„Zu den Dingen, welche das Volk den verständigen Aerzten abwendig

machen und den Betrügern in der medizinischen Praxis Vertrauen

erwerben, gehört der Wahn, daß der Arzt alles wissen müsse, nichts

zu fragen brauche. Wenn er den Urin ansieht oder den Puls befühlt,

so soll er auch wissen, was der Kranke gegessen und sonst getan hat.

Das ist Lug und Trug und wird nur durch Kunstgriffe, durch allerlei

künstliche Reden und Fragen bewirkt, durch welche man den Sinn

des Volkes betört. Mancher mietet Männer und Frauen, daß sie ihm

alle Verhältnisse des Kranken mitteilen, alles, was dessen Diener,

Freunde, Nachbarn betrifft, erzählen. Die Gemieteten, namentlich

Frauen, begeben sich an das Tor des Arztes unter dem Vorwande,

daß ihnen, ihrem Manne oder Bruder, etwas fehle; dort fragen sie

die Wartenden aus und lassen den Arzt durch seinen Diener alles,

mit den Wahrzeichen, wissen. Oder sie begeben sich zugleich mit

dem Ausgefragten vor den Arzt und bedeuten ihm das Nötige durch

Zeichen, Bewegungen der Glieder oder Worte, die sie in ihrer eigenen

Angelegenheit vorbringen. Solche feine Kunstgriffe herauszufinden, ist

oft den Kundigen schwer, geschweige den anderen. ... Es darf daher

die Seele der Verständigen sich nicht dahin neigen, den Betrügern

Glauben zu schenken, wenn er auch ihre Sachen nicht versteht und

nicht dahinter kommt. ... Ich selbst, als ich die Heilkunst auszuüben

begann, hatte mir vorgenommen, nichts zu fragen, nachdem man mir den

Urin gegeben, und ich war sehr geehrt. Später, als man sah, daß ich

umständlich nachfrug, sank mein Ansehen merklich, und man gab mir

dies unumwunden zu erkennen: ‚Wir glaubten, wenn du den Urin siehst,

werdest du alles verkündigen, was uns treffen wird, wir bemerkten aber

das Gegenteilʻ. Umsonst bedeutete ich ihnen, daß dies außerhalb des

Bereiches der Arzneikunst sei, indem sie bereits von dem Geschwätz der

Charlatane eingenommenen waren. Wenn auch der Arzt aus den Symptomen

vieles erkennen kann, was ihm der Kranke nicht mitteilt, so wird er

doch niemals es so weit treiben, wie jene, welche z. B. sagen: ‚Wer

diesen Urin gelassen, schlief gestern bei einer alten Frau oder hat

auf der rechten Seite gelegen und zwar so viele Stunden der Nachtʻ

u. dergl. Blödsinn. ... Ein anderer Grund zur Geringschätzung des

Arztes, auch des scharfsinnigsten und erfahrensten, ist der Umstand,

daß viele Krankheiten zu wenig von der Grenze der Gesundheit sich

entfernen, also schwer zu erkennen und zu heilen sind; andere, an sich

böse, erscheinen äußerlich unbedeutend. Wenn der Laie nun bemerkt,

daß der Arzt an ihrer Heilung zweifelt, so zieht er eine sichere

Folgerung, daß der Arzt noch weniger von den schweren umfangreichen

Krankheiten verstehen und heilen werde. Dieser, auf Analogie

gegründete Schluß ist aber falsch. Die Symptome solcher Krankheiten

liegen weniger offen, weil diese sich weniger vom Normalzustande der

Gesundheit entfernen, und ihre Heilung ist schwieriger, weil man

keine drastischen Mittel anwenden darf, sondern nur solche, deren

Wirkung erst allmählich sichtbar ist, wie Diät u. dergl. ... Einer

der Angestellten des Krankenhauses klagte einst über Beschwerden bei

der Bewegung einiger Fingergelenke wegen eines geringen, aber sehr

harten Geschwüres am Mittelfinger, welches den an ihm versuchten

Mitteln eine Zeitlang widerstand. Er fluchte und beschimpfte die

Aerzte öffentlich, indem er rief: ‚Wenn sich ihre Praxis an einem

kleinen Fingergeschwür als unzulänglich herausstellt, wie erst bei

zerbrochenen Rippen und Armen?ʻ Er suchte also Heilung bei Frauen und

beim Pöbel. Dies ist also wieder eine Ursache, warum die Menge sich

von den ehrbaren Aerzten abkehrt und die gemeinen vorzieht. Aber auch

der kundige Arzt gerät oft in Zweifel und braucht längere Zeit, um

das rechte Mittel zu finden. So erging es selbst Galen. ... Sollte

jemand einwenden: Wem so etwas zukommen kann, ist weder ein Weiser

noch ein Scharfsinniger, so erwidern wir: Diese Bezeichnungen sind

nicht absolute, sondern relative, sie beziehen sich auf den Vorzug

des Individuums vor seinen Zeitgenossen. Wenn uns ferner entgegnet

wird, man solle aber eine Sache nicht demjenigen anvertrauen, von dem

man nicht annehmen kann, daß er nicht in Irrtum verfalle, so erwidern

wir: Man muß die Dinge demjenigen anvertrauen, der am weitesten vom

Irrtum entfernt ist, am seltensten irrt ... wer also den Arzt nicht

zuziehen wollte, gliche demjenigen, der nicht auf Pferden reiten oder

auf bedeckten Betten schlafen wollte, weil die Pferde straucheln, die

Decken einstürzen könnten, was ja zu den sehr seltenen Dingen gehört.

