*Für mich ist Spiel und Tanz vorbei*
ist der Anfangsvers der 2. (in seinen Gedichten, Ulm 1783,
fortgelassenen) Strophe des zuerst im Göttinger Musen-Almanach auf
1773 gedruckten, dort L. unterzeichneten "Klagelied eines Bauern",
(komponiert von Frh. v. Seckendorff (?) und Chr. Dan. Schubart). Aus
~Millers~ 1776 gedichtetem, zuerst im Vossischen Musen-Almanache für
1777 gedrucktem Liede "Zufriedenheit" (komponiert von Mozart, aber
erfolgreicher von Neefe) sind bekannt der Anfang:
*Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin?*
sowie die Endverse der 2. Strophe:
*Je mehr er hat, je mehr er will,
Nie schweigen seine Klagen still.*
vrgl. Seneca "de benef." 2, 27: "Eo maiora cupimus, quo maiora
venerunt"--"wir begehren um so mehr, je mehr uns zufiel"; Justinus
6, 1: "... more ingenii humani, quo plura habet, eo ampliora
cupientis"--"nach Art des Menschengeistes, der je mehr er hat, um so
mehr begehrt ..."; und Luther B. 57, S. 345: "Je mehr er hat, je mehr
er haben will"; ähnlich B. 62, S. 144.--
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*Im Grab' ist Ruh'*
ist der Anfangs- und Schlussvers eines im Göttinger Musenalmanach für
1792 (S. 16) enthaltenen Gedichtes "Die Ruhe im Grabe", unterzeichnet
"Ung.", während die Komposition "Langhansen" unterzeichnet ist.[28]
Nach dem "Versuch eines Chiffernlexikons" u.s.w. von ~Redlich~ (Hamburg
1875, S. 30) ist *Langhansen* (1750-1816) der Verfasser. (S. "Chr.
Erh. ~Langhansens~ u.s.w. Gedichte, nach dem Tode d. Verf. her. v.
Ulr. v. ~Schlippenbach~", Mitau 1828, S. 28.) ~Heines~ "Buch der
Lieder" ("Junge Leiden" 1817-21. "Bergstimme") verschaffte dem Wort die
weiteste Verbreitung.--
[Fußnote 28: Der eigentliche Komponist war Georg Carl Claudius,
vrgl. "Als der Grossvater die Grossmutter nahm". Ein Liederbuch für
altmodische Leute. 2. Aufl. Lpzg. 1887, hersausg. von Gustav Wustmann,
S. 584.]
* * * * *
Aus der von Mozart 1791 komponierten "Zauberflöte" Emanuel
*Schikaneder*s (1751-1812), der einen Plan Ludwig ~Gisekes~,
Schauspielers und Choristen am Schikanederschen Theater (s. ~Jahn~
"Mozart", T. IV, S. 603, Leipz. 1859), benutzte, stammt:
*Dies Bildnis ist bezaubernd schön.
Ich kann nichts thun, als dich beklagen,
Weil ich zu schwach zu helfen bin.*
*Zur Liebe will* (_nicht: kann_) *ich dich nicht zwingen.*[29]
*In diesen heil'gen Hallen
Kennt man die Rache nicht,*
und:
*Das höchste der Gefühle.--*
[Fußnote 29: ~Wieland~ "Ausgewählte Briefe", Zürich 1815, Bd. 3, S.
176 schreibt 9. Jan. 1774 an Gleim: "Ich begreife nichts von dem, was
Herr H.*** (Heinse) von mir will. Man kann doch wohl niemand zur Liebe
zwingen".--]
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