken Wulst faulender
Wasserpflanzen über (Charen, Algen, Pontederien, Valisnerien, Pistien
u. s. w.), der den Wasserspiegel ringsum einfasste und nur durch
einzelne Lücken an das Ufer zu gelangen gestattete. Queer vor der
Mündung des Quinali in den See lag eine Barre von schwarzem Moder, in
welcher einige schmale Wasserrinnen die weichsten Stellen anzeigten. Da
wir mit einem grösseren Boote nicht über die Barre gelangen konnten,
so wurden zwei kleine schmale Nachen durch einen Bambusrost verbunden,
und mit einem Sonnendach versehn. Vermittelst dieser Vorrichtung,
die von 3 kräftigen Büffeln gezogen wurde, während die Mannschaft mit
sichtlichem Behagen und lautem Jubel knietief im schwarzen Schlamm
watend, schieben half, gelangten wir, wie auf einem Schlitten über
das Hinderniss in den Fluss, der bei meinem ersten Besuch an vielen
Stellen die Felder überfluthete, so dass die Hütten der Eingeborenen
wie Schiffe aus dem Wasser ragten und jetzt (im Juni) nicht einmal
sein Bett ausfüllte. Wir mussten daher die Schlittenfahrt bis dicht
vor Quinali fortsetzen.
In Ligáo stieg ich bei einem befreundeten Spanier ab, da seit meinem
letzten Besuch ein grosser Theil der Ortschaft sammt Tribunal und
Convento abgebrannt war. Nachdem die nöthigen Vorbereitungen getroffen,
ging ich Abends nach Barayong, einem kleinen Cimarronen-Rancho, am
Fuss des Mazarága, mit dessen Insassen ich am folgenden Morgen den
Berg bestieg. Auch die Frauen begleiteten uns eine gute Strecke und
erhielten die Gesellschaft in munterer Laune. Unterwegs wurde einem
zu dem Zweck mitgenommenen Indier eine Bambuse voll Wasser zum Tragen
übergeben, er warf sie fort, und lief davon, eine Alte trat für ihn
ein und schleppte das Wasser unverdrossen bis auf den Gipfel. Dieser
Berg war feuchter, als alle die ich je bestiegen, den Semeru in
Java etwa ausgenommen. Auf halbem Wege fand ich einige angefaulte
Rafflesien. [184] Zwei elend aussehende Cimarronenhunde jagten
uns einen jungen Hirsch zu, den einer der Leute durch einen Schlag
mit dem Waldmesser erlegte. Im Drittel der Höhe hörte der Pfad auf,
doch war es nicht schwierig durch den Wald zu gelangen, der mit Rohr
dicht bewachsene obere Theil des Berges verursachte wiederum grosse
Schwierigkeiten. Gegen zwölf erreichten wir die Gipfelplatte, die von
keinem Krater durchbohrt, flach gewölbt, fast horizontal, und dicht mit
Rohr bestanden ist. Ihre Höhe ergab sich = 1354 Meter. In kurzer Zeit
bauten die unermüdlichen Cimarronen eine schöne grosse Rohrhütte: ein
Zimmer für mich und das Gepäck, einen grossen Vorsaal für die Leute,
ein besonderes Haus für die Küche. Leider war das Rohr so nass, dass
es nicht brannte. Um etwas Brennholz zum Reiskochen zu haben, wurden
dicke Aeste aus dem Walde geholt, und ihr verhältnissmässig trockner
Kern mühsam herausgeschält. Die Schwefelhölzer waren so feucht, dass
der Phosphor sich beim Reiben ablöste; auf Löschpapier gesammelt,
mit dem geschwefeltem Ende des Zündholzes geknetet, ward er trocken,
und entzündete sich durch die Reibung. Von anstehendem festem Gestein
war nicht eine Spur zu sehn. Alles, von da ab wo der Pfad aufhörte,
war dicht bewachsen, der Boden mit einer hohen Schicht feuchter
Walderde bedeckt. Der folgende Morgen war hell und gestattete eine
weite Rundsicht, aber noch ehe ich sie fertig gezeichnet, ward es
wieder trübe, und als nach mehrstündigem Warten der Himmel sich mit
dichten Regenwolken bezog, traten wir den Rückweg an.