... Mitunter setzt man den Arzt herab, der sich um eine unheilbare

Krankheit abmüht; man bedenke aber die Unvollkommenheit der Kunst, die

in dieser Beziehung entgegengesetzt ist anderen Künsten, von denen die

Menschen mehr wissen, als nötig ist ... während in der Heilkunst die

Menschen noch nicht das Notwendigste erreicht, nicht für alle Uebel

ein Mittel haben. Es liegt also an der Kunst und nicht am Arzte. ...

Das Publikum verlangt, daß der Arzt im Augenblick, wie ein Zauberer,

heile oder daß er wenigstens angenehme Mittel anwende u. dergl., was

nicht zu allen Zeiten und bei jedem Kranken möglich; den Arzt für

die Natur büßen zu lassen, ist ein großes Unrecht. Darum aber machen

die Besprecher etc. ihr Glück, wenn sie auch schändlich handeln, und

ihr niedriges Handwerk genügt für ihr Auskommen, ~während der Arzt

bei großer Anstrengung kaum das Notwendigste erzielen kann~. Manche

halten einen geschickten Arzt für minder fähig, wenn es vorkommt,

daß er den Kranken nur ein- oder zweimal besucht hat, während die

Krankheit fortgesetzter Behandlung bedarf, damit er sich eine richtige

Anschauung bilde aus dem regimen oder aus hinzutretenden Zufällen

oder weil der Kranke sich ungenügend ausgesprochen hat. Der Kranke

glaubt dann, daß der Arzt nichts mehr wisse, als was er zu Anfang

vorgebracht oder daß er aus Unkenntnis in der betreffenden Krankheit

nichts verordnet, während es doch oft am Kranken selbst liegt. ...

Manche Krankheiten vermag der Kranke selbst nicht recht zu schildern,

so daß der Arzt der Ausdauer bedarf. ... Es kommt aber auch bei den

achtbarsten und hervorragendsten Aerzten vor, daß man ihnen die

Heilung einer Krankheit nicht anvertraut, so lange dieselbe noch

möglich ist, sondern erst, wenn dieselbe unheilbar geworden. Dann

dringt man in den Arzt, bis er sich nicht entziehen kann; er soll

aber den Kranken nur einmal ansehen und dann die Kur vollziehen, und

wenn sie nicht gelingt, so heißt es: Er versteht nichts, während die

Schuld ihre ist, nicht seine. ... Ferner wird das Herz der Menschen

von den geschickten Aerzten ab- und den Toren zugewendet dadurch,

daß es Unwissenden und Weibern manchmal gelingt, Krankheiten zu

heilen, wo es die berühmtesten Aerzte nicht vermögen. Die Ursachen

sind mannigfache: Glück, Opportunität u. s. w. Manchmal bewirkt der

geschickte Arzt eine Besserung, die aber noch nicht sichtbar ist, der

Kranke wird einem anderen Arzt übergeben, der nach kurzer Zeit die

Heilung vollbringt, und sie wird diesem zugeschrieben. Manchmal wird

der zweite Arzt gerade zur Zeit der Krisis gerufen, wo die Zufälle

hervortreten, er gibt ein Mittel, und es tritt bald darauf Erbrechen,

Abführen, Schweiß, Nasenbluten ein; die Krankheit endet, und der

Unkundige schreibt die Heilung dem zweiten Arzt zu. In dieser Weise

sind mir oft wunderliche Dinge zugekommen. ... Wenn man ohne Kenntnis

starke Mittel anwendet, und sie helfen, so tritt die Wirkung deutlich

hervor und wird als Geschicklichkeit angesehen. Wenn sie aber zufällig

nicht zutreffen, so töten sie plötzlich oder führen den Kranken dem

Tode zu. Die Menschen aber rühmen die plötzliche und sichtbare Wirkung

und vernachlässigen diejenigen, welche diesen Weg nicht einschlagen.

