Das eine hartnäckig verteidigte Ansicht bezeichnende

*Ceterum censeo,*

Übrigens bin ich der Meinung,

ist eine Verkürzung des Ausspruches: "Ceterum censeo Carthaginem esse

delendam" (übrigens bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden

müsse), den *der ältere Cato* (234-149) mit Bezug auf den 3. punischen

Krieg so oft gethan haben soll.

(vrgl. ~Plutarch~ "Cato major", 27: δοκεῖ δέ μοι καὶ Καρχηδόνα μὴ

εἶναι. ~Diodor~ B. 37 bei Constantin Porphyrogeneta

"von Tugenden und Lastern"; ~Cicero~ "über das Greisenalter" K. 6;

~Livius~, L. 49, Epitome; ~Florus~ 2, 15: delendam esse Carthaginem;

~Valerius Maximus~ 8, 15, 2; ~Velleius Paterculus~ 1, 13; ~Aurelius

Victor~ "de viris illustribus", K. 47: Carthaginem delendam censuit;

~Plinius~, N. H., 15, 20.--Englische und französische Schriftsteller

sprechen nie von "Ceterum censeo", stets von "Carthago delenda").--

~Catos~:

*Ein Haruspex muss das Lachen bezwingen, wenn er den andern

sieht,*

(strengwörtlich: "Er wundere sich, dass ein Haruspex[68] nicht lacht,

wenn er einen Haruspex gesehen habe". "Mirari se, quod non rideret

haruspex, haruspicem cum vidisset") hat ~Cicero~ ("de divinatione" 2,

24, 51) uns aufbewahrt, (vrgl. auch ~Cicero~ "de natura deorum" 1,

26, 71: "mirabile videtur, quod non rideat haruspex, cum haruspicem

viderit.") Statt Haruspex wird oft Augur[69] citiert.--

[Fußnote 68: Ein Priester, der den Willen der Götter aus den

Eingeweiden der Opfertiere herauslas.]

[Fußnote 69: Ein Priester, der aus dem Flug und Ruf der Vögel

weissagte.]

* * * * *

Nach *Lucullus* († vermutlich 57 v. Chr.), der ungeheure Reichtümer

erworben hatte und den Schluss seines Lebens in verschwenderischer

Üppigkeit verbrachte, nennen wir ein ausgesucht feines Gastmahl

*lucullisch.--*

* * * * *

~Tusculanum~ (sc. rus, Tusculanischer Landsitz) war der Name mehrerer

Güter ~bei~ Tusculum, dem jetzigen Frascati, auf welche sich die

Rommüden, Varro, Hortensius, Pompeius, Cicero, Caesar, L. Crassus, M.

Crassus, Balbus, Metellus und Lucullus, zurückzuziehen pflegten. Wir

nennen also den ruhigen Landsitz eines Grossstädters fälschlich sein

*Tusculum*

(s. die Belegstellen aus Cicero, Plinius und Martial in den Lexicis

von Forcellini und Freund).--

* * * * *

*Den Rubicon überschreiten*

sagt man von einem folgenschweren Entscheidungsschritt, wie es der

Übergang *Caesar*s (Januar 49 v. Chr.) über den Rubicon war, weil

dadurch der Bürgerkrieg entfesselt wurde (s. Kap. X bei ~Menander~).--

Das Wort Cäsars an seinen auf stürmischer See verzagenden Bootsmann

(48 v. Chr. an Illyriens Küste)

*Du trägst den Cäsar und sein Glück,*

Καίσαρα φέρεις καὶ τὴν Καίσαρος τύχην (συμπλέουσαν)

teilt ~Plutarch~ "Cäsar", 38 mit (vrgl. Plutarch "Über das Glück

der Römer", 6, und "Aussprüche von Königen und Feldherren". Ebenso

~Appian~ de bell. civ. II, 47, doch ohne συμπλέουσαν. Florus

4, 2 und Cassius Dio 41, 46 kennen nur: "Du trägst den Cäsar".)--

~Plutarch~ ("Leben Cäsars", Kap. 11 und "Aussprüche von Königen und

Feldherren") hat auch das Wort aufbewahrt, welches ~Cäsar~ beim Anblick

eines elenden Alpenstädtchens seinen Begleitern zurief:

(_Ich möchte_) *lieber der Erste hier, als der Zweite in Rom*

(_sein_).--

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 371 / 438 题