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Balthasar Gerhard *Schumacher* (geb. 1755) brachte in der "Haude und
Spenerschen Zeitung" am 17. Dezember 1793 unter dem Titel "Berliner
Volksgesang" ein Lied mit den Anfangsworten:
*Heil dir im Siegeskranz,*
welches nichts ist, als eine Umarbeitung des "Liedes für den dänischen
Unterthan an seines Königs Geburtstag zu singen in der Melodie des
englischen Volksliedes: God save the King". Heinrich ~Harries~
dichtete es und veröffentlichte es am 27. Januar 1790 im "Flensburger
Wochenblatt". Es beginnt also:
"Heil Dir dem liebenden
Herrscher des Vaterlands!
Heil, ~Christian~, Dir!"
Nach Hoffmann von Fallersleben ("Unsere volksthümlichen Lieder"
2. Aufl. Lpzg. 1859. S. 66) schuf der Hoforganist John ~Bull~ die
englische Hymne zur Zeit der Errettung König Jakobs I. vom Tode durch
die Pulververschwörung im November 1605; während nach Friedrich
Chrysander ("Jahrbuch für musikalische Wissenschaften", Lpzg. 1863,
B. I. S. 380ff.) Henry ~Carey~ die Hymne, wie Händel sein "Dettinger
Te Deum", zur Feier von König Georgs II. Sieg bei Dettingen über die
Franzosen im Frühling 1743 dichtete und mit Joh. Christoph ~Schmidts~
Hülfe komponierte. Doch ist Chrysanders Begründung minder stichhaltig,
als sie heute Manchem erscheint.--
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Aus Aug. Friedr. Ernst *Langbein*s (1757--1835) 1803 verfasstem
Gedichte "Die Wehklage", ("Neuere Gedichte", Tübingen 1812) Strophe 1
stammt:
*Schon sieben--und Georg nicht hier!*
und aus der 14. Strophe des in den "Gedichten" (1788) erschienenen
"Abenteuers des Pfarrers Schmolke und Schulmeisters Bakel":
*Sperr' oculos!*
(Sperre die Augen auf!).
Sein ebenda erschienenes Gedicht "Die neue Eva" endigt:
Tadeln können zwar die Thoren,
Aber klüger handeln nicht,
woraus der Volksmund gemacht hat:
*Tadeln können zwar die Thoren,
Aber besser machen nicht!--*
Der Anfang des 1810 verfassten ~Langbein~schen Gedichtes "Der Zecher"
lautet:
*Ich und mein Fläschchen sind immer beisammen.--*
Altväterische, verschwundene Zeiten bezeichnen wir mit der Anfangszeile
eines (1813 in Beckers "Taschenbuch zum geselligen Vergnügen"
erschienenen) ~Langbein~schen Liedes:
*Als der Grossvater die Grossmutter nahm.*
Dies Wort erkor Gustav Wustmann zum Titel seiner vortrefflichen
Sammlung der wackeren Gesänge unserer Gross- und Urgrosseltern, die nur
noch leise aus der Kinderzeit in uns nachklangen. (3. Aufl. Leipzig
1895. Fr. Wilh. Grunow.)--
*Das verschweigt des Sängers Höflichkeit*
ist der Kehrreim eines in Berlin (bei S. F. Lischke, jetzt Karl Paez)
erschienenen Liedes, welches beginnt:
Als der liebe Gott die Welt erschaffen,
Schuf er Fische, Vögel, Löwen, Affen,
und dessen Verfasser unbekannt ist. Jedoch eine 1804 gedichtete
Erzählung ~Langbeins~ "Die Weissagung" (Langbeins neuere Gedichte,
Tübingen 1812, S. 237) hebt an:
In einem Städtlein, dessen Namen
Des Dichters Höflichkeit verschweigt,
und in "Allerhand für Stadt und Land", Jahrg. 1808, 8. Stück, Zittau,
herausg. v. G. B. ~Flaschner~, steht S. 117 ein Lied: "Des Dichters
Höflichkeit", dessen Strophen mit dem Kehrreime "Das verschweigt des
Sängers Höflichkeit" schliessen.--
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*Namen nennen dich nicht*
ist der Anfang eines im Göttinger Musen-Almanach von 1786, S. 127
erschienenen Liedes Wilhelm *Ueltzen*s (1758-1808). Ludwig ~Berger~
(1812) komponierte es und Goethe legte dann 1813 dieser Komposition
sein Lied "Alles kündet dich an" unter, das den Titel "Gegenwart" trägt.
Später schuf ~Georg Neumann~ (im "Rheinischen Odeon" Jahrg. 1.
Koblenz 1836) das Lied dadurch um, dass er den 5 Strophen desselben 5
neue Strophen vorstellte. Er hatte die Verwegenheit, diese Umwandlung
als ein von ihm verfasstes Gedicht zu bezeichnen und es in die
"Gedichte von Karl Georg Neumann, Königl. Preuss. Regierungs- und
Medicinalrate a. D." S. 80, Aachen 1841, aufzunehmen. Hier führt es
den Titel: "An Charlotte, 1792".--
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In *Schiller*s (1759-1805) "Räubern" (1781), 2, 3 lesen wir Karl Moors
Worte:
*Ich kenne dich, Spiegelberg,*
oft umgestellt in:
*Spiegelberg, ich kenne dich,*
(_aber ich will nächstens unter euch treten und_)
*fürchterlich Musterung halten;*
und am Ende des zweiten Aktes:
*Ich fühle eine Armee in meiner Faust.*