Sie machen viel Redens von den wunderbaren Kuren und vergessen oder

verheimlichen das Gegenteil. Mancher Pfuscher ist sehr erfahren in der

Behandlung einer Krankheit oder zweier oder mehrerer, je nach seiner

Praxis oder weil er einen scharfsinnigen Arzt dieselben behandeln sah

u. dergl. Der Unkundige glaubt aber, daß jener in allen Krankheiten

eine gleiche Stufe einnehme, und vertraut sich ihm an. Es ist jedoch

ein großer Irrtum zu glauben, daß wer ein wirksames Mittel gegen

~eine~ Krankheit hat, auch solche gegen alle habe. Ich selbst habe

Heilmittel von Frauen und Kräutersammlern etc. gelernt, welche nichts

von der Heilkunst verstanden. ... Es vermindert auch den Nutzen der

Medizin die Furcht selbst erfahrener Aerzte vor drastischen Mitteln,

so daß sie das gewöhnliche Heilverfahren verlassen, und zwar wenn

der Heilende ein König oder ein angesehener, bekannter Mann ist, der

an einer schweren oder verborgenen, zweifelhaften Krankheit leidet,

worüber die Ansichten der Aerzte differieren; dann wendet sich der

Arzt von starken Heilmitteln und überhaupt Medizinen ab und gebraucht

Nahrungsmittel oder was ihnen ähnlich ist, um dem Zorn des Königs und

dem Haß der Menschen zu entgehen. Am meisten geschieht dies dann, wenn

der Arzt Feinde und Gegner unter seinen Kunstgenossen hat; dann wird

jeder Nutzen von seiner Seite schwinden. ... Dieser Umstand verursacht

den Königen und Fürsten großen Schaden, indem sie von der Kenntnis

des erfahrenen Arztes nicht den nötigen Gebrauch machen können,

weniger als der große Haufe und die geringsten Menschen. Es trägt auch

hierzu bei, wenn der zu behandelnde Fürst voreilig, zornig, in der

Kunst vollständig unwissend ist und, was am schlimmsten ist, keine

Raison annimmt. ... Ich bemerke daher, daß es für einen verständigen

Fürsten sehr nützlich ist, seinen Arzt nicht zu beunruhigen, ihn zu

erfreuen, mit ihm viel zu verkehren, auch auszudrücken, daß er für

die Heilung unheilbarer Krankheiten nicht verantwortlich sei, für

Irrtum und Mißgriff nicht in die Klemme kommen solle.”

~Das 10. Jahrhundert~, in welchem die bereits zur Blüte gebrachte

arabische Kultur über die weite muslimische Welt vordrang, ein

Zeitalter, dem ein Philosoph, wie al-Farabi, zahlreiche Mathematiker,

Astronomen, Naturforscher und Geographen von glänzendem Namen

angehörten, konnte auch für die Medizin nicht bedeutungslos sein,

umsomehr als viele Gelehrte sich neben ihrem eigentlichen Fache

auch der Heilkunde widmeten und im Umkreis der fürstlichen Gunst,

abgesehen von den Bibliotheken, neue wissenschaftliche Pflegestätten

in Form von ~Spitälern~ entstanden waren. In den volkreichen

Städten entfaltete sich ein reiches ärztliches Leben, mächtig

schwoll die medizinische Literatur an, längst von Uebersetzungen und

Kommentaren zu selbständiger Bearbeitung (sogar einzelner Zweige)[58]

übergehend, es fehlte auch nicht an neuen Errungenschaften in der

speziellen Krankheitslehre, in der Diätetik und namentlich in der

Arzneimittellehre, aber im ganzen überwog zu sehr die Tradition

gegenüber der unbefangenen Beobachtung, die aus den Alten schöpfende

Gelehrsamkeit gegenüber der nach neuer Erkenntnis verlangenden

Wissenschaft, und nicht selten ertötete das, in Doktrinen schwelgende,

Lehrertum den fragelustigen -- Forscher!

[58] Z. B. der Geburtshilfe und der Kinderkrankheiten.

In der medizinischen Literatur sind jetzt nicht mehr bloß Irak und

Persien, sondern auch Aegypten, Maghrib und Spanien vertreten.

Weitaus die größte Bedeutung für das Gesamtgebiet der Heilkunde

erlangte das umfassende Lehrbuch, welches der Perser •Ali Abbas•, der

Leibarzt des Bujiden-Emirs Adhad ad-Daula schrieb und diesem Fürsten

unter dem Titel ~al-Maliki~ (das königliche Buch) widmete. Wie der

Verfasser selbst bemerkt, sollte das Werk die Mitte halten zwischen

dem zu umfangreichen Continens und dem zu knappen Mansurischen

Buche des Rhazes. Es zeichnet sich durch klare, übersichtliche,

systematische Darstellung aus und repräsentiert das zeitgenössische

Wissen in vollendeter Weise. Ali Abbas räumt zwar den Theoremen einen

viel größeren Spielraum ein[59] als Rhazes, doch deuten nicht wenige

Stellen seines Handbuchs darauf hin, daß er sich nicht nur auf die

Literatur, sondern auch auf eigene Erfahrungen am Krankenbette stützte

und im Rahmen des Herkömmlichen hier und da zu selbständigen Urteilen

den Mut besaß; den jungen Aerzten riet er ausdrücklich, sich in den

~Spitälern~ Belehrung zu holen. Das Beste leistete er in der Diätetik

und in der Arzneimittellehre.

