Schau' her, Grausamer! Sieh, Tyrann,
Wie sie verhärmt im Staube kauert;
Die einsam Welkende, sieh' an,
Wie sie in trüber Öde trauert,
Vergessen, ach! Schau' hin einmal
Auf dein Geschöpf, in dessen Brust
Du Lebensglück und Lebenslust
Mit Gram vertauscht und Höllenqual.
Durchwühlte Grüfte, siehst du sie?
Und wie sie dich geliebt, ja, wie!
Mit welch lebend'ger Innigkeit
Klang ihrer Rede Melodie,
Die schlichte. Wo, wo ist die Zeit,
Da du gelauscht? Wie war von Schuld,
Von Trübsal rein des Blickes Brand,
Der dich versengt. Wie oft entschwand
Zu langsam ihrer Ungeduld
Der böse Tag, zeigte sich nicht,
Der Träumerischen, dein Gesicht.
Und du konntst sie verlassen, du?
Hast dich von allem abgewandt
Und wanderst fremd in fremdem Land?
Wem tust du das? Für wen, wozu?
Doch schau', Grausamer! Sieh, Tyrann!
Am Fenster harrt sie noch, verzehrt
Von Sehnsucht, daß er wiederkehrt
Zu ihr, er, der geliebte Mann. -- --
Schon sinkt der Tag. Des Abends Helle
Liegt wundersam auf allen Dingen.
Ein kühler Wind regt seine Schwingen.
Kaum hörbar plätschert fern die Welle.
Die Nacht entbreitet ihre Schatten.
Leis tönt die Syrinx. Es ermatten
Im West die letzten Glutenschimmer.
Sie sitzt reglos und harrt noch immer. --