6. April 1897.

Gestern nacht wurde ich durch Alarm aus dem Schlafe geweckt. Ombascha

Achmed kam schon, während ich mich ankleidete, mit der Nachricht, eine

Menge Wahehe seien mit Gewehren in Sicht. Von weitem hörte man auch

Schnellfeuer. Ich weckte die Totos und zog nun mit zwei Revolvern

bewaffnet zur Wache, wo alle Europäer versammelt waren. Die Herren

beschlossen einen Tschausch mit Askaris abzuschicken, um zu sehen, was

los sei; wir wollten uns inzwischen schlafen legen und so der Dinge

harren. Um die Mission und den Europäerposten in Iringa waren wir sehr

in Sorge. Des Morgens stellte es sich heraus, daß Askaris geglaubt

hatten, von Wahehe überfallen zu sein, und Schnellfeuer abgegeben

hatten; die Wahehe schossen wieder, und erst am Morgen merkten wir, daß

es uns freundlich gesinnte Wahehe waren. _Dr._ Stierling war gleich

selbst des Morgens nachsehen gegangen. Es ist zu schwer hier, Freund

und Feind voneinander zu kennen.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 66 / 132 题