7. Februar 1898.

Auf der Station reges militärisches Leben, Patrouillen und Boten kommen

und gehen, und die Schauris nehmen kein Ende. Quawas Beweglichkeit

erfordert immer neue Maßnahmen. Leutnant Kuhlmann, Feldwebel Merkl und

die Unteroffiziere auf den einzelnen Posten, jeder muß von den bei uns

„im Hauptquartier“ eingegangenen Meldungen in Kenntnis gesetzt werden

und entsprechende neue Instruktion empfangen. In all dem sorgenvollen

Trubel nur einmal ein Lichtblick: Msatima kommt, mir seine Aufwartung

zu machen, und zwar angetan mit einer roten Bluse, die ich seiner

Frau geschenkt hatte. -- Leutnant Kuhlmann meldet, daß Quawa weiter

westlich zu suchen sei -- also wieder neue Dispositionen an die

Einzelposten! Herr v. Prittwitz kommt an. Es wird großes Schauri mit

sämtlichen Jumben gehalten; als dessen Ergebnis erfolgt die Festnahme

des Jumben Makirendi; er wird an die Kette gelegt und ihm Todesstrafe

angedroht, wenn seine Leute sich als Verräter zeigen sollten. Das ist

eine Gewaltmaßregel, zu der Tom durch die gefahrdrohenden Umstände

gezwungen ist, obwohl er ganz genau weiß, wie leicht die Festnahme

eines angesehenen Häuptlings schlimme Folgen haben kann. Es bleibt

kein anderes Mittel, als den Wahehe zu zeigen, daß sie kein doppeltes

Spiel wagen dürfen; viele von ihnen wollen erst abwarten, ob Quawa

nicht doch wieder hochkommt, wie damals 1894, wo er bei dem Scheleschen

Zuge nach Ubena, und früher, gelegentlich der Zulu-Invasion, nach

Ugogo geflüchtet war und nach dem Abzug der Europäer aus seinem Lande

triumphierend wieder einzog.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 94 / 132 题