Aufregende Tage; Patrouillen und Meldungen, aber niemals eine sichere
Nachricht. In Rungembe, welches als Sammelpunkt für die Expedition
bestimmt war, ist Leutnant Engelhardt mit fast 2000 Kriegern des Merere
und der anderen befreundeten Häuptlinge angekommen.
Über den Tod des unglücklichen Unteroffiziers Karsjens berichtet ein
Mann unseres Freundes Farhenga näheres: er hatte den Unteroffizier
gewarnt, Quawa sei ganz dicht in der Nähe, er solle die Leute, die zu
seinem Trupp gestoßen, als Spione festhalten -- das ist aber nicht
geschehen! Andern morgens wurde plötzlich der Posten vor dem Zelte
niedergeschossen, von den sich um das Zelt sammelnden Askaris fielen
unter dem mörderischen Mauser-Gewehrfeuer aus dem Dickicht sofort drei
Mann, ein Vierter etwas später. Unteroffizier Karsjens erhielt beim
Heraustreten aus dem Zelte die tödliche Kugel. Sein Boy trug ihn nach
dem Feldbett, wo er binnen wenigen Minuten verstarb.
Die Askaris hatten sich bei dem Überfall sehr schneidig gezeigt;
nachdem sie die eigene Munition verschossen, leerten sie die
Patrontaschen der gefallenen Kameraden, ehe sie sich ins Pori
zurückzogen; Karsjens Boy nahm das Gewehr und die Munition seines
Herrn nach dessen Tod an sich und versteckte beides im Gebüsch, wo
sie Unteroffizier Schubert, der zur Beerdigung der Leichen an den
Unglücksplatz ging, fand. Jeder der Gefallenen hatte zwei Speerstiche
in der Brust.
Tom hat in diesen Tagen mit der Verteilung von Saatkorn begonnen. Die
Lebensmittel fangen an, knapp zu werden, deshalb hat Tom so viel Korn
wie möglich aufgekauft, damit fürs nächste Jahr genügend ausgesät wird.
Für jeden Sack Saatkorn, den die Leute erhalten, müssen sie nach der
Ernte zwei Säcke zurückgeben. Ich habe vor ungefähr 14 Tagen den ersten
frischen Mais geerntet.
Heute meldete ein Mhehe, sein Sohn Magunda, welcher zu Quawas Gefolge
gehörte, sei von diesem bei dem Lukanda-Überfall gefangen und getötet
worden, weil er sich auf der Station stellen wollte.