"Aen." 4, 569-570 steht:
*Varium et mutabile semper femina*
Ein Weib ist stets ein wankendes und veränderliches Wesen.
Nach ~Verdis~ "Rigoletto" (Text von ~Piave~. 1851) citieren wir dies
Wort auch italienisch:
*Donna e mobile.--*
"Aen." 4, 625 lesen wir:
*Exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor!*
Rächer, erstehe du mir dereinst aus meinen Gebeinen!
Der grosse Kurfürst, sagt man, citierte diese Worte, als er,
vom Kaiser preisgegeben, am 29. Juni 1679 den Frieden von St.
Germain-en-Laye unterzeichnete; und der spanische General Diego Leon
rief sie bei seiner Exekution (1841) den auf ihn feuernden Soldaten
Esparteros entgegen, was Freiligrath zu seinem Gedicht "Aus Spanien"
begeisterte, dessen Motto und Refrain jener Spruch bildet.--
"Aen." 5, 320 heisst es bei Gelegenheit des dort geschilderten
Wettlaufspiels, dass Nisus der erste war und ihm Salius
*longo sed proximus intervallo*
nach langem Zwischenraum, doch als der Nächste
folgte. Schon ~Plinius~ der ~Jüngere~ wendet das Wort in den "Briefen"
(7, 20) auf seinen eigenen litterarischen Wert im Vergleich zu dem des
Tacitus an.--
"Aen." 5, 814-815 verheisst Neptun, Aeneas und die Seinen würden das
Land erreichen, bis auf Einen ...
"Unum pro multis dabitur caput",
"_Ein_ Haupt wird für Viele geopfert".
Und wirklich: Palinurus, der Steuermann, wird als Sühne von dem Gott in
die Fluten geworfen, während die Andern entrinnen. Daher rührt unser
*Unus pro multis,*
vEiner für Viele,*
was wir aber im Sinne eines Sichopferns, eines öffentlichen Eintretens
für Meinungsgenossen, zu brauchen pflegen.--
"Aen." 6, 95 steht:
*Tu ne cede malis, sed contra audentior ito.*