Mein Leberleiden macht sich wieder fühlbar; ich suche ihm mit
Karlsbader Salz beizukommen. Der Frühspaziergang, der zu dieser Kur
gehört, wird zur Inspizierung der Station benutzt, da ich meinen Mann
auf seinem Rundgang begleite.
Die Moschee ist beinahe fertig, es fehlen nur noch die Türen. Zum
Beginn des Ramassan soll sie den Arabern übergeben werden. Schon
jetzt bitten sie Tom, er möge die heilige Stätte nur noch unbeschuht
betreten. Das Fundament für das Hospital ist gelegt; bis jetzt diente
eine geräumige, von einem schönen schattigen Baum überschattete Hütte
als solches; auch eine geräumige Schauri-Hütte ist bereits in Angriff
genommen, halbkreisförmig mit einer nischenartigen Ausbuchtung für
den Tisch des Schauri-Leiters, der von da aus sämtliche Anwesende gut
übersehen kann. Sobald die Moschee fertig ist, geht es an den Bau einer
Markthalle.
Auf der Station wimmelt es von Wahehe, die gleich Tom auf sichere
Meldungen warten, um die Quawa-Jagd wieder aufzunehmen. Es ist wirklich
viel von den Leuten, trotz der Erntezeit hier wochenlang untätig
zu liegen, während auf ihren Schambas die Feldfrüchte der Ernte
entgegenreifen. Ihre Anhänglichkeit an Tom hält stand; _Dr._ Stierling
sagte noch gestern: wer weiß, wie sich die Wahehe nach Toms Abgang
stellen würden; sie haben sich ihm persönlich unterworfen, und es liegt
nahe genug, daß sie seinem Nachfolger auf der Station sich nicht so
botmäßig zeigen werden. _Dr._ Stierling sieht wohl zu schwarz, immerhin
bereitet Tom die Wahehe jetzt schon darauf vor, daß er demnächst die
Station verlassen werde.
Am 23. ging Leutnant Orthmann nach Idunda ab.