[59] Abgesehen von anderen Spitzfindigkeiten achtete er sogar auf

die Temperatur des Pulses. In der Einleitung macht er es dem

Rhazes zum Vorwurf, daß er auf die allgemeinen Prinzipien zu

wenig eingegangen sei.

Entsprechend der, in Persien erwachten nationalen Bewegung, welche

in Firdusis Schâhnâmeh ihren herrlichsten Ausdruck fand, entwickelte

sich auch eine ~medizinische Literatur in neupersischer Sprache~,

natürlich im engen Anschlusse an die arabische. Das älteste Denkmal

derselben ist die Arzneimittellehre des •Abu Mansur Muwaffak• (in

der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts verfaßt), welche durch die

~Verbindung gräko-arabischer mit indischer Wissenschaft~ höchst

bemerkenswert ist.

Um die Verpflanzung der wissenschaftlichen Heilkunde nach Nordafrika

erwarb sich insbesondere Ischak ben Amran Verdienste. Der anfangs in

Aegypten, später in Kairowan tätige jüdische Arzt, •Isaac Judaeus•,

hinterließ unter anderem Schriften über ~Diät~, über ~Fieber~, über den

~Harn~, welche sehr hoch bewertet wurden und später auf die Gestaltung

der mittelalterlichen Medizin des Abendlandes nicht geringen Einfluß

ausübten. Sein Schüler •Ibn al-Dschezzar• ist der Verfasser eines oft

erwähnten „~Reisehandbuchs für Arme~” (vgl. S. 138).

Dem ~Isaac Judaeus~ wird eine deontologische Abhandlung „~Führung

der Aerzte~” zugeschrieben, welche manch interessantes Streiflicht

auf die ärztlichen Verhältnisse wirft und noch heute beherzigenswerte

Ansichten vertritt. Es heißt darin: „Wer sich mit dem Durchbohren

von Perlen beschäftigt, muß bedächtig dabei verfahren, um nicht

durch seine Eile die Schönheit dieser Arbeit zu schädigen. Ebenso

ziemt es demjenigen, der mit der Heilung menschlicher Leiber, welche

die edelste aller Schöpfungen der irdischen Welt ausmachen, sich

befaßt, daß er die ihm vorkommenden Krankheiten genau bedenke und

seine Anordnungen nach reiflicher Ueberlegung achtsam treffe, damit

er keinen unverbesserlichen Fehler begehe. Daher sagt der Weise:

So du einen Arzt über jede Krankheit, über die du ihn befragst,

sofort Auskunft erteilen und seiner Heilmethode sich noch rühmen

siehst, so halte ihn für einen Toren. Ebensowenig wie der Arzt in

seinem Vorgehen sich übereilen soll, darf er lässig und saumselig

sein, da die meisten Krankheiten ihm dazu keine Zeit lassen. -- Die

wichtigste Aufgabe des Arztes ist, Krankheiten zu verhüten. -- Die

meisten Kranken genesen durch die Hilfe der Natur. -- Hast du die

Wahl, durch Nahrungsmittel oder Arzneien zu heilen, so wähle stets

die ersteren. -- Gebrauche stets nur eine einzige Arznei auf einmal.

-- Achte wohl auf einfache, bis dahin dir nicht bekannte Heilmittel.

-- Ebenso wie das Studium aller, über praktische Medizin verfaßten,

Werke ist auch die Kenntnis des Einschlägigen aus den Prinzipien der

Naturwissenschaft notwendig, von der die Medizin nur ein Zweig ist.

