*Die Rache ist mein.--*
*Mann Gottes*
steht 5. Mos. 33, 1 und sonst noch sechzigmal im alten Testamente.--
* * * * *
*Josua* 1, 14; 8, 3; Richter 3, 29; 18, 2; 20, 17; 1. Chronika 6, 18;
11, 12 finden wir:
*streitbare Männer,*
Josua 17, 1:
*Ein streitbarer Mann.--*
Josua 3, 7 verspricht der Herr, "Josua gross zu machen vor dem ganzen
Israel", 4, 14 beginnt: "An dem Tage machte der Herr Josua gross vor
dem ganzen Israel", und in der "Historie von der Susanne und Daniel"
64 heisst es: "Und Daniel ward gross vor dem Volk". Daher stammt die
unserer jüdischen Bevölkerung geläufige Redensart:
*Gross vor den Leuten.--*
Josua 6, 5. 10. 16. 20; 1. Thess. 4, 16 steht:
*Feldgeschrei.--*
Nach Josua 10, 24; Psalm 74, 3; Ev. Joh. 13, 18 und Ebräer 10, 29 sagen
wir:
*Einen mit Füssen treten.--*
Josua 24, 15 steht:
*Ich* (_aber_) *und mein Haus wollen dem Herrn dienen.--*
Josua 24, 16; 1. Samuelis 14, 45; 2. Sam. 20, 20; Römer 3, 4. 6 und
öfters in den paulinischen Briefen lesen wir:
*Das sei ferne!*
vrgl. "Das sei ferne von dir" (1. Mos. 18, 25) und "Das sei ferne von
mir" (1. Mos. 40, 7).--
* * * * *
Das *Buch der Richter* 2, 10 (vrgl. 2. Kön. 22, 20; 2. Chronik. 34, 28;
1. Macc. 2, 69 und auch 1. Mos. 25, 8) schenkt uns das Wort:
*zu seinen Vätern versammelt werden.--*
Im Buch der Richter 5, 6 (vrgl. Psalm 125, 5) steht: "... die da auf
Pfaden gehen sollten, die wandelten durch
*krumme Wege".--*
Im Buche der Richter 6, 12 und Ruth 5, 6 steht:
(_Ein_) *streitbarer Held.--*
Als Bezeichnung des Losungswortes für eine Partei gebrauchen wir nach
dem Buch der Richter 12, 5. 6:
*Schiboleth.*
Die Gileaditer hatten sich bei einer Furt des Jordans aufgestellt und
richteten an jeden Ephraiter, der hinüber wollte, die Frage: "Bist
du ein Ephraiter? Wenn er dann antwortete: Nein; so hiessen sie ihn
sprechen: Schiboleth; so sprach er: Siboleth und konnte es nicht reden.
So griffen sie ihn" u.s.w.--
Löst jemand eine Aufgabe mit fremder Hülfe, so nennen wir das:
*mit fremdem Kalbe pflügen,*
nach dem Vorgange Simsons, dessen Weib die Auflösung eines von ihm
aufgegebenen Rätsels seiner Verschwiegenheit entlockt und den Ratenden
mitgeteilt hatte, worauf er zu ihnen (nach dem Buche der Richter 14,
18) sprach: "Wenn ihr nicht hättet mit meinem Kalbe gepflüget, ihr
hättet mein Rätsel nicht troffen".--
*Brandfuchs*
wird (nach ~Hase~: "Ideale und Irrtümer", Lpz. 1872, S. 116) der
Student im zweiten Semester genannt, weil ihm, dem "Fuchs", dann einige
Haare hinter dem Ohre mit einem Fidibus angebrannt wurden, damit er von
nun ab ein Brandfuchs im Kampfe gegen die Philister würde, wie (nach
dem Buche der Richter 15) Simson gegen die Felder, Gärten und Weinberge
der Philister dreihundert Füchse aussendete, von denen je zwei einen
Brand zwischen ihren Schwänzen hatten.--
*Philister*
für Nichtstudent, Widersacher des Studententums, soll darauf beruhen,
dass, als am Ende des 17. Jahrhunderts[10] bei Händeln in Jena zwischen
den Studenten und den Einwohnern der Johannisvorstadt ein Student
erschlagen worden war, der Oberpfarrer und Generalsuperintendent Lic.
theol. ~Götze~ ihm die Leichenrede über den im Buche der Richter (16)
viermal vorkommenden Text gehalten habe:
"*Philister über dir,*
Simson". (vrgl. ~Schmeitzel~ in den "Wöchentlichen Hallischen
Anzeigen", 1746 Sp. 177 und E. B. ~Wiedeburg~ "Beschreib. d. Stadt
Jena", Jena 1785, S. 155.)
[Fußnote 10: In "Jena und Umgegend, Taschenbuch für Fremde" von H.
Ortloff wird jedoch das Jahr 1624 angegeben.]
Hingegen nach ~Oskar Justinus~ ("Schlesische Zeitung" Nr. 520, 1879)
haben diejenigen Häuser der ehemaligen Universitätsstadt Helmstädt,
welche in irgend einer Beziehung zur Universität standen, Tafeln
mit einem Simson, der einem Löwen den Rachen aufreisst. Dies vom
Kaiser Maximilian verliehene Siegel hätte zuwege gebracht, dass
man alle, welche nicht unter diesem Zeichen standen, also alle
Nichtakademiker, mit dem Namen der von Simson bekämpften Philister
belegte. Friedrich ~Kluge~ bezweifelt diese Deutung mit Recht in
seinem "historischen Wörterbuche der Studentensprache" (K. J.
Trübner. Strassburg 1895).--