Schloß Oranienburg

So kam das Jahr 1650. Die Kurfürstin Luise Henriette, geborene

Prinzessin von Oranien, seit dem 7. Dezember 1646 dem Großen

Kurfürsten vermählt, pflegte ihren Gemahl auf seinen Jagdausflügen

zu begleiten. Einer dieser Ausflüge führte das junge Paar im Laufe

des Sommers 1650 auch in die Nähe von Bötzow, und hier war es, wo die

junge Fürstin beim Anblick der lachenden Wiesen, die den Lauf der

Havel einfaßten, sich lebhaft in die fruchtbaren Niederungen ihrer

holländischen Heimat zurückversetzt fühlte und der Freude darüber

den unverkennbarsten Ausdruck gab. Der Kurfürst, dessen Herz voller

Liebe und Verehrung gegen die schöne, an Gaben des Geistes und Gemütes

gleich ausgezeichnete Frau war, ergriff mit Eifer die Gelegenheit,

ihr ein erneutes Zeichen dieser Liebe zu geben, und schenkte ihr das

„Amt Bötzow mit allen dazu gehörigen Dörfern und Mühlen, Triften und

Weiden, Seen und Teichen“. Die Schenkung wurde dankbar angenommen, und

an die Stelle des alten Jagdhauses aus der Zeit Joachims II. trat jetzt

ein _Schloß_, das im Jahre 1652, in Huldigung gegen die _Oranierin_,

deren Eigentum und Lieblingssitz es inzwischen geworden war, den Namen

„die Oranienburg“ erhielt. In kürzester Frist tat auch die zu Füßen

des Schlosses gelegene _Stadt_ ihren alten Namen _Bötzow_ bei Seite

und nahm den Namen _Oranienburg_ an. Das Jahr 1650 (eigentlich 1652)

bezeichnet also einen Wendepunkt. Bis _dahin_ Burg und Stadt Bötzow,

von _da ab_ Schloß und Stadt Oranienburg.

Auch die Geschichte von Schloß Oranienburg, der wir uns jetzt zuwenden,

sondert sich in drei Hauptepochen und zwar in die Zeit der Kurfürstin

Luise Henriette von 1650-1667, in die Zeit ihres Sohnes, des ersten

Königs, von 1688-1713 und in die Zeit des Prinzen August Wilhelm, von

1744-1758. Alles andere wird nur in Kürze zu erwähnen sein.

Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil Havelland · 第 62 / 149 题