Aus dieser Stelle stammt

*corriger la fortune*

"das Glück verbessern", d.h. "falsch spielen", was sich in ~Hamiltons~

1713 erschienenen "Mém. d. Grammont" K. 2, in ~Prévosts~ "Manon

Lescaut" (1743) 27, 1 und auch in ~Lessings~ "Minna von Barnhelm"

(1767) 4, 2 findet.

~Molière~ (1663 "L'École des Femmes" 4, 8) hat "corriger le hazard"

beim Würfelspiel, aber durch "bonne conduite". In ~Regnards~ "Le

Joueur" (1696) 1, 10 weiss Toutabas, wenn's sein muss, "par un

peu d'artifice d'un sort injurieux corriger la malice"; und in G.

~Furquhars~ "Sir Harry ~Wildair~" (1701) Akt 3 z. A. sagt "Monsieur

Marquis" in seinem Kauderwelsch: "Fortune give de Anglis Man de

Riches, but Nature give de France Man de Politique to correct unequal

Distribution".--

*Duo cum faciunt idem, non est idem,*

Wenn zwei dasselbe thun, so ist es nicht dasselbe,

ist eine Verkürzung der Stelle "Adelphi" 5, 3, 37:

Duo cum idem faciunt, ...,

Hoc licet impune facere huic, illi non licet.

Wenn zwei dasselbe thun, ... so darf der Eine

es ungestraft thun, der Andere nicht.--

Aus des ~Terenz~ "Phormio" 1, 2, 18 stammt:

*Montes auri pollicens;*

_Berge Goldes_ *(goldene Berge) versprechen*(_d_).

Wenn ~Georg Ebers~ ("Ägypten in Bild und Wort" S. 17) den

Komödiendichter ~Menander~ aus Athen an seine Geliebte schreiben

lässt: "Ich habe von Ptolomäus ... Briefe ..., in denen er mir mit

königlicher Freigebigkeit ~goldene Berge~ verspricht", so ist dies

nur eine freie Übersetzung von "τῆς γῆς ἀγαθά, die Güter

der Erde". In des ~Plautus~ "Miles gloriosus" 4, 2, 73 kommen aber

schon "argenti montes", "Berge von Silber", vor und im "Stichus"

1, 1, 24-5 heisst es: "Neque ille sibi mereat Persarum montes, qui

esse aurei perhibentur", "Und er möchte sich die Perserberge nicht

erwerben, die von Gold sein sollen". Auch ~Varro~ (bei "Nonius" p.

379) singt von diesen Perserbergen:

"Non demunt animis curas ac religiones

Persarum montes, non atria divitis Crassi";

"Weder die Berge der Perser, noch Hallen des prunkenden Crassus

Können die Herzen befreien von Angst und von nagenden Skrupeln";

während der Perserkönig im ~Aristophanes~ ("Acharn." 81) nach

achtmonatlichem Sitzen auf goldenen Bergen (ἐπὶ χρυσῶν ὀρῶν)

eine Befreiung anderer Art fand. Es scheint, als deute unser

Gudrunepos (vor 1200) mit seinem (V. 493) "und waere ein berc golt,

den naeme ich niht dar umbe" auf eine gemeinsame indogermanische

Quelle.--

Aus des ~Terenz~ "Phormio" 2, 2, 4 ist:

*Tute hoc intristi; tibi omne est exedendum,*

Du hast es eingerührt; Du musst es auch ganz ausessen;

aus 2, 4, 14:

*Quot homines, tot sententiae,*

So viel Leute, so viel Ansichten,

was schon ~Cicero~ ("De fin." 1, 5, 15) anführt, (vrgl. unten: Horaz

"Sat." 2, 1, 27.)--

* * * * *

*Oderint, dum metuant,*

Mögen sie hassen, wenn sie nur fürchten,

aus der Tragödie "Atreus" des *Accius* (170-104 v. Chr.), citierten

bereits ~Cicero~ (1. "Philipp." 14, 34, "pr. Sest." 48, "de offic." 1,

28) und ~Seneca~ ("Üb. d. Zorn" 1, 20, 4; "Üb. d. Gnade" 1, 12, 4 u. 2,

2, 2). Nach ~Sueton~ ("Calig." 30) war es ein Lieblingswort des Kaisers

Caligula.--

* * * * *

Bei *Lucilius* († 103 v. Chr.) steht (ed. Lachmann, Berl. 1877, v. 2,

ebenso bei ~Persius~ 1, 2):

*Quis leget haec?*

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 250 / 438 题