Aus dem Jahre 1845 stammt der erste Entwurf folgender Stücke:
1) _Über Schukowskis Übersetzung der Odyssee._ An N. M. Jasykow. (Band
VII, Nr. 7, Seite 55.) Ein Brief, der zu Beginn des Jahres geschrieben
ist.
2) _An einen hochgestellten Mann._ (Band VII, Nr. 28, Seite 323.) Die
Idee zu diesem Schreiben rührt vom Ende des Jahres 1844 her.
Niedergeschrieben wurde es im Februar und März des Jahres 1845.
3) _Vom Theater, von einer einseitigen Ansicht über das Theater und von
der Einseitigkeit überhaupt._ An den Grafen A. P. T... (Band VII, Nr.
14, Seite 129) -- ist im März und April 1845 niedergeschrieben.
4) _Lernt Rußland kennen._ Aus einem Briefe an den Grafen P. T. (Band
VII, Nr. 20, Seite 209) -- stammt aus derselben Zeit (oder vom Ende des
Jahres 1845?).
5) _Mein Testament_ (Band VII, Nr. 1, Seite 9) stammt aus dem Juli(?)
1845.
6) _Über ländliche Pflege und Gerichtsbarkeit_ (Band VII, Nr. 25, Seite
301).
7) _Wessen Los auf Erden das beste ist._ Aus einem Briefe an U. (Band
VII, Nr. 29, Seite 359.)
Mehr als die Hälfte der Briefe, die in die »Auswahl aus dem Briefwechsel
mit meinen Freunden« aufgenommen wurden, stammen aus dem Jahre 1846. In
einem Brief aus diesem Jahre schreibt Gogol an Schewyrjow: »Während
dieser schweren Zeit der Krankheit, zu der sich auch noch schwere
seelische Leiden gesellt haben, war ich genötigt, einen so regen
Briefwechsel zu unterhalten, wie ich ihn bisher noch nie geführt habe.
Und wie mit Absicht war dies beinahe für alle, die meinem Herzen
nahestehen, eine Zeit voll innerer Erlebnisse und Erschütterungen. Sie
alle wandten sich, wie von einem dunklen Instinkt getrieben, an mich und
verlangten Rat und Hilfe von mir« (vgl. Band VII, Seite 163 ff.).
»Während der letzten Zeit«, fährt Gogol fort, »kam es sogar vor, daß ich
Briefe von Menschen erhielt, die mir fast gänzlich unbekannt waren, und
daß ich ihnen Ratschläge erteilen konnte, die ich früher nie hätte
erteilen können.« Am meisten von Krankheit gequält war Gogol in den
ersten zwei Monaten des Jahres 1846; dies war auch sonst eine sehr
schwere Zeit für ihn. Gogol arbeitete während dieser Monate intensiv an
der »Auswahl aus dem Briefwechsel«. »Gleichzeitig brauchte er eine Kur,
machte er Reisen, war er von schweren Sorgen gequält und mußte sich um
Dinge kümmern, von deren Schwierigkeit seine Freunde keine Ahnung
hatten.« Zugleich aber mußte er zahlreiche, sehr verschieden geartete
Briefe erwidern, die nicht in leichtfertiger, sondern in wohlüberlegter
Weise beantwortet sein wollten. Höchstwahrscheinlich erfolgte die
Antwort auf einzelne Briefe vor der Öffentlichkeit, d. h. in der
»Auswahl aus dem Briefwechsel mit meinen Freunden«, und es wäre
vergeblich, nach dem ursprünglichen Text der Briefe, die unmittelbar an
die Fragesteller gerichtet waren, zu forschen. »Auf Ihren langen Brief«,
schreibt Gogol im Jahre 1846 an die Gräfin ***, »... antworte ich ...
