Es freut mich, daß du so denkst. Aber hast du auch immer in solchem Sinn
gelebt, gedichtet? Du meinst, ich sei dir in all den Jahren mit Absicht
ferngeblieben; dein Gefühl trügt dich nicht ganz. Aufrichtig muß ich
gestehen, daß mich dein Erfolg beunruhigt hat. Er war mir zu schnell, zu
laut, er ging mir zu wenig von der Sache aus und konnte sich zu wenig
auf die Kunst berufen. Ich wollte warten, und ich wartete dein nächstes
Buch ab. Ich war enttäuscht. Nicht als ob du dir darin untreu geworden
wärst, aber du warst unruhig in dir selbst. Die Vision deiner Phantasie
war nicht rein, sondern du sahst darin gleichsam die neugierigen
Gesichter deiner Leser, deiner Freunde. Du trachtetest sie zu
befriedigen und nicht dich selbst.