5. Akt. Grosser Vorhof des Palastes.

_Faust:_ *Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,

Der täglich sie erobern muss.

Es kann die Spur von meinen Erdetagen

Nicht in Aeonen untergehn.--*

Bergschluchten, Wald, Fels, Einöde.

_Chorus

mysticus:_ *Das Unzulängliche

Hier wird's Ereignis;*

_Das Unbeschreibliche,

Hier ist's gethan;_

*Das Ewig-Weibliche

Zieht uns hinan.--*

* * * * *

Der Anfang eines Gedichtes des Johann Heinrich *v. Reitzenstein*:

"Lotte bey Werthers Grabe", Wahlheim 1775, das in demselben Jahre in

Wielands "Teutschem Merkur" und im "Rheinischen Most", No. 7, erschien,

lautet:

*Ausgelitten hast du--ausgerungen.*

_Schiller_ mag hierdurch zu den Versen seines "Siegesfestes" angeregt

worden sein:

"Ausgestritten, ausgerungen

Ist der lange schwere Streit."--

* * * * *

Friedr. Leop. *Graf zu Stolberg* (1750-1819) hat uns durch das "Lied

eines alten schwäbischen Ritters an seinen Sohn" mit dem Verse

beschenkt:

*Sohn, da hast du meinen Speer*

Das Lied stand zuerst im "Wandsbecker Bothen", 1774, No. 77 vom 14.

Mai.--

* * * * *

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 154 / 438 题