Auch gilt es in den Methoden der Logik bewandert zu sein, um die als

Aerzte geltenden Ignoranten zu widerlegen. -- Es gehört zum Charakter

des Arztes, daß er in seiner Lebensweise mit einem beschränkten

Maße gut bereiteter Speisen sich begnüge und kein Schlemmer und

Prasser werde. Auch ist es beschämend für ihn, an einer langwierigen

Krankheit zu laborieren, da sonst der Pöbel sagt: Wer sich selbst

nicht heilt, wie wollte der andere heilen? -- Prophezeiungen und

apodiktischen Aussprüchen verschließe deinen Mund; was du sprichst,

soll meist hypothetisch gefaßt sein. -- Gib deinen Mund nicht dazu

her, zu verdammen, wenn etwas einem Arzte zugestoßen, denn über jeden

kommt seine Stunde. Dich sollen deine Taten preisen, nicht sollst

du in anderer Schande deine Ehre finden. -- Laß dir den Besuch und

die Heilung armer und dürftiger Kranker besonders angelegen sein, da

du ein verdienstvolleres Werk nicht stiften kannst. -- ~Den Kranken

sollst du beruhigen, wenn du auch selbst nicht davon überzeugt bist,

da du damit die Natur unterstützest.~ -- Wenn der Kranke deinen

Weisungen nicht Folge leistet oder seine Diener und Hausleute nicht

rasch deinen Anordnungen nachkommen oder dir nicht gebührende Ehre

erweisen, so gib die Behandlung auf. -- Dein Honorar von dem Kranken

bestimme, wenn seine Krankheit im Zunehmen begriffen und am heftigsten

ist; denn sobald er geheilt ist, vergißt er, was du an ihm geleistet

hast. -- Je mehr du für deine Behandlung fordern, je teurer du deine

Kuren ansetzen wirst, desto höher werden sie in den Augen der Leute

steigen. Gering wird deine Kunst nur solchen erscheinen, mit denen du

dich umsonst abgibst. -- Besuche den Kranken nicht zu oft und verweile

bei ihm nicht zu lange, wenn nicht etwa die Behandlung es erfordert,

denn immer nur der neue Anblick erfreut. -- Allzugroße Beschäftigung

und Anstrengung schwächt die Kraft des Arztes und beeinträchtigt

seinen Geist, da er stets für jeden Kranken nachdenklich und besorgt

ist, seine Genesung erhofft und für ihn betet, wie wenn er sein

Blutsverwandter wäre!”

Im Verhältnis zur Kulturhöhe, welche das maurische Spanien im 10.

Jahrhundert erreichte (vgl. S. 153) ist die Zahl seiner wirklich

bedeutenden medizinischen Autoren in dieser Zeitperiode noch gering.

Auffallend -- und vielleicht nicht ohne Zusammenhang mit der nüchternen

philosophischen Richtung -- ist es, daß man in einem gewissen

Gegensatz zum Orient die ins Große und Ganze abschweifende medizinische

Spekulation weniger pflegte, hingegen manche Spezialgebiete fleißig

bearbeitete, so z. B. die medizinische Botanik und Arzneimittellehre,

welche in dem Dioskurideserklärer ~Ibn Dscholdschol~ einen glänzenden

Vertreter besaß[60]. Aus Spanien ging auch der größte chirurgische

Schriftsteller der Araber hervor -- •Abulkasim•.

[60] Eine kulturhistorisch interessante Hinterlassenschaft dieser

Epoche ist der sogenannte ~Kalender von Cordoba~ (arabisch mit

hebräischen Lettern und lateinisch erhalten), welcher neben

Astronomischem, Meteorologischem, Landwirtschaftlichem auch

hygienisch-therapeutische Vorschriften für die einzelnen Monate

enthält.

Ueber die äußeren Lebensumstände dieses Autors sind wir nur sehr

dürftig unterrichtet. Er stammte aus Zahra (einer Sommerresidenz der

Kalifen) bei Cordoba und soll Leibarzt des Hakam II. (vgl. S. 154)

gewesen sein. Die Richtigkeit dieser Angabe vorausgesetzt, lebte er

in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Als Todesjahr wird 1013

angegeben. Nach anderen wäre er aber ins 11. Jahrhundert zu verweisen.

~Die Chirurgie des Abulkasim~ bildet nur einen Teil seines großen

allgemein ärztlichen Werkes ~al-Tasrif~[61] und lehnt sich stark an

die Alten, namentlich Paulos an; eine Menge von eigenen Beobachtungen

und kritischen Exkursen läßt aber erkennen, daß der Verfasser mitten

in der chirurgischen Praxis stand und sichtlich bemüht war, die sehr

tief gesunkene Wundarzneikunst wieder zu heben, die fast verschollenen

Errungenschaften der griechischen Meister in Erinnerung zu bringen und

fruchtbar zu machen. Dem didaktischen Zwecke sollten die, dem Werke

beigegebenen, ~Abbildungen von chirurgischen Instrumenten~ dienen.

~Abulkasim~ hatte bei seinen Stammesgenossen nicht den erwarteten

Erfolg, ihren geringen Bedürfnissen genügten die vorhandenen Handbücher

der Medizin, wiewohl dieselben die Chirurgie in unvergleichlich

geringerem Maße berücksichtigten -- die verdiente, verständnisvolle

Würdigung fand sein Streben erst später im christlichen Abendlande,

das den Ruhm des Cordobaners durch die Jahrhunderte trug und ihn

dem Celsus und Paulos an die Seite stellte. Das Werk des Abulkasim

wurde frühzeitig ins Lateinische[62] übersetzt und erweckte durch

seine Ordnung und Klarheit ein günstiges Vorurteil für die arabische

Literatur überhaupt. Es bildet die Hauptquelle für unsere Kenntnisse

über die arabische Chirurgie und mancher ihrer Nebenzweige.