nicht nur keineswegs in aller Heimlichkeit, sondern wie Sie sehen, _in
einem gedruckten Buche_, das vielleicht von der Hälfte aller Menschen in
Rußland, die da lesen können, gelesen werden wird« (vgl. Band VII, Seite
309 ff.). Die an Schewyrjow gerichteten Briefe aus der »Auswahl« waren
unter den Papieren Schewyrjows nicht zu finden, wahrscheinlich hat er
sie auch erst gelesen, als sie bereits gedruckt in Buchform vorlagen. Es
ist daher heute noch für den größten Teil der Briefe vom Jahre 1846, die
in der »Auswahl« enthalten sind, kaum möglich, die chronologische
Reihenfolge genau festzustellen, ebensowenig wie sich zurzeit die Frage
beantworten läßt, ob _schriftliche_ Antworten auf die an Gogol
gerichteten Fragen vorliegen. In den Papieren Schewyrjows wurde nicht
ein Brief Gogols aus dem Jahre 1846 gefunden, der in die Auswahl aus dem
Briefwechsel usw. aufgenommen wurde.
Aus dem Jahre 1846 stammen folgende Briefe und Aufsätze der »Auswahl«:
1) _Über das Lyrische bei unseren Poeten._ An W. A. Schukowski. (Band
VII, Nr. 10, Seite 85.) Dieses Stück wurde 1845 niedergeschrieben und
1846 nochmals umgearbeitet.
2) _Was die Frau ihrem Manne im häuslichen Leben des Alltags und bei den
heutigen Zuständen in Rußland sein kann._ (Band VII, Nr. 24, Seite 291.)
Dieses Stück stammt etwa aus dem September dieses Jahres und scheint
unmittelbar für den Druck bestimmt gewesen zu sein.
3) _Einige Worte über unsere Kirche und unsere Geistlichkeit._ Aus einem
Briefe an den Grafen A. P. T. (Band VII, Nr. 8, Seite 73) und
4) _Über denselben Gegenstand._ Aus einem Briefe an den Grafen A. P. T.
(Band VII, Nr. 9, Seite 79.) 3 und 4 stammen aus der ersten Hälfte des
Jahres 1846.
5) _Der Historienmaler Iwanow._ An M. Ju. Weligurski. (Band VII, Nr. 23,
Seite 271.) Dieser Brief, der im Februar oder März dieses Jahres an den
Grafen W. abgesandt wurde, wurde nachträglich, d. h. im August oder
September, nochmals für den Druck umgearbeitet.
7) _Karamsin._ Aus einem Briefe an N. M. Jasykow. (Band VII, Nr. 13,
Seite 123.) Der erste Entwurf dieses Briefes ist am 5. Mai 1846
niedergeschrieben.
8) _Über die Aufklärung._ An W. A. Schukowski. (Band VII, Nr. 17, Seite
167.) Stammt aus dem Juni und Juli dieses Jahres.
9) _Was eine Gouverneursgattin ist._ An Fr. A. O. S. (Band VII, Nr. 21,
Seite 227.) Der erste Entwurf dieses Briefes stammt aus der zweiten
Juli-Hälfte des Jahres 1845, er wurde am 4. Juli 1846 in neuer
verbesserter Fassung an Frau A. O. Smirnowa gesandt und endlich im
September 1846 und 1847 für die Drucklegung nochmals umgearbeitet.
10) _Rußlands Schrecken und Grauen._ An die Gräfin *** (Band VII, Nr.
26, Seite 307) ist zu Beginn des August 1846 niedergeschrieben.
11) _Wesen und Eigenart der russischen Poesie._ (Band VII, Nr. 31, Seite
369.) Dieser Aufsatz wurde »während dreier Epochen« geschrieben, er ist
1836 oder 1843 (?) begonnen und im September 1846 für die Drucklegung
vollendet.
12) _Die Frau in der vornehmen Welt._ An Frau ***. (Band VII, Nr. 2,
Seite 21.)
13) _Der Christ schreitet vorwärts._ An Schtsch--w. (Band VII, Nr. 12,
Seite 117.)