Meditationen

Der Augenblick, da wunderbar

Ein Auserkorner im Gefühl

Der höchsten Kraft und Selbsterkenntnis

Erfaßt des Daseins höchstes Ziel,

Der sei gesegnet immerdar.

Nicht leerer Träume Schattenpracht

Und nicht des Ruhmes Flitterglanz

Stört ihn und lockt bei Tag und Nacht

Ihn in den lauten Wirbeltanz

Der Welt. Sein Sinn hat junge Kraft,

Ist Ansporn ihm und einz'ger Rat,

Reizt ihn und treibt die Leidenschaft

Zu Edlem ihn und großer Tat.

Für sie setzt er sein Leben ein;

Mag auch der Torenpöbel schrein,

Er wird lebend'ger Trümmer wegen

Nicht wankend, denn er hört allein

Der Enkelzeit rauschenden Segen.

* * * * *

Wenn aber Trug und Traumgestalten

Mit Sucht nach Glanz ein Herz beseelen,

Dem Willenskraft und Härte fehlen,

Im Wirrwarr standhaft sich zu halten,

Dann ist es besser, ohne Fülle

Das Feld des Lebens zu durchmessen,

In der Familie, in der Stille

Des Weltenlärmes zu vergessen. -- --

Sämmtliche Werke 8: Briefwechsel II, Hans Küchelgarten Briefwechsel II / Die Beichte des Dichters / Betrachtungen über die Heilige Liturgie / Jugendschriften / Fragmente / Hans Küchelgarten · 第 44 / 56 题