[61] Das Medizinische ist zum Teil aus dem Hawi des Rhazes

geschöpft. Besonders bemerkenswert sind die Abschnitte über die

Zubereitung der Arzneipräparate (der mineralischen hauptsächlich

durch Sublimation). Bei der Destillation kam ein besonders

konstruierter Ofen zur Verwendung, dessen Feuerungsmaterial

sich automatisch ersetzte.

[62] Auch ins Hebräische und sogar ins Provenzalische.

Der Siegeskranz war einem anderen beschieden, der mehr als alle

übrigen in seinem Schaffen den Wesenszug der arabischen Medizin

-- ~die Assimilation des Fremdgutes und die Systematisierung des

Erfahrungsmaterials~ -- zum höchsten Ausdruck zu bringen verstand --

•Avicenna•. Seine Monumentalgestalt erhebt sich am Ausgang des 10.

Jahrhunderts ziel- und richtunggebend nicht nur für die anbrechende

Epoche und den arabischen Kulturkreis, sondern für die Heilkunde

überhaupt, alle Vorgänger (selbst Galen) verdunkelnd -- ein halbes

Jahrtausend hindurch.

~Avicenna~ wurde im August des Jahres 980 zu ~Afschena~ (einem

Flecken in Chorasan) geboren, kam aber noch in zarter Kindheit

nach ~Bochara~, wo sein Vater ein hohes Staatsamt bekleidete.

Dort, am Hochsitze der persoarabischen Kultur empfing er eine sehr

sorgfältige Erziehung. Seine enorme Begabung verriet Avicenna schon

sehr früh. Bereits im 10. Jahre wußte er den Koran auswendig, und

die verschiedenen Lehrer, welche ihn in die Grammatik, Dialektik,

Rechtswissenschaft, Mathematik, Physik und Philosophie einführten,

vermochten kaum den Ansprüchen seines nach Wissen dürstenden Geistes

zu entsprechen. Mehr als unter fremder Leitung suchte er selbständig

durch unermüdliche Lektüre mit durchdringendem Scharfblick in die

Tiefen der Wissenschaft einzudringen, wobei er seltene Fähigkeiten

und erstaunlichen Eifer entwickelte; er gönnte sich nur wenig

Schlaf, bekämpfte die Müdigkeit durch Waschen und geistige Getränke,

und selbst in den Träumen beschäftigte sich das rege Gehirn mit

schwierigen Problemen, deren Lösung suchend. In die Medizin, welche

ihm verhältnismäßig leicht vorkam, wurde er besonders durch Abu Sahl

el Messihi eingeführt, auch erwarb er sich auf diesem Gebiete einige

Erfahrung durch Krankenbeobachtung. Als siebzehnjähriger Jüngling

wurde er -- ein Beweis für den großen Ruf, den er sich früh erwarb --

bei einer Krankheit des Emirs Nuch ben Mansur zu einer Konsultation

herangezogen, und der glückliche Erfolg der angeratenen Kur verhalf

ihm zur unbeschränkten Benutzung der fürstlichen Bibliothek, was

den weiteren intensiven Studien sehr zugute kam. Schon damals

veröffentlichte er eine Reihe nichtmedizinischer Schriften[63]. Nach

dem Tode seines Vaters, der ihm ein bedeutendes Vermögen hinterließ,

begann für Avicenna ein sehr unstetes Wanderleben, indem er viele

Jahre an den Höfen verschiedener persischer Dynasten zubrachte,

als Staatsmann, als Arzt, Astronom, Lehrer und Schriftsteller, bis

er endlich in ~Hamadan~ von Schems ed-Daula, dessen Gunst er durch

eine erfolgreiche Behandlung gewann, zum Vezier ernannt wurde. Trotz

der Staatsgeschäfte wußte er hier stets auch die Zeit für seine

äußerst rege wissenschaftliche Tätigkeit zu finden, doch wurde er

in politische Intrigen verwickelt, die ihn vorübergehend um seine

Stellung und in Lebensgefahr brachten. Nach dem Tode des Schems

ed-Daula geriet er nicht mit Unrecht in den Verdacht des Hochverrats

und mußte mehrere Monate in Haft, auf einer Festung zubringen. Es

gelang ihm jedoch in Verkleidung nach ~Ispahan~ zu entfliehen, wo er

ehrenvolle Aufnahme am Hofe des (Ala ad-Daula) Ibn Kakujahs fand. Dort

war es ihm gegönnt, sich vierzehn Jahre hindurch seiner Forscher- und

Schriftstellertätigkeit, namentlich aber der Fertigstellung seiner

medizinischen und philosophischen Hauptwerke (des ~Kanon~ und der

philosophischen Enzyklopädie) widmen zu dürfen.

[63] Man vgl. hierin und in anderen Zügen der Frühreife die

Aehnlichkeit mit Galen.

