Sechs Uhr morgens. Ein nebeliger Julimorgen. Alles duftet nach
feuchtigkeitsdurchsogenem Waldboden. Alle Fenster sind geschlossen, bis
auf die der jungen Schönheit, die vor den Toren der Lungentuberkulose
angelangt ist. An diesem Fenster hängt, vom gestrigen Abendprunke, ein
tiefblau seidenes Gewand, bewegt sich im Morgenwinde. Irgendwo singt
eine Kinderfrau ein Kindchen wieder in den unterbrochenen Morgenschlaf
ein. Ein Hund kriecht vorüber, als käme er von einer Sündennacht außer
Hause. Ich denke: „Klara, Franziska, Sonja — — —“, und belausche ihre
geliebten Kinderatemzüge, die ich nicht höre!