Auf der Station reges militärisches Leben, Patrouillen und Boten kommen
und gehen, und die Schauris nehmen kein Ende. Quawas Beweglichkeit
erfordert immer neue Maßnahmen. Leutnant Kuhlmann, Feldwebel Merkl und
die Unteroffiziere auf den einzelnen Posten, jeder muß von den bei uns
„im Hauptquartier“ eingegangenen Meldungen in Kenntnis gesetzt werden
und entsprechende neue Instruktion empfangen. In all dem sorgenvollen
Trubel nur einmal ein Lichtblick: Msatima kommt, mir seine Aufwartung
zu machen, und zwar angetan mit einer roten Bluse, die ich seiner
Frau geschenkt hatte. -- Leutnant Kuhlmann meldet, daß Quawa weiter
westlich zu suchen sei -- also wieder neue Dispositionen an die
Einzelposten! Herr v. Prittwitz kommt an. Es wird großes Schauri mit
sämtlichen Jumben gehalten; als dessen Ergebnis erfolgt die Festnahme
des Jumben Makirendi; er wird an die Kette gelegt und ihm Todesstrafe
angedroht, wenn seine Leute sich als Verräter zeigen sollten. Das ist
eine Gewaltmaßregel, zu der Tom durch die gefahrdrohenden Umstände
gezwungen ist, obwohl er ganz genau weiß, wie leicht die Festnahme
eines angesehenen Häuptlings schlimme Folgen haben kann. Es bleibt
kein anderes Mittel, als den Wahehe zu zeigen, daß sie kein doppeltes
Spiel wagen dürfen; viele von ihnen wollen erst abwarten, ob Quawa
nicht doch wieder hochkommt, wie damals 1894, wo er bei dem Scheleschen
Zuge nach Ubena, und früher, gelegentlich der Zulu-Invasion, nach
Ugogo geflüchtet war und nach dem Abzug der Europäer aus seinem Lande
triumphierend wieder einzog.