Auf dem Gipfel schwärmten viele Schmetterlinge umher. Wir konnten
aber nur wenige fangen, da das Gehn zwischen den hohen Rohrstoppeln
für nackte Füsse sehr beschwerlich war: von zwei Paar, aus Manila
bezogenen neuen Schuhen hatten sich, noch ehe ich die Spitze erreichte,
die nur leicht angehefteten Sohlen abgelöst, so dass ich den Weg nach
Ligao barfuss zurücklegen musste.
Am folgenden Tage ging mein spanischer Gastfreund zweimal nach dem
Tribunal, um mir die zur Beförderung meiner Sammlungen nöthigen
Büffelkarren zu verschaffen. Seine höflichen Bitten blieben ohne
Erfolg; dem Befehl des Cura, der den Gobernadorcillo zu sich in's
Haus beschied, wurde sogleich gehorcht. Für spanische Privatleute
haben die einheimischen Behörden in der Regel wenig Rücksichten,
sie begegnen ihnen nicht selten mit deutlicher Geringschätzung. Eine
amtliche Empfehlung des Alkalden ist gewöhnlich wirksam, aber nicht
in allen Provinzen, denn manche Alkalden schaden ihrem Ansehn, indem
sie zur Förderung ihrer persönlichen Interessen die Mithülfe oder
Verschwiegenheit der einheimischen Behörden in Anspruch nehmen.
Ich schoss hier einige Paníkes, grosse Fledermäuse, mit Flügeln
von fast fünf Fuss Spannweite, die im Tagesschlaf an den Aesten
eines Baumes hingen (s. Reisesk. S. 216), darunter zwei Mütter
mit unversehrten säugenden Jungen. Es sah rührend aus, wie sich
die Thierchen fester und fester an den Körper der sterbenden Alten
klammerten und auch noch nach erfolgtem Tode sie zärtlich zu herzen
schienen; der anscheinenden Innigkeit lag aber nur Selbstsucht
zu Grunde, denn als ihr Milchvorrath erschöpft, wurden die Alten
rücksichtslos, wie leere Schläuche behandelt. Sobald die Jungen
abgenommen wurden, frassen sie Bananen und lebten mehrere Tage lang
bis ich sie in Spiritus steckte.
Früh Morgens ritt ich auf dem Gaule des Pfarrers nach Legaspi, und
Abends durch tiefen Schlamm zum Alkalden nach Albay. Wir befanden uns
jetzt (Juni) mitten in der sogenannten trocknen Jahreszeit, es regnet
aber fast täglich. Der Weg zwischen Albay und Legaspi war schlechter
als je. Während meines Besuches ging vom Kommandanten der Falúas an
der Südküste die Meldung ein, dass er zwei Seeräuberboote verfolgte
als plötzlich sechs andre erschienen, um ihm den Rückweg abzuschneiden,
weshalb er schleunig umkehrte. Die Falúas sind zwar stark bemannt, und
mit Kanonen versehn, aber die von den Ortschaften der Küste gestellte
Mannschaft ist gänzlich ungeübt im Gebrauch der Feuerwaffen, und hat
solche Furcht vor den Moros, dass sie, wenn nur die geringste Hoffnung
zur Flucht vorhanden, mit allen Kräften das Land zu erreichen sucht
um davon zu laufen. Die Küstenorte, ohne andre Waffen als hölzerne
Piken, waren den Seeräubern völlig preisgegeben, die in Catanduánes,
Biri, und mehreren kleinen Inseln festen Stand gefasst hatten und
ungestraft Schiffe kaperten oder am Lande Menschen raubten. Fast
täglich wurden neue Räubereien und Mordthaten aus den Stranddörfern
gemeldet. Die während des Raubzuges zum Rudern verwendeten Gefangenen
werden schliesslich als Sklaven verkauft. Bei der Theilung sollen
je zwei dem Dato, der die Schiffe ausgerüstet, einer der Mannschaft
zufallen. [185] Zwar sind die Küstenfahrer in diesen Gewässern
grösstentheils mit Geschützen versehn, doch liegen diese gewöhnlich
im Schiffsraum, da Niemand an Bord damit umzugehn weiss. Sind die
Kanonen auf Deck befestigt, so fehlen die Kugeln oder das Pulver, aber
der Kapitän verspricht es das nächste Mal besser einzurichten. [186]
Der Alkalde berichtete die Thaten der Seeräuber mit jeder Post nach
Manila, wies auf die grossen dem Handel zugefügten Verluste, und auf
die Pflicht der Regierung ihre Unterthanen zu schützen, um so mehr, als
diesen keine Feuerwaffen gestattet sind. [187] Von den Bisaya-Inseln
ertönten dieselben Hülferufe. Die Regierung war aber machtlos gegen das
Uebel. Wurden die Klagen gar zu laut, so sandte sie in die am meisten
heimgesuchten Gewässer ein Dampfboot, das fast nie einen Seeräuber zu
sehn bekam, obgleich diese dicht vor und hinter ihm ihr Wesen trieben.
