Johann Martin *Miller*s (1750-1814)

*Für mich ist Spiel und Tanz vorbei*

ist der Anfangsvers der 2. (in seinen Gedichten, Ulm 1783,

fortgelassenen) Strophe des zuerst im Göttinger Musen-Almanach auf

1773 gedruckten, dort L. unterzeichneten "Klagelied eines Bauern",

(komponiert von Frh. v. Seckendorff (?) und Chr. Dan. Schubart). Aus

~Millers~ 1776 gedichtetem, zuerst im Vossischen Musen-Almanache für

1777 gedrucktem Liede "Zufriedenheit" (komponiert von Mozart, aber

erfolgreicher von Neefe) sind bekannt der Anfang:

*Was frag' ich viel nach Geld und Gut,

Wenn ich zufrieden bin?*

sowie die Endverse der 2. Strophe:

*Je mehr er hat, je mehr er will,

Nie schweigen seine Klagen still.*

vrgl. Seneca "de benef." 2, 27: "Eo maiora cupimus, quo maiora

venerunt"--"wir begehren um so mehr, je mehr uns zufiel"; Justinus

6, 1: "... more ingenii humani, quo plura habet, eo ampliora

cupientis"--"nach Art des Menschengeistes, der je mehr er hat, um so

mehr begehrt ..."; und Luther B. 57, S. 345: "Je mehr er hat, je mehr

er haben will"; ähnlich B. 62, S. 144.--

* * * * *

*Im Grab' ist Ruh'*

ist der Anfangs- und Schlussvers eines im Göttinger Musenalmanach für

1792 (S. 16) enthaltenen Gedichtes "Die Ruhe im Grabe", unterzeichnet

"Ung.", während die Komposition "Langhansen" unterzeichnet ist.[28]

Nach dem "Versuch eines Chiffernlexikons" u.s.w. von ~Redlich~ (Hamburg

1875, S. 30) ist *Langhansen* (1750-1816) der Verfasser. (S. "Chr.

Erh. ~Langhansens~ u.s.w. Gedichte, nach dem Tode d. Verf. her. v.

Ulr. v. ~Schlippenbach~", Mitau 1828, S. 28.) ~Heines~ "Buch der

Lieder" ("Junge Leiden" 1817-21. "Bergstimme") verschaffte dem Wort die

weiteste Verbreitung.--

[Fußnote 28: Der eigentliche Komponist war Georg Carl Claudius,

vrgl. "Als der Grossvater die Grossmutter nahm". Ein Liederbuch für

altmodische Leute. 2. Aufl. Lpzg. 1887, hersausg. von Gustav Wustmann,

S. 584.]

* * * * *

Aus der von Mozart 1791 komponierten "Zauberflöte" Emanuel

*Schikaneder*s (1751-1812), der einen Plan Ludwig ~Gisekes~,

Schauspielers und Choristen am Schikanederschen Theater (s. ~Jahn~

"Mozart", T. IV, S. 603, Leipz. 1859), benutzte, stammt:

*Dies Bildnis ist bezaubernd schön.

Ich kann nichts thun, als dich beklagen,

Weil ich zu schwach zu helfen bin.*

*Zur Liebe will* (_nicht: kann_) *ich dich nicht zwingen.*[29]

*In diesen heil'gen Hallen

Kennt man die Rache nicht,*

und:

*Das höchste der Gefühle.--*

[Fußnote 29: ~Wieland~ "Ausgewählte Briefe", Zürich 1815, Bd. 3, S.

176 schreibt 9. Jan. 1774 an Gleim: "Ich begreife nichts von dem, was

Herr H.*** (Heinse) von mir will. Man kann doch wohl niemand zur Liebe

zwingen".--]

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Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 155 / 438 题