* * * * *
~Sueton~ ("Leben des Augustus", 87), erzählt, dass Kaiser *Augustus*
(reg. 31 v.-14 n. Chr.) im täglichen Leben gewisse Worte oft
wiederholt, z.B. von faulen Schuldnern häufig gesagt habe, sie würden
*ad Calendas graecas,*
an den griechischen Kalenden,
d.h. am Nimmermehrstage, bezahlen. Denn "Calendae" hiess im römischen
Kalender der erste Tag jedes Monats ein Zahlungstermin der Römer,
während die Griechen keine solche "Kalenden" hatten.--
*Σπεῦδε βραδέως,*
*Festina lente.*
*Eile mit Weile,*
führte ~Augustus~ auch oft im Munde, (vrgl. ~Sueton~ "Leben d. Aug.",
25 u. ~Polyaenus~ "Strateg." 8, 24.) ~Sophokles~ ("Antigone", v. 231)
bringt schon einen ähnlichen Gedanken.--
Nach dem ~jüngeren Seneca~ ("De clementia" 1, 9) schenkte ~Augustus~
auf den Rat der Gattin Livia dem Verschwörer L. C. ~Cinna~ das Leben
und sprach dabei die edlen Worte: "Cinna ... ex hodierno die inter
nos amicitia incipiatur", "Cinna ... vom heutigen Tage an möge unsere
Freundschaft beginnen!" Wir citieren dies aus ~Corneilles~ "Cinna"
(1693) 5, 3 in gedrängter Kürze also:
*Soyons amis, Cinna!*