2. Mos. 21, 24; 3. Mos. 24, 20; 5. Mos. 19, 21; Matthäi 5, 38 steht:

*Auge um Auge, Zahn um Zahn.--*

Die Verehrung des Reichtums und die Sucht nach Metallbesitz bezeichnen

wir fälschlich nach 2. Mos. 32 (wo wörtlich 'gegossenes Kalb' steht)

mit

*Anbetung des goldenen Kalbes; Tanz ums goldene Kalb;*

denn in der betreffenden Stelle handelt es sich um ein Götzenbild,

welches die Israeliten allerdings anbeteten und umtanzten, zu dessen

Herstellung sie sich aber ihres goldenen Geschmeides entäussert hatten;

auch liefert Ch. ~Beke~ (in "The Idol of Horeb: Evidence that the

Golden Image was a Cone and not a Calf", 1871) den Beweis, dass die

eigentliche Bedeutung des hebräischen Wortes nicht "Kalb", sondern

"Kegel" ist.--

Aus 2. Mos. 23, 6; 5. Mos. 16, 19; 24, 17; 27, 19; 1. Sam. 3, 3; Hiob

34, 12 (vrgl. auch Sprichw. 17, 23; 18, 5; Jes. 10, 2) entnehmen wir:

*das Recht beugen,*

nach Luther, der so übersetzt, gleichviel ob in der Vulgata

"declinare", "opprimere", "subvertere" oder "pervertere" steht. Aber es

entstand unabhängig von ihm aus den Vulgataworten (5. Mos. 27, 19 vrgl.

dazu 24, 17 und Hiob 34, 12): "maledictus, qui pervertit iudicium ..."

die Wendung:

*das Recht verdrehen*

Und daraus:

*Rechtsverdreher*

Und:

*Rechtsverdrehung.--*

Nach 2. Mos. 32, 27: "... Gürte ein jeglicher sein Schwert auf seine

Lenden ..." sagen wir für "sich kampfbereit machen":

*Seine Lenden mit dem Schwert gürten.--*

Geflügelte Worte: Der Citatenschatz des deutschen Volkes · 第 38 / 438 题