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*Kollation,*
womit im gemeinen Leben ein einfaches Mahl bezeichnet wird, ist
der Klostersprache entlehnt, wo es das Abendessen der Mönche an
Fasttagen bedeutete, weil dann vor dem Essen je ein Kapitel aus des
Kirchenlehrers Johannes ~Cassianus~ († 440 n. Chr.) "Collationes
patrum Sceticorum" (d.h. geistliche Gespräche der Mönche in der
sketischen Wüste) vorgelesen wurde. (Die "Collationes" erschienen erst
1559 in Basel).--
Italien.
Francesco ~da Buti~, einer der ältesten Erklärer ~Dantes~, erwähnt zu
der Stelle des "Fegefeuers" XXIV, 23 und 24, dass Papst *Martin IV.*
(1281-85), wenn er aus dem Konsistorium kam, zu sagen pflegte: "Wieviel
haben wir für die heilige Kirche Gottes gelitten!
*Ergo bibamus!"*
(Darum wollen wir einmal trinken!)
Das Wort ist besonders als Titel des ~Goethe~schen im Kap. III
erwähnten Liedes ("Hier sind wir versammelt ...") bekannt, in welchem
"Ergo bibamus" neunmal vorkommt. In den Bemerkungen "Zur Farbenlehre"
(Polemischer Teil, No. 391, Tüb. 1810) sagt Goethe:
"Es fällt uns bei dieser Gelegenheit ein, dass Basedow, der ein
starker Trinker war und in seinen besten Jahren in guter Gesellschaft
einen sehr erfreulichen Humor zeigte, stets zu behaupten pflegte:
die Conclusion 'Ergo bibamus' passe zu allen Prämissen. Es ist schön
Wetter, ergo bibamus! Es ist ein hässlicher Tag, ergo bibamus! Wir
sind unter Freunden, ergo bibamus! Es sind fatale Bursche in der
Gesellschaft, ergo bibamus! So setzte auch Newton sein ergo zu den
verschiedensten Prämissen."--
* * * * *
*Ei des Columbus*
ist die Umänderung der volkstümlichen spanischen Redensart
"Hänschens Ei".
In ~Calderons~ "La dama duende" ("Die Dame Kobold"), bald nach dem 4.
Nov. 1629 aufgeführt, 2. Aufz., heisst es:
Ahora sabes
lo del huevo de Iuanelo,
que los ingenios mas grandes
trabajaron en hacer
que en un bufete de jaspe
se tuviese en pié, y Iuanelo
con solo llegar, y darle
un golpecillo, le tuvo?
Das andere (Geheimnis)
Kennst du doch, mit Hänschens Ei?
Womit viele hoch erhabne
Geister sich umsonst bemühten,
Um auf einen Tisch von Jaspis
Solches aufrecht hinzustellen;
Aber Hänschen kam und gab ihm
Einen Knicks nur, und es stand.
Die Redensart "Hänschens Ei" ward von ~Vasari~ in seinen
"Künstlerbiographien" (1. Aufl. 1550) umgestaltet auf den Baumeister
Filippo ~Brunelleschi~ übertragen. Als dieser bei einer Versammlung
von Architekten aus allen Ländern, welche (vor 1421) nach Florenz
berufen worden waren, um zu beraten, wie man den unvollendeten Bau
des Domes Santa Maria del fiore mit einer Kuppel abschliessen könnte,
seinen kühnen Plan entwickelte, wurde er bitter verhöhnt, und nun
nahm er im gerechten Zorn erst dann wieder an den Beratungen teil,
nachdem an ihn eine ehrenvolle Einladung ergangen war. "Die anderen
Baumeister", erzählt der Anekdotenliebhaber ~Vasari~, hätten gern
gesehen, dass er seine Meinung eingehend entwickelt und sein Modell
gezeigt hätte, wie sie die ihrigen. Das wollte er nicht; aber er
machte den inländischen und ausländischen Meistern den Vorschlag, dass
derjenige, welcher ein Ei der Länge nach fest auf eine Marmorplatte
stellen könnte, die Kuppel bauen solle, da sich hierin ihr Talent
zeigen würde. Nachdem man also ein Ei genommen hatte, versuchten sich
alle diese Baumeister, es aufrecht stehen zu lassen; aber keinem
gelang es. Als man nun den ~Filippo~ das Ei aufrecht hinzustellen
aufforderte, nahm er es mit Grazie, stiess es mit dem schmalen Ende auf
die Marmorplatte und brachte es so zum Stehen. Als die Künstler riefen,
dass sie es so auch hätten machen können, antwortete ihnen Filippo
lachend, sie würden es auch verstanden haben, die Kuppel zu wölben,
wenn sie sein Modell oder seine Zeichnung gesehen hätten. Und so wurde
beschlossen, dass er beauftragt werden sollte, den Bau zu leiten". Auf
Brunelleschi passte das Beispiel vom Ei trefflich, weil die von ihm
und Ghiberti vollendete Kuppel in der That die Form eines an der Spitze
eingedrückten Eies hat. ~Benzoni~ ("Geschichte der neuen Welt" 1, 5,
Venedig 1565) überträgt diese Erzählung auf ~Columbus~, räumt jedoch
ein, dass er den Vorgang, der sich nach der ersten Reise des Columbus
auf einem ihm zu Ehren gegebenen Gastmahl des Kardinals ~Mendoza~
(1493) zugetragen haben soll, nur ~durch Hörensagen~ wisse (~Voltaire~,
"Essai sur les moeurs", [1739], chap. 144; ~Humboldt~, "Kritische
Untersuchungen über die historische Entwickelung der geographischen
Kenntnisse von der neuen Welt", II. Bd., S. 394).--
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*Qui mange du pape, en meurt*