Nahrung des Geistes

verdankt ihren Ursprung wohl einer Lektüre ~Friedrichs des Grossen~,

der "Histoire ou vie tirée des monumens anecdotes de l'ancienne Égypte"

des Abbé ~Terrasson~ (Amst. 1732, S. 70), ein Werk, das ~Friedrich~

in einem Briefe aus Ruppin vom 23. März 1733 an Herrn von ~Grumbkow~

lobte. Die Überschrift der Bibliothek in Theben lautete nach Diodor 1,

49, 3: "ψυχῆς ἰατρεῖον" ("Klinik für die Seele").

Übrigens gebrauchte der König während der Zeit des Baues die

Ausdrücke "aliment de l'esprit" und "nourriture de l'âme" (s.

~Preuss~: "Oeuvres de Frédéric-le-Grand", XXIV, p. 27 und XXV, p.

18). ~Ad. Streckfuss~ ("500 Jahre Berliner Geschichte" 3. Aufl., 1.

Bd., 8. Abteil., 13. u. 14. Kap.) nennt ohne Beleg als Verfasser

der Inschrift ~Quintus Icilius~, der jedoch ein zu guter Lateiner

war, um nicht zu wissen, dass "spiritus" ohne Beiwort nur "Hauch"

oder "Athem" heisst. "Nutrimentum" oder "Pabulum ingenii" wäre

unanfechtbar gewesen. Nach ~Thiébault~ ("Mes souvenirs de vingt ans

de séjour à Berlin, ou Frédéric le Grand" I, 283; Paris 1804) wählte

der König die Inschrift gerade gegen den Rath des Quintus Icilius.--

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Nach Ed. ~Vehse~ ("Preussen" IV, 175) steht in einer Kabinetsordre

~Friedrichs des Grossen~ von 1785 (ein Datum giebt er nicht an):

*Ich bin es müde, über Sklaven zu herrschen.*

Der Satz entspricht völlig ~Friedrichs~ erleuchtetem Sinn. Noch

sechzehn Tage vor seinem Tode verfügte er in der Kabinetsordre vom 1.

Aug. 1786 über die Besiedelung urbar gemachten Landes bei Tilsit: "Die

Bauern, welche da angesetzt werden, müssen ihre Güter alle eigentümlich

haben, weil sie keine Sklaven sein sollen" (s. ~Preuss~: "Friedr. d.

Gr." 1834. IV, 259-60).--

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 399 / 438 题