*Ehre einlegen.--*
2. Mos. 15, 10: "Da liessest du deinen Wind blasen, und das Meer
bedeckte sie .. "Flavit spiritus tuus et operuit eos mare" ... rief
ein viel citiertes Wort hervor. Auf die Vernichtung der gegen England
gesandten Riesenflotte Philipps II., der Armada, durch die August-
und Septemberstürme d. J. 1588 schlugen nämlich die Holländer in
Middleburg eine Dank- und Denkmünze. Die eine Seite trägt mit den Wogen
kämpfende Schiffe und die Umschrift: "Flavit Jehovah et dissipati
sunt" ("Jehovah" in hebräischen Lettern auf einem Gewölk: vergl.
Van Loon "Nederlandsche Historipenningen" 1, 392). Die andere Seite
zeigt als Sinnbild des Protestantismus eine auf meerumbrandetem Fels
festgegründete Kirche, darunter des Moritz von Nassau Wappenschild und
um den Rand die Worte: "Allidor non laedor" ("mag es an mir anprallen,
wird es doch an mir abprallen"). Irrtümlich schreibt ~Addison~
("Spectator" No. 293) eine solche Denkmünze mit der Inschrift:
"Afflavit Deus et dissipantur" der Königin Elisabeth von England zu,
und ~Schiller~ bringt, nach ~Mercier~ ("Portrait de Philippe second"
Amst. 1785. "Précis historique" p. IX), in der Anmerkung zu seinem
Gedicht "Die unüberwindliche Flotte" (1786, "Thalia" II, 71) denselben
Irrtum nebst der nun durch ihn landläufig gewordenen Änderung der
Devise:
*Afflavit Deus et dissipati sunt,*
die er am Schluss des Gedichtes also übersetzt:
"Gott der Allmächt'ge blies,
Und die Armada flog nach allen Winden".
Dies lautet in ~Racines~ "Athalie" (1691) 5, 6, 3-4:
"Comme le vent dans l'air dissipe la fumée,
La voix du tout-Puissant a chassé cette armée ..."
und in Martin ~Crugots~ "Der Christ in der Einsamkeit" (1756,
J. Korn, Breslau): "Der Allmächtige blies und zerstäubete die
Unüberwindliche wie Spreu, welche der Wind zerstreuet". Vrgl. "Martin
Crugot, der ältere Dichter der unüberwindlichen Flotte Schillers".
Urkundlich nachgewiesen von Karl Hermann Manchot (Bremen, C. W.
Roussell, 1886. S. 23).--
Auf 2. Mos. 16, 15. 33. 35 (vrgl. Psalm 78, 24; Joh. 6, 31. 49. 58),
beruht:
*Manna in der Wüste.--*
Wollen wir bezeichnen, dass sich jemand nach einer äusserlich besseren
Lage zurücksehnt, so sagen wir mit Anlehnung an 2. Mos. 16, 3 (vrgl. 4.
Mos. 11): "Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben, durch des Herrn
Hand, da wir bei den Fleischtöpfen sassen", dass er sich zurücksehnt
nach
*den Fleischtöpfen Ägyptens.--*