In der Hauptstadt Samars traf ich später einen Regierungsdampfer,
der seit vierzehn Tagen vergeblich gegen Piraten kreuzte; denn
diese, gewöhnlich schon durch ihre Spione gewarnt, sehn den
Rauch des Dampfbootes früh genug, um mit ihren flachen Kähnen zu
entschlüpfen. Die Offiziere wussten von vornherein, dass ihre Fahrt
schwerlich andern Erfolg haben würde, als den geschädigten Provinzen
zu zeigen, dass ihr Nothschrei nicht unbeachtet blieb. [188]
Es waren indessen damals schon 20 kleine Dampfkanonenboote von geringem
Tiefgang in England bestellt und ihrer Vollendung nahe, sie wurden in
Stücken um das Kap transportirt, die ersten beiden trafen bald darauf
in Manila ein, die übrigen folgten, und es gelang ihnen den Archipel
auf einige Zeit von dieser schweren Plage fast zu befreien [189],
wenigstens von den ächten Moros, die jährlich aus der Solosee meist
von der Insel Tavi-tavi kamen, im Mai nach den Bisayas gelangten,
und dann ihre Raubzüge im Archipel fortsetzten, bis der Wechsel
des Monsun im Oktober oder November sie zur Rückkehr zwang. [190]
In den Philippinen erhielten sie neuen Zuwachs durch Vagabunden,
Desertöre, entlassene Sträflinge, ruinirte Spieler. Aus denselben
Elementen werden auch die Banden von Strassenräubern (Tulisánes)
gespeist, die zuweilen sehr zahlreich auftreten und Streiche von
ausserordentlicher Keckheit ausführen. Nicht lange vor meiner Ankunft
waren sie in eine Vorstadt Manila's eingefallen und hatten in den
Strassen mit dem Militär gekämpft. Ein Theil des letzteren pflegt
regelmässig durch den Dienst gegen Tulisanes in Anspruch genommen zu
werden. Die Räuber sollen in der Regel gegen ihre Opfer nicht grausam
sein, wenn kein Widerstand geleistet wird. [191]
In Legaspi fand ich mehrere Kisten mit Blechfuttern, die mit
der Ueberlandpost nach 16 Monaten, statt nach 7 Wochen, für mich
angekommen waren, da sie von Berlin über Triest versandt, wegen des
italienischen Krieges dort liegen geblieben. Ihr fast ausschliesslich
zum Gebrauch in den Philippinen bestimmter Inhalt war mir jetzt
zum grössten Theil überflüssig. In einer Kiste befanden sich zwei
mit Glasstöpseln verschlossene Fläschchen, die eine mit feuchtem
Kohlenpulver, die andre mit feuchtem Lehm gefüllt, beide enthielten
Samen von Victoria regia und Knollen rother und blauer Nymphäen. Die
in der ersten Flasche waren verdorben -- wie sich erwarten liess;
aber in der mit feuchtem Lehm gefüllten hatten zwei Knollen 1/2 Zoll
lange Keime getrieben und sahen ganz gesund aus. Ich pflanzte sie
sogleich; in einigen Tagen entwickelten sie kräftige Blätter. Eine
dieser schönen, ursprünglich für den Buitenzorger Garten in Java
bestimmten Pflanzen blieb in Legaspi, die andre sandte ich nach
Manila, wo ich sie später in voller Blüthe wieder sah. Im Kohlenpulver
hatten zwei Victoriakerne über einen Zoll lange Wurzeln gemacht,
die aber abgefault, vielleicht auch bei der Zollrevision abgerissen
und dann gefault waren, denn der Hals des Fläschchens war zerbrochen;
das Kohlenpulver sah aus als wäre darin gerührt worden. Ich theilte dem
Inspektor des Berliner botanischen Gartens den glänzenden Erfolg seiner
Verpackungsart mit; er machte eine zweite Sendung direkt nach Java,
die im besten Zustande ankam, so dass nicht nur die Victoria, sondern
auch die von einem afrikanischen Vater und einer asiatischen Mutter
in Berlin erzeugten rothen Teichrosen jetzt die Wasserbecken Java's
(letztere Pflanzen vielleicht auch die der Philippinen) schmücken.
