Eine kaum minder interessante Wegstrecke bildet das _Gehölz_, in
das die Fahrlander Straße, unmittelbar nach Passierung der Brücke,
einmündet. Dies Wäldchen führt den Namen des „_Heinenholzes_“ und
aus seiner Mitte hervor steigt der höchste Berg dieser Gegenden, der
„_Kirchberg_“. Es verlohnt sich durchaus, ihn zu besteigen. Seine Höhe
ist zweihundertundsiebzig Fuß. Das landschaftliche Bild, das sich
von seiner Kuppe aus dem Auge darstellt, ist sehr schön und würde
noch schöner sein, wenn nicht die Bäume, die den oberen _Abhang_
umstehen, mit ihren Kronen allmählich über die _Kuppe_ des Berges
hinausgewachsen und dadurch einem Umblick hinderlich geworden wären.
Wo er sich indessen bietet, ist er von großem Reiz und dem Wald- und
Wasser-Panorama nah verwandt, das ein Blick von den Müggelbergen
gewährt.
Wie der „Königswall“ unten, so ist die „Kirchbergs-Kuppe“ hier oben
ein ergiebiges Feld für die Konjektural-Historie; wie jener als ein
Kamp der Wenden, so wird dieser als eine Opferstätte bezeichnet. Sehr
leicht möglich, aber sehr schwer nachweisbar! Was man jetzt noch auf
der Kuppe des Kirchberges findet, deutet auf viel spätere Zeiten hin.
Man begegnet Feldstein-Fundamenten, dazu zerkrümelten Ziegel- und
Mörtel-Resten, die, so gering sie sind, doch keinen Zweifel darüber
lassen, daß hier ein _Backstein-Bau_ gestanden habe. Auch ist es noch
keine dreißig Jahre, daß hier, zehn Fuß hoch, ein Mauerwerk aufragte,
das unverkennbar einem _christlichen_ Gotteshause zugehörte. Es
befand sich also hier, ganz wie auf dem Kapellenberge bei Blankensee,
dessen Bautrümmer überhaupt sehr lehrreich sind, eine jener weit ins
Land hinausschauenden, zugleich als Wegweiser dienenden _kirchlichen
Warten_, die symbolisch von allem Umherliegenden Besitz nahmen und
der Bevölkerung verkündeten: „So weit diese Kapelle blickt, ist
alles dem Christengotte untertan.“ So war es unmittelbar nach der
Christianisierung. Später wurden Pilgerstationen und Wallfahrtskapellen
daraus, die, in der Spätgotik, die sie unverkennbar zeigen, einer
verhältnismäßig neuen Zeit, oft erst, wie die Blankenseer Kapelle, dem
Schluß des fünfzehnten Jahrhunderts angehören mögen. Denn die gotische
Bauweise hielt sich in der Mark bis in die Mitte des sechzehnten
Jahrhunderts hinein.