Einen zu teuer erkauften Erfolg nennt man einen

*Pyrrhussieg,*

weil *Pyrrhus*, König von Epirus, nach der gewonnenen Schlacht bei

Asculum 279 v. Chr., ausrief: "Noch einen solchen Sieg über die Römer

und wir sind verloren!" (~Plutarch~, "Leben des Pyrrhus" c. 21 u.

"Aussprüche von Königen und Feldherren" unter "Pyrrhus"; ~Cassius Dio~,

I, S. 40. Imm. Bekker.)--

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Einem schmähsüchtigen Recensenten geben wir den Namen des griechischen

Rhetors

*Zoïlus*

(um 270 v. Chr.), der sich durch hämische Kritiken Platos und Homers

berüchtigt machte.--

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*Antigonus I. Gonatas*, König von Macedonien († 240 v. Chr.), sagte

nach Plutarch ("Apophth. reg. et imp." u. "Isis u. Osiris"; bei

Didot. Paris 1868. S. 217, 47 und 445, 41): οὐ ταῦτά μοι σύνοιδεν ὁ

λασανοφόρος, "davon weiss mein Kammerdiener nichts", als ihn ein

gewisser Hermodotus in einem Gedichte "Sohn der Sonne" und "Gott"

genannt hatte. Dieses Wort fand in Frankreich seinen Schliff. Wir lesen

in ~Montaignes~ "Essais" L. 3, Ch. 2 (ersch. 1588): "Mancher galt der

Welt als ein Wunder, an dem seine Frau und sein Bedienter nicht einmal

etwas Bemerkenswertes sahen. Wenige Menschen sind von ihrem Gesinde

bewundert worden", wozu sein Erklärer ~Coste~ anmerkt: "Man muss in

hohem Grade Held sein, sagte der Marschall ~von Catinat~ († 1712), um

es in den Augen seines Kammerdieners zu sein (il faut être bien héros

pour l'être aux yeux de son valet de chambre)". Doch soll dieses Wort

(nach den Briefen des Frl. Aïssé, S. 161 Ausg. v. J. Ravenel. Paris

1853) schon von der zu den Précieusen des 17. Jahrh. zählenden Mdme.

~Cornuel~ gesagt worden sein. Bei uns lautet es

*für einen Kammerdiener giebt es keinen Helden*

und wird von ~Hegel~ ("Phaenomenologie" Bamb. u. Würzb. 1807, S. 116

u. "Philos. d. Gesch." 3. Aufl. Berlin 1848, S. 40) und von ~Goethe~

("Wahlverw." 1809, T. II, K. 5 u. "Sprüche in Prosa" Abt. 5) mit dem

Zusatz beleuchtet, dass jeder nur von Seinesgleichen geschätzt werden

könne. ~Kant~ aber fasste es anders auf, denn er schrieb (Ausg. v.

Hartenstein VIII, S. 618 in "Frgm. aus d. Nachl." † 1804): "Dass ein

Fürst vor seinem Kammerdiener viel verliert, kommt daher, weil kein

Mensch gross ist", was Schopenhauer ("Welt als Wille u. Vorstellung"

II, 439) breiter ausführt. Aus dieser Selbsterkenntnis entsprang des

Antigonus Wort.--

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 369 / 438 题