Wegen der anhaltenden Regen benutzte ich zwei Backöfen, um meine
Sammlungen vor dem Einpacken zu trocknen. Mein Diener verbrannte den
grössten Theil, so dass der Rest in einer geräumigen Kiste Platz fand,
die ich für einen Dollar erstand. Leider fehlte der Deckel. Um diesen
zu beschaffen, musste ich zuerst einen Zimmermann, der wegen einer
kleinen Schuld gefangen sass, frei machen, dann Vorschuss geben, um ein
Brett zu kaufen und Vorschuss um das versetzte Handwerkzeug auszulösen;
die endlich begonnene Arbeit wurde mehrere Male unterbrochen, weil
ältere Vorschüsse ungestümer Gläubiger durch Arbeit getilgt werden
mussten. Nach fünf Tagen war der Deckel fertig; er kostete drei Dollar,
hielt aber nicht lange, denn schon in Manila musste er durch einen
neuen ersetzt werden.
In Legaspi fand ich Gelegenheit einen kleinen Schoner nach der Insel
Samar zu benutzen, die SO. von Luzon, jenseits der 3 Leguas breiten
S. Bernardino-Strasse liegt. Im Augenblick der Abreise verliess mich
mein Diener »um ein wenig von den Strapazen auszuruhn« -- zu meinem
grossen Bedauern, -- denn Pepe war gutmüthig, sehr anstellig und immer
guter Laune. Er hatte in seinem Geburtsorte Cavite, wo viele spanische
Soldaten und Seeleute leben, diesen manches abgesehn, und wurde
scherzweis Español de Cavite genannt. Das Herumstreichen von einer
Ortschaft zur andern gefiel ihm sehr, er machte schnell Bekanntschaft,
und wusste sich bei den Frauen beliebt zu machen; denn er besass viele
gesellige Talente, verstand auch Guitarre zu spielen und Büffelkühe
zu melken. Kamen wir in ein Pueblo, wo eine Mestizin oder gar eine
»Landestochter« (Kreolin) wohnte, so requirirte er, wenn es anging,
sogleich eine milchende Büffelkuh, molk sie, brachte der Señora einen
Theil der Milch und hielt, unter dem Vorgeben der Dolmetscher meiner
Gesinnungen zu sein, eine so höfliche wohlgesetzte Rede, pries die
Schönheit und Anmuth der Dame und liess sich mit demüthigster Miene
so ungeheuerliche Reiseabenteuer abfragen, dass Ritter und Knappe
in hellem Glanze strahlten. Das Geschenk war immer willkommen, (und
brachte uns manch Körbchen Orangen ein); denn Büffelmilch ist zur
Chocolade sehr beliebt, es kommt aber, wie es scheint, nur selten
jemand auf den Einfall eine Kuh zu melken. Leider mochte Pepe nicht
Berge steigen, und bekam Bauchweh, wenn er mich begleiten sollte,
oder er verschenkte meine starken Schuhe oder liess sie stehlen; die
einheimischen aber blieben unangetastet; denn er wusste wohl, dass
sie fast nur zum Reiten taugen, woran auch er Freude hatte. In meiner
Gesellschaft arbeitete er schnell und gern, aber allein langweilte
es ihn, er fand überall Freunde, die ihn abhielten; dann liess er bei
dem Abbalgen der Vögel das Fleisch in den Beinen sitzen, so dass sie
verfaulten und fortgeworfen werden mussten. Noch unangenehmer war ihm
das Packen, darum that er es so schnell als möglich, doch nicht immer
mit genügender Sorgfalt, wie einmal, wo er Schuhe, Arsenikseife,
Zeichnungen und Chocolade in ein Tuch zusammenband. Trotz solcher
kleinen Mängel war er mir sehr nützlich und angenehm. Nach einer so
unzivilisirten Insel, wie Samar, ging er aber nicht gern, und als er
gar seinen Lohn für acht Monate auf einmal erhielt, und plötzlich ein
kleiner Kapitalist war, konnte er der Versuchung nicht widerstehn,
ein wenig von den Strapazen auszuruhn.