4. April 1897.

Eben komme ich aus dem Garten, wo ich die aufgegangenen

Kartoffelpflänzchen zählte. In acht Wochen haben wir Ernte, dann

besteht die Station ein halbes Jahr, und wir haben schon Kartoffeln.

Ich bin jetzt so nervös, wahrscheinlich auch vom schlechten Schlafen,

daß ich mir einbildete, der Teufel sehe über meine Schulter; ich schrie

so fürchterlich auf, daß Boy und die Totos hereingestürzt kamen;

trotzdem ich sie sah, konnte ich mich eine ganze Weile nicht beruhigen.

Um zur Vernunft zu kommen, ging ich mit den Totos spazieren. Ich nahm

unseren Gartenaskari mit, der die Zelewski-Expedition mitgemacht hatte

und davon erzählte. -- Die Totos sind jetzt meine ganze Freude, wenn

die drei schwarzen Krausköpfchen mit ihren hellen Leinwandkleidchen,

mit rot garniert und roter Schürze, mit nackten Beinen so vor mir her

zappeln und krabbeln. Früher gingen sie wie die Alten, jetzt springen

und tanzen sie, klettern auf Bäume und necken mich. Ich bin den Kindern

wirklich Mutter; wenn sie ganz besonders glücklich sind, nennen sie

mich auch „Mama“. Die Sklavenbanden haben schwer auf ihnen gelastet,

jetzt haben sie die Freiheit, ihre Kindheit zu genießen.

Eine deutsche Frau im Innern Deutsch-Ostafrikas Elf Jahre nach Tagebuchblättern erzählt · 第 65 / 132 题