Im Land, wo des Lebens Wunderquellen
Entspringen und strahlend rings alles erhellen;
Wo schwer die Nächte vom Ambraduft,
Von Lotossüße geschwängert die Luft;
Wo Räucherwerkwolken die Bläue durchfluten
Und Mangostans Früchte golden gluten;
Wo Kandahars Wiesengrund samten sich breitet;
Wo kühn sich ob allem der Himmel weitet
Und Blüten regnet in üppigem Glanz;
Wo Schwärme von Faltern auffunkeln im Tanz:
Dort sieht mein Blick eine Peri: versunken,
Nichts sehend, nichts hörend; traumestrunken.
Gleich Sonnen leuchtet ihr Augenpaar,
Wie Hemasagara funkelt ihr Haar.
Ihr Atem gleicht dem, den die Lilie haucht,
Wenn die Nacht den Garten in Schlummer taucht
Und im Wind ihre Seufzer von dannen schwingen;
Ihre Stimme den nächtlichen Ton von Syringen,
Dem silbernen Tone, wenn Israfil
Die Flügel schlägt in mutwilligem Spiel;
Dem heimlichen Plätschern des Tschindara-Fluß.
Und ihr Lächeln erst! Und erst ihr Kuß!
Was ist? -- Sie hebt sich, ein Hauch, und entschwindet
In Himmeln, wo sie Verwandte findet.
Bleib! Blicke dich um! Bleib! -- Taub meinem Schrei,
Verrinnt sie im Regenbogen. -- Vorbei!
Erinnrung an sie bleibt und hält
Sich fest; und Duft erfüllt die Welt. --
* * * * *
Bunt war sein Träumen überstrahlt;
Vom Drang der Jugend heiß durchflossen.
Die Hoheit, die sein Herz genossen,
Hat herrlich oft sich abgemalt
Auf seinem Angesicht. Allein,
Was ihn in seinen Träumerein,
Was die erregte Seele quälte,
Wonach er schrie, wonach er bangte,
In wilder Leidenschaft verlangte,
Als gält' es, daß er sich vermählte
Der ganzen Welt mit ganzer Lust,
Verstand er nicht. -- Voll Staub und Dust,
Von Dumpfheit voll und Schwere fand
Er diese Welt und wirr. Es flog
Sein Herz und schlug und schlug und zog
Ihn hin nach fernem, fernem Land.
Wer sah ihn so? Sein Atem ächzte.
Die Brust ging keuchend auf und nieder.
Stolz funkelte durch seine Lider.
Ach, wie die Seele darnach lechzte,
Am flücht'gen Traum sich festzusaugen.
Ach, welche Feuer in ihm brannten,
Wie ihn die Tränen übermannten,
Das Leben schürend in den heißen Augen. --