Uebermäßige geistige Anstrengung und Ausschweifungen in Baccho et

Venere untergruben ein Leben, das voll von Arbeit und Genuß, reich

an Exzentrizität in beiden, war. Den Entnervten raffte im 58. Jahre

vorschnell eine Kolik hinweg (Juni 1037), als er seinen Fürsten auf

einem Feldzuge nach ~Hamadan~ begleitete[64]. Daselbst ist noch heute

~Avicennas Grab~ zu sehen.

[64] Der Tod soll durch eine unzweckmäßige Selbstbehandlung

beschleunigt worden sein. Deshalb sagt ein arabischer Dichter

boshaft von Avicenna, seine Philosophie habe ihn nicht gute

Sitten, und seine Heilwissenschaft habe ihn nicht die Kunst

gelehrt, sich Gesundheit und Leben zu erhalten.

Avicenna soll 105 Schriften verschiedensten Inhalts, in arabischer

und persischer Sprache, in Prosa und metrischer Gebundenheit, verfaßt

haben, von den juristischen, mathematischen und astronomischen

sind nur die Titel bekannt, von den philosophischen hat sich nur

wenig, aber sehr Bedeutungsvolles in lateinischen Uebersetzungen

erhalten, von den medizinischen ist leider seine ~Sammlung von

eigenen Beobachtungen~, welche als Anhang zu den theoretischen Werken

bestimmt war, noch vor der Veröffentlichung verloren gegangen. Sein

reiches Schaffen erfolgte nicht in stiller Einsamkeit, sondern

mitten im Lärm eines bewegten Lebens, von dem jeder Augenblick,

der nicht dem Genuß diente, ausgenützt wurde. Am Tage besorgte

Avicenna die Staatsgeschäfte oder übte seine Lehrtätigkeit aus, der

Abend war den geselligen Genüssen der Freundschaft und der Liebe

geweiht, und manche Nacht fand den Unermüdlichen schriftstellerisch

tätig, das Schreibrohr zur Hand, den Becher zur Seite. Auf Reisen

verfaßte er Auszüge und kleinere Schriften, auf der Festung schrieb

er Gedichte und mystische Betrachtungen; hatte er die nötige Muße,

so arbeitete er am Kanon der Medizin oder an der philosophischen

Enzyklopädie. ~Avicennas Philosophie~ ist vorwiegend aristotelisch

und beabsichtigt auf dem Wege des Rationalismus eine ~Versöhnung von

Wissen und Glauben~ herbeizuführen. Charakteristisch für sie ist der

Verzicht auf die Emanationslehre und die Herleitung der sinnlichen

Welt aus der Gestaltung des ursprünglichen Stoffes. Dem ~Orient

galt und gilt Avicenna noch heute als der Fürst der Philosophie~,

obwohl sich anfangs gegen seinen Rationalismus von theologischer

und mystisch-philosophischer Seite (Ghazzali) eine starke Reaktion

geltend machte. ~Im Gedächtnis der Menschheit lebt er fort als

Hauptrepräsentant der arabischen Medizin~ (neben Rhazes).

Der ungewöhnlich hohe, ja übermäßige Ruhm, welcher dem ~Avicenna~

von seinen Zeitgenossen und Nachfahren gespendet wurde[65], beruht

weder auf bahnbrechenden neuen Erkenntnissen, noch auf praktischen

Errungenschaften von besonderer Tragweite, sondern darauf, daß

er mit kongenialem Assimilationsvermögen, mit bewundernswertem

Organisationstalent die Quintessenz der gräko-arabischen Heilkunde in

einem weitumfassenden, abgerundeten System zur Darstellung brachte,

und hierdurch dem ärztlichen Denken und Handeln eine scheinbar für

immer unverrückbare Grundlage gab.

[65] Es wurden ihm die Beinamen el Scheich, Arrajis, d. i. der

Ehrwürdige, der Erhabene, der Fürst gegeben.

Dieses System, welches im engeren Anschluß an aristotelische Prinzipien

und mittels kluger Benützung des, inzwischen bedeutend angewachsenen,

Erfahrungsstoffes der Hauptsache nach den ~Galenismus~ allseitig bis

in die geringsten Einzelheiten mit größter Klarheit durchführt, füllt

das medizinische Hauptwerk Avicennas, den aus fünf Teilen bestehenden

~Kanûn~ (Kanon), dessen stolze Bestimmung -- das Gesetzbuch der

Heilkunde zu werden -- schon im Titel ausgesprochen ist.

