Nun sind es noch neun Tage bis zu Toms Rückkehr! Ich streiche jeden Tag
im Kalender mit einem dicken roten Strich durch, wie wir’s einst in
der Pension taten, wenn die Ferien herankamen. Aus Iringa wieder böse
Nachricht: ein Boy und ein Träger erstochen. Auch an häuslicher Unruhe
fehlt es nicht. Der Mpischi (Koch) legt mir seine ehelichen Sorgen
vor; seine Frau treibt sich seit sechs Tagen herum; da sie ihm seine
Tücher und Hemden mitgenommen, lasse ich sie, nach genauer Feststellung
des Tatbestandes, zur Wache bringen, damit sie beim nächsten Schauri
bestraft wird. Heute ließ ich mir Mgunditemi holen; das arme Ding ist
krank. Ich gab ihr Fleisch und Reis; sie ist übrigens eine schlanke,
hübsche Frau.
Ich war heute einen Augenblick im Garten, die Kartoffeln sind schon
ganz braun, wenn Tom zurück, müssen sie gleich herausgenommen werden,
allein mag ich es nicht tun. Dann machen wir wieder Kartoffelfeuer,
rösten Kartoffeln, das gibt uns viel Spaß, wie neulich unten im Garten.
Leutnant Braun ist seit gestern zurück. Er sagte auch, daß sich die
Wahehe ganz anders gezeigt hätten als die übrigen Neger. Er hat eine
ganze Ortschaft zerstört und die Temben eingerissen; kaum war er zwei
Stunden fort, so sah er, wie die Wahehe zurückkamen und ihre Temben
wieder aufbauten, so daß er nochmals zurück mußte. Drei Träger sind
an Überanstrengung gestorben, der eine davon ist unter seiner Last
zusammengebrochen.