S. ~Feuerbachs~ "Der Mensch ist, was er isst".--

* * * * *

Das ganz unverbürgte Wort des Müllers von Sanssouci an Friedrich

den Grossen: "Ja, wenn das Berliner Kammergericht nicht wäre", hat

François Guillaume Jean Stanislas ~Andrieux~ (1759-1833) den Stoff zu

einer poetischen Erzählung "der Müller von Sanssouci" (1797) geliefert.

Daraus wird der Vers:

Oui, si nous n'avions pas de juges à Berlin,

Ja, wenn wir in Berlin nicht Richter haben würden,

auch in Deutschland citiert und zwar in der Fassung

*Il y a des juges à Berlin.*

~Lehmanns~ "Florilegium politicum auctum", (Frankfurt 1662, 1. T., S.

332, No. 46) erzählt eine ähnliche Geschichte, von der eine persische

Version aus der Zeit des Chosrev Nuschirvan (531-79) in Wüstenfelds

"Zeitschrift der deutschen Morgenländischen Gesellschaft" (18, 406;

1864) mitgeteilt wird.--

* * * * *

*Allons, enfants de la patrie!*

Auf, Kinder des Vaterlands!

ist der Anfang des in der Nacht vom 24. zum 25. April 1792 in

Strassburg von dem Ingenieuroffizier Joseph *Rouget de Lisle*

(1760-1836) gedichteten und komponierten "Chant de guerre de l'armée du

Rhin" ("Schlachtgesang der Rheinarmee").

Am 25. April trägt er das Lied beim Maire Dietrich vor und schickt es

an demselben Tage mit Widmung an den Oberbefehlshaber der Rheinarmee,

Marschall de Luckner. Ende Mai oder Anfang Juni erschien es anonym,

mit der Widmung auf zwei Queroctav-Blättern. Am 30. Juli singen es

die Marseiller Verbündeten bei ihrem Einzuge in Paris, und von nun an

nimmt es die Bezeichnung "Marseillaise" an. Eine Originalausgabe ist

in Strassburg i. E. Dann erschien das Lied als "Le Chant des Combats"

1793 im "Almanach des Muses" zu Paris und 1796 in den "Essais en vers

et en prose" par Joseph Rouget de Lisle" (Paris. P. Didot l'ainé.

An 5'e de la republique. S. 57-59) unter dem Titel: "Le Chant des

Combats, vulgairement L'Hymne des Marseillois. Aux Mânes de Sylvain

Bailly, premier Maire de Paris".--

* * * * *

Anne Louise Germaine Baronne *de Staël*-Holstein, geb. Necker

(1766-1817) sagt in ihrem Buch "Corinne, ou L'Italie" (1807; L. 18,

Ch. 5): "Überlegenheit von Geist und Seele fürchtet man mit Unrecht;

diese Überlegenheit ist vielmehr höchst sittlicher Natur; denn ("tout

comprendre rend très-indulgent") "Alles richtig verstehen macht sehr

nachsichtig ..." Hieraus scheint der stets auf Frau von ~Staël~

zurückgeführte weiter greifende Satz gebildet zu sein:

*Tout comprendre c'est tout pardonner.*

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 196 / 438 题