Der ungeheure Erfolg und die nachhaltige Wirkung des Kanon, welcher

den Hawi des Rhazes, das königliche Buch des Ali Abbas, ja beinahe

die galenischen Schriften fortan in den Schatten stellte, gründete

sich vorzugsweise auf formale Momente, die glänzende, lichtvolle

Schreibart, die musterhafte, weit- und tiefgreifende, doch immer

leicht überblickbare Anordnung, die logische Konsequenz. Was bei

Rhazes bloß als ein enormes, doch ungesichtetes Inventar vorliegt, bei

Ali Abbas zwar nicht der Reichhaltigkeit und systematischen Ordnung,

aber noch der vollkommenen theoretischen Ausgestaltung entbehrt,

ist bei Avicenna zu einem großen einheitlichen, wie aus einem Guß

entstandenen Ganzen geworden, das dem Leser in einem einzigen Werke

entgegentritt, nicht wie bei Galen erst aus zahlreichen weitschweifigen

Schriften mühsam zusammengelesen werden muß. ~Der Kanon bedeutet den

Abschluß der gesamten vorausgegangenen Entwicklung, die endgültige

Kodifizierung der gräko-arabischen Medizin.~ Es ist eine Hierarchie

von Gesetzen, die durch Fakten reich illustriert werden, die so

sinnreich einander über- und untergeordnet sind, einander stützen und

tragen, daß man den Scharfsinn des großen Systematikers bewundern muß,

der mit einem unerreichten Gruppierungsvermögen aus dem, von allen

Seiten herbeigeschafften, Baumaterial ein imponierendes Truggebäude

errichtete. In der Beleuchtung, die ihr Avicenna zu Teil werden läßt,

gewinnt die medizinische Wissenschaft seiner Zeit den Anschein fast

mathematischer Exaktheit, wird die Therapie, wiewohl auch die Empirie

noch einigermaßen Würdigung findet, geradezu als logische Konsequenz

aus theoretischen (galenisch-aristotelischen) Vordersätzen abgeleitet

-- kann es da überraschen, daß die Mehrzahl der Forscher und Praktiker

alsbald dem Zauber des vollendeten Formalismus anheimfiel und den Kanon

wie ein untrügliches Orakel betrachtete, umsomehr als der logische

Aufbau einwandsfrei war und die Prämissen im Rahmen der damaligen

Naturanschauung als unwiderlegliche Axiome galten. Das Wunderwerk

medizinischer Syllogistik, der Kanon, welcher in einer Zeit regeren

Schaffens wenig beachtet worden wäre, wurde ein Markstein in der

Geschichte der Heilkunde.

Avicenna verfügt meisterhaft über die Geste jener

Pseudowissenschaftlichkeit, die sich über die schlichte Beschreibung

des klinischen Tatsachenbefundes erhaben dünkt. Abgesehen von dem 1.

Buche des Kanon, welches die allgemeinen Grundanschauungen enthält

(wobei die galenischen ~Elementarqualitäten~, ~Säfte~, ~Komplexionen~

etc. und die aristotelischen ~Entelechieen~, ~Zweckursachen~ etc.

die Hauptrolle spielen), wird jedes einzelne Kapitel der speziellen

Pathologie und Therapie ~anatomisch-physiologisch~ eingeleitet. Die

Anatomie ist aus Aristoteles und Galen geschöpft, in der Physiologie

dominieren die ~Teleologie~ und die bis zur äußersten Subtilität

ausgesponnene ~Kräftelehre~[66], doch geht Avicenna insofern über

seine Vorgänger hinaus, als er häufig physiologische Vorgänge

durch physikalische zu erklären sucht, die Pathologie wird von

der ~Elementarqualitätentheorie und Pneumalehre~ beherrscht, die

Diagnostik (Pulslehre, Uroskopie) ist nach gleichen Grundsätzen sehr

spitzfindig dargestellt, die umfangreiche Arzneimittellehre beruht auf

der Anwendung der Elementarqualitätenlehre und verrät keine besonderen

naturgeschichtlichen Kenntnisse, die Chirurgie ist verhältnismäßig

dürftig. Eine kurze, sehr übersichtliche Darstellung der Hauptlehren

des Avicenna enthält seine Schrift „~Canticum~”.

[66] Vgl. hierzu S. 162. Die Kräftelehre macht sich z. B. in

der Ernährungstheorie stark geltend, wobei das ~temporale~

Verhältnis, d. h. die einzelnen Phasen des Ernährungsprozesses,

~kausal~ ausgedrückt wurde. Zunächst sollte in den feinsten

Gefäßenden aus dem Blute eine Feuchtigkeit abgesondert werden,

die zu den feinsten gleichartigen Teilen gelange, aus dieser

entstehe dann eine tauähnliche, endlich eine konsistentere

Flüssigkeit, welche (von den Geweben) assimiliert werde.

Für diese komplizierten Veränderungen setzte man eine eigene

„~umwandelnde~” ~Kraft~ voraus. Bemerkenswert ist es, daß man

eine aktive Attraktion des Nahrungsstoffes, eine spezifische

Wahlanziehung und ein spezifisches Assimilationsvermögen in

jedem Körperteile annahm (vgl. Canon Lib. I, Fen. I, Doctr.

VI, cap. 2).

Geschichte der Medizin. II. Band, Erster Teil · 第 25 / 76 段